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Echelon - Seite 1

Einleitung

Echelon Station Misawa, Japan Echelon Station Misawa, Japan

Die weißen Kugeln sind die Icons, aber nur eine Komponente des Echelon-Systems. Sie werden Radome genannt und sind starre Schutzhüllen, die der Abschirmung, dem Wetter- und Sichtschutz dienen. Unter den Radomen befinden sich drehbare Kommunikations-Abfangantennen, die von ähnlichem Aussehen sind wie in den ersten beiden Abbildungen des Radome- und Antennenherstellers Ratech Industries. Oder unter die Radome werden wie in der letzten Abbildung Radarschüsseln installiert. In diesem Fall handelt es sich um zwei SBIRS Radarantennen, die im Rahmen des NMD auf der Echelon Station in Menwith Hill installiert wurden. Die beiden mittleren Abbildungen zeigen die Montage eines Radomes. Die Größe der Radome ist abhängig von der Größe der Antenne und dem Durchmesser der Schüssel.

Bild Antenne 1Bild Antenne 2
Bild Radomemontage 1Bild Radomemontage 2
Bild SBIRS Radarantennen

Das Spionagesystem der NSA mit dem Namen Echelon ist in der Lage, riesige Mengen an E-Mails, Telefongespräche, Fax- und Telexübermittlungen weltweit in Realzeit zu scannen. Offiziell existiert Echelon nicht. Bei Nachfragen an die britische oder amerikanische Regierung und deren Geheimdienste bekommen Journalisten und Politiker stets die gleichlautende Antwort, dass die Existenz Echelons weder dementiert noch bestätigt wird. Der Rest ist Schweigen. Das trifft nicht nur auf Amerikaner und Briten zu, sondern auch auf europäische, bzw. deutsche Politiker und zu einem grossen Teil auf deutsche Geheimdienste. So findet sich im Verfassungsschutzbericht 2000 zur NSA und dem Echelonsystem im Kapitel Spionage und sonstige nachrichtendienstliche Aktivitäten kein einziges Wort, dagegen mehr zur GUS und den russischen Geheimdiensten FSB und FAPSI. Andererseits findet sich diese Grafik des Landesamtes für Verfassungschutz Baden-Württemberg in der Broschüre Wirtschaftsspionage - Die gewerbliche Wirtschaft im Visier fremder Nachrichtendienste vom Oktober 1998:

Echelon Karte Verfassungsschutz Baden-Württemberg

In der Broschüre wird dazu ausgeführt:

Die USA besitzen angesichts der Vielzahl persönlicher, geschäftlicher, politischer und militärischer Kontakte in die Bundesrepublik Deutschland geradezu ideale Ausgangsbedingungen für eine umfassende Deutschlandaufklärung. Diese Verbindungen sind vielfach so gut, dass sich der Informationstransfer in der Regel auf gesicherter vertraglicher Basis vollziehen wird (etwa bei deutsch-amerikanischen Beteiligungsgesellschaften) und überhaupt keiner begleitenden nachrichtendienstlichen Ausspähungsaktivitäten mehr bedarf. Gleichwohl haben zahlreiche amerikanische Geheimdienste über Jahrzehnte hinweg personell stark besetzte Stützpunkte - und entsprechend umfangreiche Informationsnetze - im Bundesgebiet aufgebaut. In diesem Zusammenhang ist vor allem der amerikanische Abhördienst „National Security Agency“ zu nennen, der mit über 100.000 Mitarbeitern im übrigen mehr als doppelt so stark ist wie der in der Öffentlichkeit weit aus bekanntere amerikanische Auslandsgeheimdienst CIA (ca. 40.000 Mit arbeiter).

Aus Gründen politischer Rücksichtnahme, wegen des Vorhandenseins bester „natürlicher“ Informationskanäle sowie der Verfügbarkeit hochwertiger Abhörtechniken (bei der NSA) sind amerikanische Dienste in Deutschland eher selten auf von menschlichen Quellen gelieferte Erkenntnisse angewiesen. Die Hauptgefahr dürfte insofern von der NSA ausgehen, die nach amerikanischen Presseberichten bereits 1995 in Wirtschaftsspionageaktivitäten verwickelt gewesen sein soll. Seinerzeit sollen NSA-Abhörexperten anlässlich eines amerikanisch-japanischen Handelsstreits die japanische Verhandlungsdelegation ausspioniert und deren Strategieüberlegungen der amerikanischen Seite rechtzeitig zur Verfügung gestellt haben.

Ausweislich einer vom Europäischen Parlament in Auftrag gegebenen Studie unterhält die NSA aufgrund eines Abkommens aus dem Jahre 1948 (Ukusa-Vertrag) gemeinsam mit Partnerdiensten aus Grossbritannien, Kanada, Australien und Neuseeland das weltumspannende Abhörsystem „Echelon“. Während die zu Zeiten des „Kalten Krieges“ betriebenen Vorläufer dieses Projekts ausschliesslich der Kontrolle militärischer Aktivitäten des früheren Ostblocks gedient hätten, werde „Echelon“ ganz gezielt auch zur Überwachung der multimedialen Kommunikation westeuropäischer Unternehmen eingesetzt. Weder zur Frage der blossen Existenz noch zum potentiellen Leistungsumfang von „Echelon“ existieren offizielle Aussagen der mutmasslichen Betreiber; ebensowenig gibt es allerdings gesicherte Erkenntnisse darüber, ob Überwachungsmassnahmen in dem Umfang - wie sie dem „Echelon“-System nachgesagt werden - technisch überhaupt möglich sind.

Nach Auskunft eines früheren Direktors der NSA verarbeitete das System schon 1992 zwei Millionen Nachrichten pro Stunde und der frühere NSA Agent Wayne Madsen bestätigte, dass die NSA schon 1985 die 100% Abhörbarkeit jeder Kommunikation zu ihrem Hauptziel erklärte. Laut Aussage des Journalisten Duncan Campbell, der auch bei den STOA Berichten mitgearbeitet hat, wurde vergangenes Jahr ein neues Speichersystem mit dem Codenamen SOMBRERO VI für das Echelonsystem in Betrieb genommen, das 1 Petabyte (1 Mio. Gigabyte) an Daten vorhalten kann. Und zur Zeit implementiert die NSA ein Petaplex-System, das 20x soviel Daten speichern kann, um Daten aus dem Internet für 90 Tage zwischenzuspeichern (How the plotters slipped US net).

Offizielle und inoffizielle Bestätigungen

Die hier gesammelten Indizien und Beweise werden vermutlich nicht vollständig sein, zeigen aber auf, dass entgegen der Äusserungen zur Desinformation und Bagatellisierung seitens der weiter oben genannten Personenkreise die Existenz Echelons mindestens seit 1999 bekannt gewesen sein dürfte.

CIA Hauptquartier Das CIA Hauptquartier in Washington. Die CIA tritt zu Echelon wenig in Erscheinung, dürfte aber aufgrund ihres Auslandsauftrages eng mit der NSA zusammenarbeiten. Zudem ist der CIA Direktor auch der Direktor von Central Intelligence (DCI), der Führung der gesamten U. S. Intelligence Community (IC). Foto: Jeff & Kelly Teitel.

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Das „UFO“ Hauptquartier der Government Communications Headquarters (GCHQ) in Cheltenham, Gloucestershire. Einer der britischen Geheimdienste, die Hauptbetreiber des Echelon Netzes sind. Foto: BBC: In pictures: GCHQ's new HQ.

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