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Coronavirus - SARS-CoV-2 - COVID-19 Pandemie

2019 –

SARS-CoV-2 3D

3D Abbildung der SARS-CoV-2 Kryoelektronentomographie-Scans von Nanographics.

Kurve der Todesfälle während der Spanischen Grippe

Todesfälle der drei Wellen der Spanischen Grippe. So viel zu „Hätte man nicht vorhersehen können“



Impfterminvergabe für Ältere > 80 Jahre im bevölkerungsreichsten Bundesland NRW ab 25.01.21, Impterminauswahl am 26.01.21. INKOMPETENZ³ & Rattenrennen für die Bevölkerung als unwürdiges Prozedere, während für Hobbit Laschet und die KVNO das Ganze ein gelungener Start ist.

Wir sind Chaoten und Idioten der Politik auf allen Ebenen ausgeliefert. Versagen im großen Stil von A – Z, vom bitteren Anfang bis zum ausstehenden Ende. Nach dem Ende sollten alle politischen Entscheidungsträger, die an relevanten Entscheidungen im Bereich Gesundheits-, Bevölkerungsschutz-, Wirtschafts- und Finanzpolitik zur Corona-Krise beteiligt waren, durch ein öffentliches Tribunal zur Verantwortung gezogen werden.


Verimpfte Dosen gegen COVID-19 am 28.03.21

Verimpfte Dosen gegen COVID-19 am 28.03.21 laut Our World in Data statt Propaganda der CDU/CSU.

Übrigens werden entgegen der Empfehlungen der Hersteller und der EMA in Impfzentren (und vermutlich auch bei mobilen Impfeinsätzen in Altersheimen u. a.) nicht nur eine zusätzliche Impfdosis aus einer Ampulle (5 + 1) Comirnaty von BioNTech mit Null-Totraum-Spritzen gezogen, sondern zwei (5 + 2). Ich vermute, der Impfstoff wird gestreckt, um mehr Personen im gleichen Zeitraum impfen zu können, was bedeuten würde, dass der Gehalt pro Dosis niedriger ist, als von der EMA und den Herstellern angegeben bzw. empfohlen.

Die Impfzertifikatausgabe über Apotheke läuft auch super. Nach Schlangestehen heißt es von der Apothekerin, man habe keinen Zugriff auf den Server, als würde beim RKI oder sonstwo nur ein hochwichtiger Server stehen, der deshalb permanent zusammenbricht. Dafür kann man sich nach Einwilligungsbestätigung den Impfpass und Personalausweis kopieren lassen, mit denen dann der Abruf nachgeholt wird. Mit einem Abholschein kann dann der Ausdruck des QR-Codes am nächsten Tag abgeholt werden. Wie schön dagegen, wie problemlos eine Retoure über Hermes per QR-Code am gleichen Tag geht. Am nächsten Tag teilt man in der Apotheke mit, das Zertifikat könne nicht ausgestellt werden, da der impfende Arzt im Impfpass nicht den Vakzinnamen, sondern „Covid-19“ eingetragen hat. Auf dem Smartphone wird wie zuvor die Corona WarnApp die CovPass App gelöscht. Bürokratie und Digitalisierung in Deutschland, nicht anders zu erwarten.

Reproduktionszahl R

Reproduktionszahl R Definition
Quelle: Lagebild Gemeinsamer Krisenstab BMI-BMG COVID-19 16.04.2020 oder „Warten auf die 2. Welle
Datum R (S) 95%-Prädikationsintervall v. R N WE †
Unterteilung in stabilen (sensitiven) R-Wert
R = 7-Tage Mittelwert und (S) = 4-Tage Mittelwert d. Nowcasting Schätzung
R (S) Werte bilden Infektionsgeschehen von vor 1 - gut 2 Wochen ab
Nowcasting = Schätzung mit Berücksichtigung d. Verzugs der Fallübermittlung an RKI
N = Neuinfektionen gegenüber Vortag (ohne ~2 – 4x Dunkelziffer lt. Antikörperstudien)
Datum rot, wenn R (S) >= 1 oder N > 6553 (02.04.20). Seit 03.07.21 werden keine R-Werte für Wochenenden veröffentlicht, seit 19.07.21 keine (S)-Werte. Ist der R-Wert ab 03.07.21 vor und/oder nach Wochenenden > 1, werden Wochenenden ebenfalls rot markiert. Historische Daten und Meldungen ab 21.04.20 finden sich im Archiv.
01.10.21 1,10 1,01-1,18 10118 73
02.10.21 8517 SA 66
03.10.21 6164 SO 9
04.10.21 0,98 0,91-1,04 3088 7
05.10.21 0,92 0,86-0,97 4799 90
06.10.21 0,94 0,89-1,00 11547 76
07.10.21 1,01 0,94-1,08 11644 68
Laut RKI Wochenbericht v. 07.10.21 „setzt sich der seit Anfang Juli 2021 beobachtete Anstieg der 7-Tage-Inzidenz derzeit nicht fort. Nach einem leichten Abfall im September stagniert der Wert aktuell. In der vergangenen Woche stieg die 7-Tage-Inzidenz bereits in 11 Bundesländern um bis zu 63 %. Die meisten hospitalisierten Fälle werden weiterhin in der Altersgruppe der 35- bis 59-Jährigen übermittelt, gefolgt von der Altersgruppe der 60- bis 79-Jährigen und seit MW 37 der Altersgruppe 80+-Jährigen. Die Anzahl der Patientinnen und Patienten mit schweren akuten Atemwegsinfektionen in den Altersgruppen 0 bis 4 Jahre sowie 35 bis 59 Jahre sind gestiegen. Und der Anteil von COVID-19-Erkrankungen in den Altersgruppen 35 bis 59 Jahre derjenigen Patientinnen und Patienten mit schweren Atemwegsinfektionen ist weiterhin hoch.

Mit Datenstand vom 06.10.2021 werden 1.357 Personen mit einer COVID-19-Diagnose auf einer Intensivstation behandelt. Bis zum 05.10.2021 (Datenstand 06.10.2021) waren 68 % der Bevölkerung mindestens einmal geimpft und 65 % vollständig geimpft. Darüber hinaus erhielten bisher (nur) 859.169 Menschen eine Auffrischungsimpfung.
08.10.21 1,04 0,96-1,14 10429 86
09.10.21 8854 SA 65
10.10.21 7612 SO 24
11.10.21 0,98 0,91-1,05 3111 7
12.10.21 0,93 0,87-0,99 4971 88
13.10.21 0,96 0,91-1,03 11903 92
14.10.21 1,04 0,95-1,11 12382 72
Laut RKI Wochenbericht v. 14.10.21 „wurden hohe 7-Tage-Inzidenzen (>100 pro 100.000 Einwohner) in den Altersgruppen der 5- bis 19- Jährigen beobachtet; in der Altersgruppe der 10- bis 14-Jährigen liegt die 7-Tage-Inzidenz weiterhin bei über 170/100.000. Regional werden in der Altersgruppe der 10-19-Jährigen 7-Tage-Inzidenzen bis zu 1000 pro 100.000 Einwohner beobachtet. In der Meldewoche (MW) 40/2021 ist die 7-Tage-Inzidenz im Vergleich zur Vorwoche in allen Altersgruppen über 20 Jahren wieder leicht gestiegen, während sie in den Altersgruppen unter 20 leicht gesunken ist. Die höchste Inzidenz hospitalisierter Fälle wurden in MW 40 in der Altersgruppe der ab-80-Jährigen verzeichnet, gefolgt von der Altersgruppe der 60- bis 79-Jährigen. Mit Datenstand vom 13.10.2021 werden 1.400 Personen mit einer COVID-19-Diagnose auf einer Intensivstation behandelt, womit sich über die letzten Wochen ein Plateau der Fallzahl von Patientinnen und Patienten mit COVID-19-Diagnose auf den Intensivstationen abzeichnet.

Bis zum 12.10.2021 (Datenstand 13.10.2021) waren 69 % der Bevölkerung mindestens einmal geimpft und 65 % vollständig geimpft. Darüber hinaus erhielten bisher 1.093.485 Menschen eine Auffrischungsimpfung. Seit der 24. KW sind die wöchentlichen Impfzahlen rückläufig: wurden in KW 23 noch insgesamt 6.082.841 Impfungen verabreicht, so waren es in KW 40 nur noch 914.030.“
15.10.21 1,06 0,98-1,15 11518 65
16.10.21 10949 SA 75
17.10.21 8682 SO 17
18.10.21 1,03 0,96-1,12 4056 10
19.10.21 1,00 0,93-1,07 6771 88
20.10.21 1,07 1,00-1,14 17015 92
21.10.21 1,16 1,06-1,25 16077 67
Laut RKI Wochenbericht v. 21.10.21 „zeichnet sich seit Ende September 2021 wieder ein steigender Trend der 7-Tages-Inzidenzen ab, der in der letzten Woche in fast allen Altersgruppen sichtbar wurde. In der Meldewoche (MW) 41/2021 ist die 7-Tage-Inzidenz im Vergleich zur Vorwoche in allen Altersgruppen mit Ausnahme der 5- bis 9-Jährigen angestiegen. In der Altersgruppe ab 90 Jahren stieg sie nun erstmals seit der 18. MW wieder auf über 50 pro 100.000 Einwohner an. Die höchste Inzidenz hospitalisierter Fälle wurde in MW 41 in der Altersgruppe der ab 80-Jährigen verzeichnet, gefolgt von der Altersgruppe der 60- bis 79-Jährigen. Mit Datenstand vom 20.10.2021 werden 1.482 Personen mit einer COVID-19-Diagnose auf einer Intensivstation behandelt, womit sich über die letzten Wochen ein Plateau bzw. ein sehr leichter Anstieg der Fallzahl von Patientinnen und Patienten mit COVID-19-Diagnose auf den Intensivstationen abzeichnet. Die Zahl der übermittelten Ausbrüche in medizinischen Einrichtungen und in Alten- und Pflegeheimen stieg in der 41. MW im Vergleich zur Vorwoche deutlich an.

Bis zum 19.10.2021 waren (nur) 69 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 66 % vollständig geimpft. Darüber hinaus erhielten bisher (nur) 1.357.677 Menschen eine Auffrischungsimpfung.“
22.10.21 1,28 1,16-1,39 19572 116
23.10.21 15145 SA 86
24.10.21 13732 SO 23
25.10.21 1,17 1,08-1,26 6573 17
26.10.21 1,08 1,01-1,16 10473 128
27.10.21 1,10 1,00-1,19 23212 114
28.10.21 1,20 1,09-1,28 28037 126
Laut RKI Wochenbericht v. 28.10.21 „ist in der Meldewoche (MW) 42/2021 die 7-Tage-Inzidenz im Vergleich zur Vorwoche in allen Altersgruppen deutlich angestiegen. So ist es auch in den höheren Altersgruppen wieder zu einem sprunghaften Anstieg der 7-Tages-Inzidenzen gekommen. Hohe 7-Tage-Inzidenzen (>100 pro 100.000 Einwohner) wurden in den Altersgruppen der 5- bis 49-Jährigen sowie der >90-Jährigen beobachtet. Die mit Abstand höchste Inzidenz hospitalisierter Fälle wurde in MW 42 in der Altersgruppe der ab 80-Jährigen verzeichnet, gefolgt von der Altersgruppe der 60- bis 79-Jährigen. Die Anzahl der in der syndromischen Krankenhaussurveillance erfassten hospitalisierten und intensivpflichtigen Patientinnen und Patienten mit schweren akuten Atemwegsinfektionen (SARI-Fälle) ist insgesamt im Verlauf der letzten Woche in fast allen Altersgruppen stark gestiegen. Zudem ist der Anteil von COVID-19-Erkrankungen an SARI-Fällen weiter gestiegen, auf nun 23 %. Dieser Anteil ist in den Altersgruppen 15 bis 34 Jahre sowie 35 bis 59 Jahre mit 65 % bzw. 63 % besonders hoch. Mit Datenstand vom 27.10.2021 werden 1.768 Personen mit einer COVID-19-Diagnose auf einer Intensivstation behandelt. Damit zeichnet sich über die letzten Wochen ein leichter Anstieg der Fallzahl von Patientinnen und Patienten mit COVID-19-Diagnose auf den Intensivstationen ab. Die Zahl der übermittelten Ausbrüche in medizinischen Einrichtungen und in Alten- und Pflegeheimen stieg auch in der 42. MW im Vergleich zur Vorwoche deutlich an.

Bis zum 26.10.2021 waren (nur) 69 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 66 % vollständig geimpft. Darüber hinaus erhielten bisher (nur) 1.697.713 Menschen eine Auffrischungsimpfung. Die Möglichkeit der Auffrischimpfung (Booster-Impfung) sollte von Personengruppen genutzt werden, für die die STIKO dies empfiehlt.“
29.10.21 1,25 1,14-1,35 24668 121
30.10.21 21543 SA 90
31.10.21 16887 SO 33
01.11.21 1,09 1,01-1,19 9658 23
02.11.21 0,99 0,92-1,05 10813 81
03.11.21 0,95 0,89-1,01 20398 194
04.11.21 1,01 0,95-1,07 33949 165
Laut RKI Wochenbericht v. 04.11.21 „ist in der Meldewoche (MW) 43/2021 die 7-Tage-Inzidenz im Vergleich zur Vorwoche erneut deutlich in allen, auch in den höheren Altersgruppen angestiegen. Ein sprunghafter Anstieg ist in der aktuellen Woche in der Altersgruppe zwischen 10 und 14 Jahren von 240 auf 356 pro 100.000 zu beobachten. In den Altersgruppen zwischen 5 und 24 Jahren sowie 40 und 44 Jahren liegt die 7-Tage-Inzidenz nun bei über 200 pro 100.000 Einwohnern. Die mit Abstand höchste Inzidenz hospitalisierter Fälle wurde in MW 42 in der Altersgruppe der ab 80-Jährigen verzeichnet, gefolgt von der Altersgruppe der 60- bis 79-Jährigen. Mit Datenstand vom 03.11.2021 werden 2.226 Personen mit einer COVID-19-Diagnose auf einer Intensivstation behandelt. Damit zeichnet sich über die letzten Wochen ein deutlicher Anstieg der Fälle mit COVID-19-Diagnose auf den Intensivstationen ab. Die Zahl der übermittelten Ausbrüche mit 792 neuen COVID-19-Fällen in medizinischen Einrichtungen und 1.264 Fällen in Alten- und Pflegeheimen stieg auch in der 43. MW im Vergleich zur Vorwoche weiter an.

Bis zum Impftag 02.11.2021 (Datenstand 03.11.2021) sind (nur) 69,5 % der Bevölkerung mindestens einmal geimpft und (nur) 66,8 % vollständig geimpft. Darüber hinaus erhielten bisher (nur) 2.199.521 Menschen eine Auffrischungsimpfung. Geschätzte Impfeffektivität (ohne Booster-Impfung) gegen weitere COVID-19-assoziierte Endpunkte für den Zeitraum der letzten vier Wochen (40.-43. KW): Schutz vor Hospitalisierung: ca. 89 % (Alter 18-59 Jahre) bzw. ca. 85 % (Alter ≥60 Jahre); Schutz vor Behandlung auf Intensivstation: ca. 94 % (Alter 18-59 Jahre) bzw. ca. 90 % (Alter ≥60 Jahre); Schutz vor Tod: ca. 92 % (Alter 18-59 Jahre) bzw. ca. 86 % (Alter ≥60 Jahre).

Laut einer Studie der Clalit Krankenkasse in Israel vom 29.10.21 mit 728000 Personen mit BioNTech Booster-Impfung und 728000 Personen mit 2-fach BioNTech-Impfung (Durchschnittsalter 52 Jahre) geschätze Impfeffektivität der Booster-Impfung im Vergleich zur 2-fach Impfung: Schutz vor Hospitalisierung: 93 %; Schutz vor Behandlung auf Intensivstation (schwerer Verlauf): 92 %; Schutz vor Tod: 81 %.
Wo ist die Studie des RKI oder der STIKO?

Das Robert Koch-Institut schätzt die Gefährdung für die Gesundheit der nicht oder nur einmal geimpften Bevölkerung in Deutschland insgesamt als sehr hoch ein. Für vollständig Geimpfte wird die Gefährdung als moderat, aber aufgrund der steigenden Infektionszahlen ansteigend eingeschätzt.

05.11.21 1,11 1,02-1,20 37120 154
Die Gesundheitsministerkonferenz der Bundesländer und des Bundesgesundheitsministeriums führen in ihrem Beschluss vom 05.11.21 unter Punkt "Zukunft der Nationalen Impf- und Teststrategie – Schutz vulnerabler Gruppen" zum Thema Booster-Impfungen aus, dass „zahlreiche wissenschaftliche Studien die höhere Schutzwirkung von Auffrischimpfungen durch die Optimierung der Grundimmunität vor einer COVID-19-Infektion belegen. Solle es dennoch zu einer Infektion kommen, bieten sie einen gesteigerten Schutz vor einem schweren Krankheitsverlauf und führen gleichzeitig zu einer niedrigeren Virenlast und damit zu einer geringen Infektiosität.“ Ergänzend zu den in den Beschlüssen vom 02.08.21 und 06.09.21 genannten Personenkreisen „können im Rahmen der vorhandenen Kapazitäten und nach ärztlicher Beurteilung und Entscheidung Auffrischimpfungen grundsätzlich allen Personen angeboten werden, die diese nach Ablauf von sechs Monaten nach Abschluss der ersten Impfserie wünschen.“

Wird auch Zeit, nachdem das vor zweieinhalb Monaten von Spahn „erwogen“ wurde … wie immer, wie mit allem auf den letzten Drücker. Ein paar Vorschläge, was man jetzt, sofort (eigentlich vor Wochen) umsetzen müsste, bevor die 4. Welle ihren Scheitelpunkt erreicht: Impfpflicht für alle, für die keine Gegenindikation vorliegt oder allgemein 1G, kategorisch 2G+ statt 3G, sofortiges Hochfahren aller Impfzentren, die man niemals hätte runterfahren dürfen, sofortiges kostenloses Testen, sofortige Booster-Impfungen in allen möglichen Standorten ohne Priorisierung, denn „es ist genug Impfstoff für alle“ da, mehr Stichproben-Kontrollen der Regeleinhaltung an allen 2G-Orten usw. statt aktionistischem Pseudo-Getue und wochenlangem Gefasel diverser Politiker.
06.11.21 34002 SA 142
07.11.21 23543 SO 37
08.11.21 1,13 1,03-1,21 15513 33
Am 08.11.21 seit Beginn der Pandemie bundesweit höchste 7-Tage-Inzidenz von 201,1 Fällen pro 100000 Einwohner.

Die STIKO spricht sich in ihrer letzten Impfempfehlung zu Booster-Impfungen dafür aus, Auffrischungsimpfungen zuerst nur bei allen über 70-Jährigen, Personen mit Immundefizienz, Pflegepersonal und medizinisches Personal mit Patientenkontakten durchzuführen. Mittelfristig solle auch allen anderen Grundimmunisierten eine Auffrischimpfung nach absteigendem Lebensalter angeboten werden, worfür man zeitnah eine weitere Impfempfehlung geben würde … während die 4. Welle gerade voll durchschlägt, mahlen die Mühlen in Deutschland weiter langsam.
09.11.21 1,07 0,98-1,15 21832 169
10.11.21 1,07 1,00-1,15 39676 236
11.11.21 1,16 1,07-1,25 50196 235
Am 11.11.21 seit Beginn der Pandemie erstmalig > 50000 Neuinfektionen

Laut RKI Wochenbericht v. 11.11.21 „hat sich der seit Ende September 2021 beobachtete, steigende Trend der 7-Tages-Inzidenzen in den letzten Wochen deutlich beschleunigt. Die aktuellen Fallzahlen sind schon jetzt höher als alle bisher auf den Höhepunkten der vorangegangenen Erkrankungswellen verzeichneten Werte. Leider zieht dieser hohe Infektionsdruck in der Bevölkerung auch ein deutliches Ansteigen der schweren Krankheitsverläufe und der Todesfälle nach sich und macht das Auftreten von Impfdurchbrüchen wahrscheinlicher. Es ist damit zu rechnen, dass sich der starke Anstieg der Fallzahlen innerhalb der nächsten Wochen fortsetzen wird, wenn die Bevölkerung nicht durch die freiwillige Reduktion von potentiell infektiösen Kontakten im privaten Bereich und Beachtung der Basismaßnahmen in allen anderen Lebensbereichen mithilft, den momentanen Infektionsdruck auf alle, geimpfte wie ungeimpfte Personen, zu mindern.

Mit Datenstand vom 10.11.2021 werden 2.739 Personen mit einer COVID-19-Diagnose auf einer Intensivstation behandelt. Damit zeichnet sich über die letzten Wochen ein deutlicher Anstieg der Fälle mit COVID-19-Diagnose auf den Intensivstationen ab. Die Zahl der übermittelten Ausbrüche mit 725 neuen COVID-19-Fällen in medizinischen Einrichtungen blieb ähnlich hoch, die Zahl der Fälle in Alten- und Pflegeheimen hingegen stieg weiter auf 1.636 Fälle in der 44.MW an.

Bis zum 09.11.2021 waren (nur) 70 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 67 % vollständig geimpft. Darüber hinaus erhielten bisher (nur) 3.037.757 (3,7 %) Menschen eine Auffrischimpfung (z. Vgl. Israel: 40 – 50 %). Der rückläufige Trend der Impfinanspruchnahme scheint gestoppt. In KW44 wurden insgesamt wieder 1.194.351 Impfungen registriert. Der Anstieg ist vor allem auf die Auffrischimpfungen zurückzuführen.

Die aktuelle Entwicklung ist sehr besorgniserregend und es ist zu befürchten, dass es zu einer weiteren Zunahme schwerer Erkrankungen und Todesfälle kommen wird und die verfügbaren intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten überschritten werden. Das RKI rät dringend dazu, größere Veranstaltungen möglichst abzusagen oder zu meiden, aber auch alle anderen nicht notwendigen Kontakte zu reduzieren.“

Im Positionspapier "Nachhaltige Strategien gegen die COVID-19-Pandemie in Deutschland im Winter 2021/2022" skizziert eine große Gruppe von interdisziplinären Experten Strategien gegen die Ausbreitung von SARS-CoV-2 im Winter 2021/2022 in Deutschland. Wir geben einen Überblick über den aktuellen Stand der COVID-19-Pandemie, von der Inzidenz über die Impfeffizienz bis hin zur Krankenhauskapazität. Aufbauend auf dieser Lagebeurteilung zeigen wir verschiedene mögliche Szenarien für den Winter auf und erläutern die Mechanismen und die Wirksamkeit nicht-pharmazeutischer Interventionen, der Impfung und der Auffrischungsimpfung. Mit dieser Bewertung wollen wir den politischen Versagern Entscheidungsträgern eine Orientierung über den Verlauf und die Möglichkeiten der Eindämmung von COVID-19 geben (Zusammenfassung der ZEIT).
12.11.21 1,22 1,11-1,32 48640 191
13.11.21 45081 SA 228
Zeitstrahl RKI Wochenbericht 11.11.21

Unter der Federführung des Kölner Internisten Michael Hallek und der Braunschweiger Virologin Melanie Brinkmann haben insgesamt 35 Forscher aus ganz Deutschland den gemeinsamen Aufruf unterschrieben, darunter die bekannten Intensivmediziner Christian Karagiannidis und Uwe Janssens. Der Konsens: „Wir empfinden eine tiefe Enttäuschung über die Gefährdung des gesellschaftlichen Zusammenhalts und über den wiederholt nachlässigen Umgang mit dem Wohlergehen der Menschen, die auf den Schutz des Staates angewiesen sind.“ Und weiter: „Es ist für uns unverständlich, dass die politischen Versager Verantwortungsträger dieses Landes eine solche Situation zugelassen haben.“

Aufruf der Münchner Kliniken am 12.11.21 Aufruf der Münchner Kliniken am 12.11.21

14.11.21 33498 SO 55
15.11.21 1,09 1,00-1,19 23607 43
Am 15.11.21 beträgt die bundesweite 7-Tage-Inzidenz 303 Fälle pro 100000 Einwohner und >3000 Personen werden auf Intensivstationen behandelt.
16.11.21 1,05 0,98-1,12 32048 265
17.11.21 1,04 0,96-1,12 52826 294
18.11.21 1,08 1,00-1,16 65371 264
Analyse und Brandrede von RKI-Präsident Lothar Wieler (Zusammenfassung der ZEIT) zum allgemeinen Staatsversagen vor und in der 4. Welle und was jetzt zu tun sei (bzw. seit dem Sommer zu tun war). Zur Ergänzung ein Interview mit Ralf Berning, Gesundheits- und Krankenpfleger auf der Intensivstation am ev. Klinikum Bethel in Bielefeld und der Kommentar Corona-Drama in Deutschland: Schlimmer geht’s immer in der taz.

DIVI-Intensivregister 19.11.21 DIVI-Intensivregister 19.11.21


Die STIKO empfielt – nachdem sie sich viel Zeit gelassen hat – endlich „ab sofort allen Personen ab 18 Jahren die COVID-19-Auffrischimpfung“ (Booster-Impfung) mit einem mRNA-Impfstoff (BioNTech, Moderna) und „ruft alle bisher Nicht-Geimpften dringend auf, das COVID-19-Impfangebot wahrzunehmen. Die Auffrischimpfung dient sowohl dem Selbstschutz als auch dem Schutz der Mitmenschen und lässt einen längerfristigen robusten Impfschutz erwarten. Die epidemiologische Auswirkung durch eine verminderte Transmission wird erst bei hohen Impfquoten bei Auffrischimpfungen deutlich wirksam werden“ erklärt die STIKO, macht aber die Einschränkung, „folgenden Personengruppen prioritär eine Auffrischimpfung anzubieten: Personen mit Immundefizienz, Personen im Alter von ≥ 70 Jahren, Bewohner und Betreute in Einrichtungen der Pflege für alte Menschen sowie Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen (was eh bereits der Fall ist).“

Laut RKI Wochenbericht v. 18.11.21 „lag die Rate akuter Atemwegserkrankungen (ARE-Rate) in der 45. KW 2021 bei 6,2 % und damit bei ca. 6.200 ARE pro 100.000 Einwohnern. Dies entspricht einer Gesamtzahl von ca. 5,2 Millionen akuten Atemwegserkrankungen in der Bevölkerung in Deutschland. Dies lässt da rauf schließen, dass die Zahl der Kontakte, bei denen Atemwegsinfektionen übertragen werden können, aktuell wieder genauso hoch ist wie in den zwei Wintern vor der COVID-19-Pandemie. Im gleichen Zeitraum 2020 war die Häufigkeit von akuten respiratorischen Erkrankungen aufgrund der ein geschränkten Kontakte noch deutlich vermindert.

Mit Datenstand vom 17.11.2021 werden 3.376 Personen mit einer COVID-19-Diagnose auf einer Intensivstation behandelt. Damit zeichnet sich über die letzten Wochen ein deutlicher Anstieg der Fälle mit COVID-19-Diagnose auf den Intensivstationen ab. Innerhalb der letzten Woche vom 10.11. 17.11.2021 gab es eine Zunahme um 637 Personen. Sowohl die Zahl der übermittelten Ausbrüche in medizinischen Einrichtungen als auch in Alten- und Pflegeheimen stieg in der 45. MW im Vergleich zur Vorwoche an, was zu 829 neuen erfassten COVID-19-Fällen in medizinischen Einrichtungen und 1.932 Fällen in Alten und Pflegeheimen führte.

Bis zum 16.11.2021 waren weiterhin (nur) 70 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 68 % vollständig geimpft. Darüber hinaus erhielten bisher (nur) 4.368.783 (5,3 %) Menschen eine Auffrischimpfung. Der rückläufige Trend der Impfinanspruchnahme zwischen KW23 (über 6 Mio Impfungen) und KW42 (894.819 Impfungen) scheint gestoppt. Seit drei Wochen steigen die Impfzahlen wieder an und in KW45 wurden insgesamt 1.761.115 Impfungen registriert. Der Anstieg ist vor allem auf die Auffrischimpfungen zurückzuführen.

Die aktuelle Entwicklung ist sehr besorgniserregend und es ist zu befürchten, dass es zu einer weiteren Zunahme schwerer Erkrankungen und Todesfälle kommen wird und die verfügbaren intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten überschritten werden. Dies betrifft auch die intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten für schwere Erkrankungen anderer Ursache. Das RKI rät dringend dazu, größere Veranstaltungen und enge Kontaktsituationen wie z.B. Tanzveranstaltungen und Clubs abzusagen bzw. zu meiden, aber auch alle anderen nicht notwendigen Kontakte zu reduzieren. Insbesondere vor notwendigen Kontakten zu Personen mit einem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf (ältere Personen, chronisch Kranke) sollte unabhängig vom Impf- oder Genesenenstatus ein Test durchgeführt werden. Bei den hohen gegenwärtigen 7-Tage-Inzidenzen besteht eine zunehmende Wahrscheinlichkeit infektiöser Kontakte in allen Lebenssituationen. Daher wird dringend empfohlen, das Impfangebot gegen COVID-19 wahrzunehmen und hierbei auf einen vollständigen Impfschutz zu achten. Insbesondere die Möglichkeit der Auffrischimpfung (Boosterimpfung) sollte möglichst rasch von allen Personengruppen entsprechend der Empfehlungen der STIKO genutzt werden.“

Neben Whitewashing-Propaganda zum eigenen Versagen haben Bundesregierung und Bundesländer am 18.11.12 beschlossen:
  • Appelle an Bundesbürger, sich impfen zu lassen (statt Impfpflicht)
  • allgemeine Impfpflicht für Mitarbeiter in Einrichtungen der Eingliederungshilfe, Alten- und Krankenpflege geplant
  • generell täglicher Test in Alten- und Pflegeheimen für Mitarbeiter und Besucher
  • 2x Test für Mitarbeiter in anderen Unternehmen, falls kein Homeoffice
  • Hochziehen der Impfangebot-Infrastruktur (die vorher eingestampft wurde)
  • 3G am Arbeitsplatz und im ÖPNV (nicht praktikabel, da nicht umfassend kontrollierbar)
  • für 5 Tage (nicht umfassend kontrollierbare) eingeschränkte 3G Regel an Orten bei Hospitalisierungsrate v. 3, eingeschränkte 2G plus Regel bei Hospitalisierungsrate v. 6 & weitere Maßnahmen nach IfSG der Länder ab Hospitalisierungsrate v. 9 – Hospitalisierungsrate: 7-Tage Inzidenz d. Neuaufnahmen/100000 Einwohner (bloß keine lokalen Lockdowns oder gar Shutdown, Mittel politischer Desinformation und Verzögerungstaktik)
  • Verbesserung der Rahmenbedingungen und der Entlohnung in der Pflege, neue Bonuszahlung (es darf wieder geklatscht werden, leere Versprechungen bleiben)
  • Hilfseinsätze von Bundeswehr und Technisches Hilfswerk (wenn es noch schlimmer wird)
  • Evaluierung der Maßnahmen nach IfSG beim nächsten Treffen am 09.12.21
19.11.21 1,10 1,01-1,19 52970 201
Nach dem Bundestag am 18.11.21 hat auch der Bundesrat am 19.11.21 den Änderungen (Drucksache 20/15 und 20/78) des Infektionsschutzgesetzes (IfSG), die SPD, FDP und Grüne initiiert hatten und damit der Beendigung der „Epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ nach Bevölkerungsschutzgesetz (BeVSchG) zugestimmt. Die Änderungen im Bereich der Maßnahmen entsprechen den letzten Beschlüssen von Bund und Ländern am 18.11.21. Mit der Änderung können Bundesländer allerdings keine Reiseverbote, Ausgangssperren, Lockdowns inklusive Geschäftsschließungen oder Beherbergungsverbote mehr verfügen oder Kitas und Schulen nur im Ausnahmefall bei lokalen Ausbrüchen schließen.

Währenddessen verordnen einzelne Bundesländer wegen der epidemischen Lage bereits lokale Lockdowns, Ausgangssperren, Kontaktbeschränkungen und 2G. Bis Mitte Dezember bleiben trotz der Änderungen des IfSG jetzt beschlossene Verschärfungen gültig. Österreich geht ab Montag für 20 Tage in einen landesweiten Shutdown und plant, Anfang 2022 eine allgemeine Impfpflicht einzuführen. Wie auch in Deutschland aufgrund zu geringer Impfquote und allgemeinem Staatsversagen.

Einer der Mitverursacher der akuten Notlage, Gesundheitsminister Spahn rennt den Fachleuten hinterher und lautsprecht auf einer Pressekonferenz: „Wir sind in einer nationalen Notlage, die eine nationale Kraftanstrengung braucht“ und verweist auf die bekloppte Hospitalisierungsinzidenz als den Leitindikator zum Handeln. RKI-Präsident Lothar Wieler: „Es geht hier schon lange nicht mehr um einzelne regionale Ausbruchsgeschehen - ganz Deutschland ist ein einziger großer Ausbruch, das ist eine nationale Notlage. Wir müssen jetzt die Notbremse ziehen“ – die gibt es nicht mehr.
20.11.21 63924 SA 248
21.11.21 42727 SO 75
22.11.21 1,07 1,00-1,16 30643 62
Heute ein Telefongespräch der medizinischen Fachangestellten beim Hausarzt mitbekommen, die eh alle rote Ohren von zu viel Dumbo Corona-Anrufen haben: „Nein, wird vermutlich Moderna… Nein, das ist genauso gut wie Biontech … wir haben nun mal kein Biontech… der Gesundheitsminister Spahn…“ usw. usf. Für sein desaströses Kommunikationsunvermögen gehörte der ja bereits geteert und gefedert. Aber wenn die Leute wenigstens wüssten, dass Moderna sogar effizienter ist als Biontech, man aber ggf. stärkere Impfreaktionen bei allergischer Prädisposition hat oder andere Komplikationen, weil „der Stoff etwas härter als Biontech ist“ (Konzentration usw.), was man im Arztgespräch abklären kann und was man alles hätte kommunizieren können, wäre nicht nur den Fachangestellten in den Praxen, sondern auch den verunsicherten Leuten geholfen. Aber vielleicht will man ja den heimischen Heroes von Biontech nicht an die Karre fahren.
23.11.21 1,04 0,96-1,12 45326 309
24.11.21 1,01 0,94-1,08 66884 335
Am 24.11.21 beträgt die bundesweite 7-Tage-Inzidenz 404,5 Fälle pro 100000 Einwohner und 3987 Personen werden auf Intensivstationen behandelt.
25.11.21 1,04 0,96-1,12 75961 351
Seit Beginn der Pandemie bzw. März 2020 sind in Deutschland > 100000 Menschen in Verbindung mit einer COVID-19-Erkrankung gestorben.

Inneres einer A310 MedEvac d. Luftwaffe Wie schlimm ist es? So schlimm: Inneres einer A310 MedEvac d. Luftwaffe, mit der COVID-19-Patienten zu Krankenhäusern transportiert werden, die noch freie Intensivkapazitäten haben

Nach der Priorisierung („latente“ Triage) der Patienten in Krankenhäusern beginnt aufgrund lokaler Überlastungen der Intensivstationen die Verlegung von Patienten – zuerst nach dem Kleeblattkonzept in benachbarte Bundesländer. Reicht das nicht aus, auch bundesweit. Reicht das nicht aus, wird wohl offiziell Triage, d. h. Selektion nach ethisch-medizinischen Kriterien, durchgeführt werden müssen.

RKI Wochenbericht
SARS-CoV-2 VOC/VOI Mutantenanteile SARS-CoV-2 Fallverteilung SARS-CoV-2 Hospitalisierung

Laut RKI Wochenbericht v. 25.11.21 „hat die Summe der Todesfälle seit Beginn der Pandemie jetzt die Zahl von 100.000 überschritten. Aufgrund des hohen Infektionsdrucks in der Bevölkerung sind vulnerable Gruppen sowie Menschen in den höheren Altersgruppen immer stärker betroffen. In der Meldewoche (MW) 46/2021 ist die 7-Tage-Inzidenz im Vergleich zur Vorwoche weiterhin deutlich in allen Altersgruppen, auch in den höheren, angestiegen. Die höchsten Werte werden bei Kindern und Jugendlichen in den Altersgruppen von 5-9 und 10-14 Jahren erreicht mit Werten von über 800 bzw. 900/100.000. Nach einem kurzzeitigen Rückgang während der Herbstferien wird jetzt ein sehr rascher Anstieg beobachtet mit 1.265 übermittelten Schulausbrüchen innerhalb der letzten vier Wochen (MW 43-46/2021). In fast allen Landkreisen (406) liegt die 7-Tage-Inzidenz über 100 Fällen pro 100.000 Einwohnern, in 144 Landkreisen mittlerweile über 500 pro 100.000 Einwohnern. Es ist damit zu rechnen, dass sich der starke Anstieg der Fallzahlen innerhalb der nächsten Wochen fortsetzen wird. Der Anteil positiv getesteter Proben unter den in den Laboren durchgeführten PCR-Tests steigt weiter beträchtlich an (Kalenderwoche (KW) 46: 19,9 %; KW 45: 17,3 %) bei jetzt wieder deutlich höherer Anzahl durchgeführter Tests. Dies spricht dafür, dass die tatsächlichen Fallzahlen erheblich über den gemeldeten Fällen liegen (Dunkelziffer).

Das Risiko einer schweren Erkrankung mit Krankenhauseinweisung und, in manchen Fällen, das Risiko eines tödlichen Verlaufs ist bei den älteren Altersgruppen weiterhin am höchsten, steigt aber bereits bei den ab 50-Jährigen gegenüber jüngeren Erwachsenen deutlich an. Der Anteil der in der syndromischen Krankenhaussurveillance erfassten hospitalisierten und intensivpflichtigen Fälle mit schweren akuten Atemwegsinfektionen (SARI-Fälle) mit COVID-19 ist seit der KW 41/2021 wieder kontinuierlich angestiegen und liegt in der KW 46/2021 bei insgesamt 48 %. Der Anteil von COVID-19-Fällen unter allen intensivpflichtigen SARI-Patientinnen und -Patienten ist in KW 46/2021 mit insgesamt 80 % sehr hoch. Über die letzten Wochen ist ein rascher Anstieg der Fälle mit COVID-19-Diagnose auf den Intensivstationen zu beobachten. Mit Datenstand vom 24.11.2021 werden nach Daten aus dem Intensivregister 4.070 Personen mit einer COVID-19-Diagnose auf einer Intensivstation behandelt. Dieser Wert ist höher als im gleichen Zeitraum des letzten Jahres. Gleichzeitig stehen aktuell, insbesondere aufgrund von Personalengpässen, weniger Intensivplätze als im letzten Jahr zur Verfügung.

Sowohl die Zahl der übermittelten Ausbrüche in medizinischen Einrichtungen als auch in Alten- und Pflegeheimen stieg in KW 46/2021 im Vergleich zur Vorwoche an, was zu 835 neuen erfassten COVID-19-Fällen in medizinischen Einrichtungen und 2.069 Fällen in Alten- und Pflegeheimen führte.

Bis zum 23.11.2021 waren weiterhin (nur) 71 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 68 % vollständig geimpft. Darüber hinaus erhielten bisher (nur) 6.641.501 (8,0 %) Menschen eine Auffrischimpfung. Der rückläufige Trend der Impfinanspruchnahme zwischen KW 23 (6,1 Mio. Impfungen) und KW 42 (896.738 Impfungen) ist gestoppt. Seit vier Wochen steigen die Impfzahlen, hauptsächlich zurückzuführen auf Auffrischimpfungen, wieder an und in KW 46 wurden insgesamt 2.620.501 Impfungen registriert.“

Die EMA (European Medicines Agency) hat die Empfehlung ausgesprochen, Kinder im Alter von 5 – 11 Jahren mit BioNTechs Comirnaty mRNA Vakzin 2x zu impfen. Die Dosis umfasst 10 Mikrogramm im Gegensatz zu 30 Mikrogramm bei Kindern ab 12 Jahren. Nach einer Studie, in der 1305 Kinder geimpft wurden, von denen 3 COVID-19 entwickelten, bewertet die EMA die Effizienz der Impfung gegen eine symptomatische COVID-19 Erkrankung mit 90.7% (mögliche Spannbreite 67.7% – 98.3%). Die STIKO beabsichtigt, die Erfahrungen mit bereits laufenden Impfungen von Kindern in den USA, Kanada und Israel auszuwerten und bis zum 20.12.21 ihre Impfempfehlung vorzulegen. Ab dann stehen laut BMG 2,4 Millionen Dosen für Kinder zur Verfügung. S. a. Evaluation of the BNT162b2 Covid-19 Vaccine in Children 5 to 11 Years of Age.

In Südafrika und Botswana wurde die neue SARS-CoV-2 Variante B.1.1.529 identifiziert, die für einen rapiden Anstieg an Infektionen in der südafrikanischen Provinz Gauteng verantwortlich gemacht wird. Die WHO hat die Variante als „Omikron“ benannt und als VOC (variant of concern) eingestuft, wie das RKI in der Information zur neuen besorgniserregenden Virusvariante Omicron (B.1.1.529) mitteilte. Der Direktor der KwaZulu-Natal Research and Innovation Sequencing Platform (KRISP), Tulio de Oliveira, teilte zur neuen Variante mit: Diese Variante hat uns überrascht, sie hat einen großen Sprung in der Evolution, viel mehr Mutationen als wir erwartet hatten, besonders nach einer sehr schweren dritten Welle von Delta. Die B.1.1.529-Variante weist eine sehr ungewöhnliche Konstellation von Mutationen auf, mit mehr als 30 Mutationen allein im Spike-Protein. Auf dem ACE2-Rezeptor weist die neue Variante 10 Mutationen auf. Im Vergleich dazu weist die Beta-Variante drei und die Delta-Variante zwei Mutationen auf. Laut Richard Lessells, einem Spezialisten für Infektionskrankheiten bei KRISP weist die Variante Ähnlichkeiten mit den Lambda- und Beta-Varianten auf, die mit einer angeborenen Umgehung der Immunität in Verbindung gebracht werden. Lessells weiter: „All diese Dinge geben uns Anlass zur Sorge, dass diese Variante nicht nur eine verbesserte Übertragbarkeit aufweist, sich also effizienter ausbreitet, sondern auch in der Lage sein könnte, Teile des Immunsystems und den Schutz, den wir in unserem Immunsystem haben, zu umgehen.“

Es sei an die C.1.2 Variante erinnert, die im August 2021 ebenfalls in Gauteng auftrat und ebenfalls eine signifikante Anzahl an Mutationen aufweist, die auch in einer Reihe von VOC/VOIs zu finden sind, aber im weiteren Verlauf global nicht weiter in Erscheinung trat.

26.11.21 1,08 1,00-1,16 76414 357
27.11.21 67125 SA 303
Vor dem Hintergrund „einer erneuten, verschärften Eskalation der Covid-19-Krise“ in der 4. Welle und des damit einhergehenden Staatsversagens hat die Nationalakademie Leopoldina ihre Ad-hoc-Stellungnahme zur Eindämmung der vierten Welle Coronavirus-Pandemie: Klare und konsequente Maßnahmen – sofort! vorgelegt. In ihr fordern die Wissenschaftler vom Staat:
  • die Einbeziehung anderer medizinischer Berufsgruppen in die Impftätigkeit (Apotheker, Amtsärzte, Zahnärzte, Pflegekräfte und Hebammen), ggf. mit fachlicher und logistischer Unterstützung der Bundeswehr, des THW und anderer anerkannter privater Hilfsorganisationen in der Katastrophenvorsorge
  • die flächendeckende Wiedereinrichtung von Impfzentren mit langen Öffnungszeiten
  • eine weitere Verstärkung „aufsuchender Impfangebote” an Orten mit hohem Personenaufkommen (z.B. Bahnhöfe, Ämter, Einkaufszentren), an sozialen Brennpunkten, in Seniorenheimen sowie für Personen, die sich vornehmlich im häuslichen Bereich aufhalten
  • die rasche Einführung einer berufsbezogenen Impfpflicht für Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte und medizinische Fachberufe sowie weiterer Multiplikatorengruppen
  • die Vorbereitung zur Einführung einer allgemeinen Impfpflicht unter Berücksichtigung der dafür erforderlichen rechtlichen und sozialen Rahmenbedingungen
  • Strikte Kontaktreduktion im privaten Bereich, in Innenräumen und in Situationen, in denen viele Menschen zusammenkommen (z.B. Bars, Clubs, Veranstaltungen)
  • Wo sich persönliche Kontakte nicht vermeiden lassen, ist eine generelle Maskenpflicht idealerweise mit FFP2-Masken – sowie eine konsequente Durchsetzung der 2G-Regeln und Anwendung der AHA+L-Regeln unvermeidlich
  • Streng kontrollierte 2G-Regelung und eine Anwendung der AHA+L-Regeln in öffentlich zugänglichen Innenräumen und bei Veranstaltungen, mit Ausnahme von Räumlichkeiten lebensnotwendiger Infrastrukturen (Supermärkte, Arztpraxen etc.). Wenn eine Einhaltung der 2G-Regeln nicht garantiert werden kann, müssen Veranstaltungen abgesagt werden
  • Generelle Maskenpflicht mit FFP2-Masken in für die Öffentlichkeit zugänglichen Innenräumen auch unter 2G-Regeln
  • Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte, auch im Privatbereich
  • eine ausnahmslose Maskenpflicht für Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler aller Klassenstufen während des gesamten Aufenthalts in den Schulgebäuden
  • regelmäßige Tests (mind. 3x wöchentlich) zur frühen Erkennung und Vermeidung von Übertragungen
  • ein Vorziehen der Weihnachtsferien

In der Stellungnahme heißt es weiter: „Die jüngste Novellierung des Infektionsschutzgesetzes (IfSG) und das Auslaufen der „epidemischen Lage nationaler Tragweite“ haben erhebliche rechtliche Änderungen für die Maßnahmen zur Pandemiebekämpfung bewirkt. Problematisch ist dabei, dass auch bei extrem hohen Inzidenzwerten und Hospitalisierungsraten bestimmte generelle Maßnahmen nicht mehr ergriffen werden dürfen. Dies gilt für die flächendeckende Untersagung von Veranstaltungen, Ansammlungen, Aufzügen, Versammlungen sowie religiösen oder weltanschaulichen Zusammenkünften, Reisen, Übernachtungsangeboten (Hotels), Gastronomie sowie von Betrieben, Gewerben, Einzel oder Großhandel und anderem. Das schwerwiegendste Defizit des novellierten IfSG besteht darin, dass keine Kriterien (Inzidenzwerte o.ä.) mehr aufgeführt sind, wann die Länder bestimmte Maßnahmen ergreifen dürfen oder müssen.“

Zur Frage von nötigen Freiheitseinschränkungen und der Einführung einer allgemeinen Impflicht heißt es am Ende der Stellungnahme: „Wenn die Unterzeichner dieser Adhoc-Stellungnahme vor dem Hintergrund der Wertfragen für Freiheitseinschränkungen in Form von Impfpflichten und drastischeren Kontaktbeschränkungen plädieren, dann geschieht dies in der Überzeugung, dass die hierzu führenden Abwägungen im Einklang mit Grundwerten und Prioritäten stehen, die von der Mehrheit der Bevölkerung mit guten Gründen geteilt werden. Auch die Einführung einer allgemeinen Impfpflicht ist unter den aktuellen, vor einem Jahr so nicht vorhersehbaren Umständen ethisch und rechtlich gerechtfertigt: als letzte Maßnahme, um eine Impflücke zu schließen, die sich augenscheinlich anders nicht beheben lässt. Nur so können die Bürgerinnen und Bürger unserer Gesellschaft vor weiteren desaströsen Folgen bewahrt werden.“

28.11.21 44401 SO 104
29.11.21 0,93 0,86-1,01 29364 73
Positionspapier Maßnahmen zur vierten COVID-19-Welle und zur neuen SARS-Coronavirus-Variante “Omikron” von Viola Priesemann, Eva Grill, Emil Iftekhar, Christian Karagiannidis, André Karch, Mirjam Kretzschmar, Berit Lange, Kai Nagel, Armin Nassehi, Mathias Pletz, Ulrike Protzer, Anita Schöbel, Andreas Schuppert, Klaus Überla, Hajo Zeeb.

Der Moderna-Chef rechnet im Gegensatz zu einem Pfizer-Manager mit geringerer Wirksamkeit gegen Omikron-Variante und einem ggf. an Omikron angepassten Vakzin erst Mitte 2022.
30.11.21 0,90 0,83-0,94 45753 388
Das Bundesverfassungsgericht hat heute in Verfassungsbeschwerden betreffend Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen im Vierten Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite („Bundesnotbremse“) erfolglos und Schulschließungen waren nach der im April 2021 bestehenden Erkenntnis- und Sachlage zulässig zu zwei Beschlüssen mitgeteilt, dass die Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen sowie das „vollständige oder teilweise Verbot von Präsenzunterricht an allgemeinbildenden Schulen zum Infektionsschutz („Schulschließungen“)“ aufgrund der „Bundesnotbremse“ im 4. Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite (BeVSchG s. u.) zwar in das Grundrecht auf freie Entfaltung der Persönlichkeit (Art. 2 Abs. 1 GG), Bewegungsfreiheit (Art. 104 GG), Schutz von Ehe und Familie (Art. 6 GG) und das „neue“ Grundrecht von Kindern und Jugendlichen auf schulische Bildung eingegriffen haben, dies aber verfassungsgemäß und verhältnismäßig war, weil (April 2021, 3. Welle) eine „äußersten Gefahrenlage“ vorlag bzw. anzunehmen war, weshalb das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit (Art. 2 Abs. 2 GG), das „eine Vorsorge gegen Gesundheitsbeeinträchtigungen umfasst“ und die damit einhergehende „Aufrechterhaltung eines funktionsfähigen Gesundheitssystems als überragend wichtige Gemeinwohlbelange“ die Beinträchtigungen und Grundrechtseingriffe durch die Bundesnotbremse überwog.
Quelle: RKI COVID-19-Dashboard und Situations- u. Wochenberichte (Archiv). R-Werte und Werte des Prädikationsintervalls werden v. RKI nachträglich nach unten bzw. oben korrigiert – ebenso wie die Inzidenzwerte. Das RKI ist wie das PEI eine wissenschaftliche und eine politisch nicht unabhängige Bundesoberbehörde, die dem Bundesministerium für Gesundheit unterstellt ist. Aktualisierte Werte finden sich in Tabellen über Nowcasting und R-Schätzung.
* Von Bundesland/Bundesländern wurden keine oder falsche Zahlen übermitelt.
Todesfälle lt. RKI Situationsbericht

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siehe SARS-CoV-2 Fotoserien und Studien, Medien- und Presseberichte

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