TIAS - Seite 3

Bio-ALIRT und Human ID

Bio-Alirt und Humand ID bieten dem TIAS die Möglichkeit, sich neben der menschlichen Sprache biometrische und biologisch-medizinische Daten einzuverleiben.

Bio-ALIRT: Bio-Event Advanced Leading Indicator Recognition Technology / Bio-Surveillance-System

Grafik Bio-Surveillance
Das Bio-Surveillance System

Bio-Surveillance Logo

Im Rahmen des Projektes „Bio-Überwachung“ werden unkonventionelle Datenquellen wie tierische Hinweiszeichen, betriebliche oder schulische Krankenstände, Verhaltensindikatoren und prädiagnostische, medizinische Daten überwacht, per Data Mining ausgewertet und in einem System integriert, das autonom mittels spezieller Algorithmen zur Erkennung von Anzeichen eines biologischen Angriffs die Daten abgleicht und das Ergebnis mit Katastrophenmodellen verbindet. Als Ergebnis liegen Indikatoren vor, die eine frühzeitige Identifizierung einer unnatürlichen Veränderung im Gesundheitszustand der Bevölkerung, die nur auf einen bio-chemischen Angriff schließen lassen, ermöglichen sollen. Die Projektbeschreibung lässt den Rückschluss zu, dass die gesamten Daten des amerikanischen Gesundheitssystems dem TIAS zugänglich gemacht werden sollen.

Angestrebte Realisierung: 4. Quartal 2004.

Human ID: Human ID at a Distance

Grafik HumanID
Das Human ID System

Zahlreiche amerikanische Universitäten forschen für das TIAS Human ID Projekt und profitieren von den Finanzen, die ihnen die DARPA zuweist. Auch die University of Southampton fährt ein Forschungsprogramm mit dem Titel Automatic Gait Recognition for Human ID at a Distance, die University of Texas in Dallas das Human Identification Project, die University of Colorado erprobt die Algorithmen zur Gesichtserkennung, das Georgia Institute of Technology konzentriert sich ebenfalls auf GAIT. Auch das Labor für künstliche Intelligenz des renommierten Massachusetts Institute of Technology (MIT) fehlt natürlich nicht mit einem eigenen Humand ID Projekt. Und…und…und.

Ziel des GAIT Projektes, das auch eine Rolle in der Homeland Defense Strategie spielen soll, ist es, Menschen anhand ihrer Gangart („signature of human motion“) auf eine Entfernung von bis zu 152 Metern zu klassifizieren und zu identifizieren. Tageszeiten und Wetterbedingungen sollen keine Rolle spielen. Dazu sollen video-, aber auch radarbasierte Systeme eingesetzt werden. Letztere versprechen eine „Treffergenauigkeit“ von 95-99%, zur Zeit beträgt sie 80-95%. Siehe auch WIRED: ID Them By the Way They Walk.

CMU GAIT Bild GAIT Projekt USF Infrarot Bild

Linke Abb.: GAIT Human ID Experiment der Carnegie Mellon University, deren Robotics Institute sich speziell mit 3D-Körpererkennung, Identifikation über den Gesichtsausdruck oder hyperspektrale Bildverarbeitung beschäftigt. Abb. Mitte: Vermessung mit Radar im Labor für das GAIT Forschungsprojekt des Georgia Institute of Technology. Rechte Abb.: Die Infrarotaufnahme eines männlichen Kopfes mit Messpunkten im Rahmen des Human ID Projekts der University of South Florida.

Automatisierte, biometrische Identifikationssysteme sollen es bald erlauben, Menschen schon auf großer Distanz zu identifizieren, zu erkennen, aufzuspüren und das nach den Vorstellungen des IAO schneller und präziser als jetzige Systeme. Die Techniken sollen als Früherkennungssysteme für den Schutz von Einsatzkräften und die Verteidigung des amerikanischen Territoriums gegen terroristische, kriminelle oder anderer, durch Menschen ausgelöste Bedrohungen sorgen und so die Erfolgsaussichten solcher Angriffe gegen Einrichtungen und Gebäude des Verteidigungsministeriums vereiteln oder verringern.

Das Human ID Projekt arbeitet mit dem Office of Naval Research (ONR) zusammen, um die Human ID Techniken bei dem Schutz der US-Marinebasis von Bahrain und der im Hafen liegenden Schiffen zu erproben. Weitere Partner bei der Erprobung von Human ID sind u. a. das National Institute of Standards and Technology (NIST), National Institute of Justice (NIJ), DoD Counterdrug Technology Development Program Office, Transportation Security Administration (TSA), Federal Bureau of Investigation (FBI), Central Intelligence Agency (CIA), INSCOM, U.S. Air Force Protection Battle Laboratory und das U.S. Special Operations Command (USSOCOM). Siehe auch Die Körperidentität in der Datenbank für die "Bösen".

Angestrebte, letzte Erprobungsphase: 1. Quartal 2004.

EARS und TIDES

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Das EARS + TIDES System

EARS: Effective, Affordable, Reusable Speech-to-Text

Grafik EARS
Das EARS System

EARS dient der Entwicklung einer „Sprache-zu-Text“ Technik zur automatischen Spracherkennung und -übersetzung, die nach den Versprechungen des IAO im Ergebnis präziser und vom Informationsgehalt reicher sein soll, als bisherige Erkennungs- und Übersetzungssysteme. EARS soll automatisch Dialoge menschlicher Konversationen per Funk oder Telekommunikation erkennen und die als wichtig erachteten Informationsinhalte so extrahieren, zusammenfassen und übersetzen, dass ein direktes Abhören durch einen menschlichen Operator unnötig wird. Das Ergebnis wird anschließend aufbereitet über Applikationen der Geheimdienstnetze abrufbar sein. Fremdsprachige Quellen gleich welcher Art sollen auch kein Problem bei der Verarbeitung der Resultate des EARS Systems darstellen, dafür soll TIDES sorgen.

Angestrebte Realisierung: 2. Quartal 2007.

TIDES: Translingual Information Detection, Extraction and Summarization

Grafik TIDES
Die TIDES Zielsetzung

Das TIDES Programm wird erweiterte Text-und-Audio Sprachverarbeitungssysteme („TAP“) entwickeln, die es englischsprachigen Personen ermöglicht, wichtige Informationen, die in verschiedenen Sprachen in umfangreichen Datenspeichern als Text- oder Tondokument vorliegen, ohne Kenntnis der entsprechenden Sprache zu finden, zu extrahieren und zu interpretieren.

Für das EARS, TIDES und Babylon Programm entwickelt das Information Awareness Center Labor eigene Sprachprozessoren und -verarbeitungssystem wie TAP (Text and Audio Processor), OASIS (Open Audio Source Information System), OnTAP (On-Line Text and Audio Processor) und MiTAP (MITRE Text and Audio Processor).

Angestrebte Realisierung: 1. Quartal 2005.

Einen großen Anteil an der Forschungsarbeit zum TIAS scheint die MITRE Gesellschaft zu haben, die aus dem Massachusetts Institute of Technology's (MIT) Ende der 60er Jahre hervorgegangen ist und innerhalb des Center for Air Force Command and Control Systems (CAFC2S), Center for Integrated Intelligence Systems (CIIS) und dem Washington C3 Center (WC3C) des US-Verteidigungsministeriums für das Verteidigungsministerium an neuen Technologien forscht. Das CIIS unterstützt die amerikanischen Geheimdienste an mehreren Standorten in den USA wie auch weltweit. Auf den Informationswebseiten zu den Technologien, denen sich MITRE widmet, finden sich viele, die auch in den TIA Projekten zum tragen kommen. Als Beispiel die Beschreibung eines MITRE Projekts im Rahmen des TIDES Programms aus dem Jahr 2001:

DARPA TIDES
Lynette Hirschman, Project Leader 781-271-7789
lynette@mitre.org

MITRE is leading an Integrated Feasibility Experiment (IFE) for tracking biomedical events (IFE-Bio), integrating information technology research from multiple groups focused on real-time multilingual information access. This work is part of the DARPA TIDES (Translingual Information Detection, Extraction and Summarization) program.

The goal of IFE-Bio is to capture multiple information sources relevant to the tracking of infectious disease outbreaks, including multilingual sources. We now have an early prototype system running that collects multiple sources of epidemiological information (the Program for Monitoring Emerging Diseases (ProMED) epidemiology newsletter, as well as several newswire feeds, including Spanish language feeds). We use name tagging and phrase tagging to highlight critical information in running text, such as disease names, victims, times, and locations. We are using CyberTrans, an embedded machine translation capability, to translate the foreign language messages. All information is made available through newsgroups and is accessed through an email browser that provides alerts for new messages; the ability to sort incoming messages by subject, source, or time; and the ability to search on the message archives. Underlying the system is MITRE's Catalyst architecture, which provides a seamless integration framework for language processing and information retrieval technologies.

Babylon und Symphony

Für den Soldaten im Kampfeinsatz werden zusätzlich im Nanylon Programm tragbare „Sprache-zu-Sprache“ Übersetzungsgeräte direkt von der DARPA entwickelt. Babylon ist kein eigenständiger Bestandteil des TIA Systems.

Angestrebte letzte Erprobungsphase: 4. Quartal 2004.

TIAS-BABYLON
Generation der Speech-to-Speech Geräte

Der Nachfolger des Babylon Projektes, Symphony, ist ebenfalls kein eigenständiger Bestandteil des TIA Systems. Symphony wird Babylon um Real-Zeit fähige Dialogsysteme erweitern, die auch in Situationen mit mehreren Sprechern, Konferenzen, Maschine-Mensch Dialogen zum Einsatz kommen sollen. Quasi der „Universaltranslator“.

Beginn des Programmes: 2004, angestrebte Realisierung: 2006.

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