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Coronavirus - SARS-CoV-2 - COVID-19 Pandemie

2019 –

SARS-CoV-2 3D

3D Abbildung der SARS-CoV-2 Kryoelektronentomographie-Scans von Nanographics.

Kurve der Todesfälle während der Spanischen Grippe

Todesfälle der drei Wellen der Spanischen Grippe. So viel zu „Hätte man nicht vorhersehen können“

Wir sind Chaoten und Idioten der Politik auf allen Ebenen ausgeliefert. Versagen im großen Stil von A – Z, vom bitteren Anfang bis zum ausstehenden Ende.

Reproduktionszahl R

Reproduktionszahl R Definition
Quelle: Lagebild Gemeinsamer Krisenstab BMI-BMG COVID-19 16.04.2020 oder „Warten auf die 2. Welle
Datum R 95%-Prädikationsintervall v. R N WE †
R-Wert (R) = 7-Tage Mittelwert der Nowcasting Schätzung. R-Werte bilden Infektionsgeschehen von vor 1 – 2 Wochen ab. Nowcasting = Schätzung mit Berücksichtigung des Verzugs der Fallübermittlung an RKI. N = Neuinfektionen gegenüber Vortag ohne ~2 – 4x Dunkelziffer laut Antikörperstudien.
Datum rot, wenn R >= 1 oder N > 6553 (02.04.20). Seit 03.07.21 werden keine R-Werte für Wochenenden und Feiertage veröffentlicht. Ist der R-Wert ab 03.07.21 vor und/oder nach Wochenenden >= 1, werden Wochenenden ebenfalls rot markiert. Historische Daten und Meldungen ab 21.04.20 finden sich im Archiv.
01.12.21 0,89 0,84-0,94 67186 446
02.12.21 0,92 0,87-0,97 73209 388
Laut RKI Wochenbericht v. 02.12.21 „wurde in der 47. Kalenderwoche (KW) ein Anstieg um 14 % gegenüber der Vorwoche auf 479 COVID-19 Fälle/100.000 Einwohnern beobachtet. Im gleichen Zeitraum hat sich der Anteil positiv getesteter Proben auf 21,2 % erhöht (Vorwoche: 19,7). Der starke Anstieg der 7-Tage-Inzidenz in den letzten Wochen hat sich in der vergangenen Woche nicht fortgesetzt. Es könnte regional auf die zunehmend überlasteten Kapazitäten im Öffentlichen Gesundheitsdienst und die erschöpften Laborkapazitäten zurückzuführen sein (Dunkelziffer).

Mit Datenstand vom 01.12.2021 werden 4.690 Personen mit einer COVID-19-Diagnose auf einer Intensivstation behandelt. Durch die zeitlich verzögerte Hospitalisierung und Behandlung auf der Intensivstation sind weiterhin starke Zunahmen der Hospitalisierungen und Verlegung von Patienten und Patientinnen auf die ITS zu erwarten. Aufgrund von regionalen Kapazitätsengpässen im intensivmedizinischen Bereich wurden Umwidmungen von Intensivstationen für COVID-19-Patienten und Patientinnen und überregionale Verlegungen innerhalb Deutschlands notwendig. Es wurden bereits mind. 49 Patientinnen und Patienten über Bundeslandgrenzen hinaus anhand des Kleeblattkonzeptes verlegt.

Bis zum 30.11.2021 waren weiterhin (nur) 71 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 69 % vollständig geimpft. Darüber hinaus erhielten bisher (nur) 10.377.200 Menschen (12,5 %) eine Auffrischimpfung. Der rückläufige Trend der Impfinanspruchnahme zwischen KW 23 (6,1 Mio. Impfungen) und KW 42 (896.738 Impfungen) ist gestoppt. Seit fünf Wochen steigen die Impfzahlen, hauptsächlich zurückzuführen auf Auffrischimpfungen, wieder an und in KW 47 wurden insgesamt 4.330.689 Impfungen registriert.

Es wurden dem RKI 1.045 neue COVID-19-Fälle in MW 47/2021 in Ausbrüchen in medizinischen Behandlungseinrichtungen und 1.829 Fälle in Ausbrüchen in Alten-und Pflegeheimen übermittelt.

Nach Vorabinformationen wurden in KW47 und KW48 in Deutschland bis zum 01.12.2021 vier Fälle der VOC Omikron mittels Genomsequenzierung nachgewiesen. Bei acht weiteren über das Meldesystem übermittelten Fällen besteht ein Verdacht auf Omikron basierend auf variantenspezifischer PCR-Testung aus KW47-48/2021. Bei allen durch Genomsequenzierung bestätigten Fällen handelt es sich um Reiserückkehrer aus Südafrika. Alle bestätigten Fälle waren zuvor geimpft, keine Patientin und kein Patient aus dieser Gruppe musste bisher hospitalisiert werden, alle zeigen nur milde Symptome.“

Spät – viel zu spät – haben Bundesregierung und Bundesländer Anregungen von Experten aufgegriffen und zum Abbremsen der 5. Omikron-Welle teils sinnvolle und teils unsinnige oder zu milde Maßnahmen im "Akt der nationalen Solidarität" Beschluss festgelegt:
  • erst ab viel zu hoher 7-Tage-Inzidenz von > 350: Schließung v. Clubs, Diskotheken und immer noch max. 200 Teilnehmer bei Zusammenkünften im Außenbereich
  • bis zum 24.12.21 insgesamt 30 Millionen Erst-, Zweit- und Booster-Impfungen als Ziel anvisiert, die auch durch Apotheker, Pflegefachkräfte und Zahnärzte durchgeführt werden können
  • schwammige Aussage, dass Personen mit zwei Impfungen aber ohne 3. Booster-Impfung ihren „vollständig“ Impfstatus X Monate nach der Zweitimpfung verlieren sollen
  • Einführung einer gesetzlichen Impflicht: zuerst für Beschäftigte in Altenpflegeeinrichtungen und Krankenhäusern, allgemein ab Februar 2022
  • unsinnige und symbolische, weil nicht kontrollierbare private Kontaktbeschränkungen
  • Versammlungsverbot an Silvester und Neujahr, Feuerwerksverbot
  • bundesweit 2G im Einzelhandel, bei Sport-, Kultur- und anderen Großveranstaltungen, Verschärfung auf 2G-plus-Test möglich (Ausnahme: Geschäfte f. täglichen Bedarf)
  • Sport-, Kultur- und andere Großveranstaltungen immer noch in Innenräumen bis 5000 Zuschauer und außen sogar bis 15000 Zuschauer bzw. 30 – 50 % Auslastung möglich
  • Rumgeiere ohne Nennung einer Kennziffer, dass Sportveranstaltungen ohne Zuschauer und Großveranstaltungen bei „hohem Infektionsgeschehen“ abgesagt werden sollen
  • „jetzt schon“ Bund-Länder-Krisenstab und Expertengremium im Bundeskanzleramt statt „Corona-Kabinett“
  • allgemeine Maskenpflicht in Schulen
  • Verlängerung der Übergangsfristen für Schutzmaßnahmen nach der unsinnigen Novelle des IfSG durch die Ampel-Koalitionsparteien und Wiedereinbau von Beschränkungen in eine weitere Novelle des IfSG nach Beschluss durch den Bundestag
03.12.21 0,95 0,88-1,02 74352 390
04.12.21 64510 SA 378
05.12.21 42055 SO 94
06.12.21 0,91 0,84-0,98 27836 81
Im Vorgriff auf die genauere Analyse der Omikron-Variante und der Effizienz von Vakzinen und Virostatika gegen Omikron wagen (u. a.) die Studien Omicron (B.1.1.529): Infectivity, vaccine breakthrough, and antibody resistance der University of Michigan, Predictions of the SARS-CoV-2 Omicron Variant (B.1.1.529) Spike Protein Receptor-Binding Domain Structure and Neutralizing Antibody Interactions der University of North Carolina und Omicron: A heavily mutated SARS-CoV-2 variant exhibits stronger binding to ACE2 and potently escape approved COVID-19 therapeutic antibodies der Ajou University Aussagen zur Auswirkung der Omikron-Mutationen auf die Ansteckungswirkung von Omikron und die Effizienz von Vakzinen und Virostatika gegen Omikron.

Die Studien aus den USA setzten dafür Deep Learning KI-Modelle und -Software und Software zur 3D-Modellierung von Proteinstrukturen ein und betrachteten vor allem, wie sich die Mutationen auf die Bindungsenergie (BFE, binding free energy) zwischen dem RBD-Bereich des Spike-Proteins von Omikron und ACE2 bzw. Antikörpern auswirken. Die erste Studie kommt zum Ergebnis, dass Omikron zehnmal so ansteckend wie der SARS-CoV-2 Wildtyp und zweimal so ansteckend wie die Delta-Variante sein müsste und gegen Vakzine zweimal mehr resistenter sein müsste als die Delta-Variante. Die Wirkung von Bamlanivimab von Eli Lilly wäre ernsthaft gefährdet, während die Auswirkungen auf den Regeneron-Cocktail nur mild sei. Die zweite Studie macht die Aussage, dass sich Antikörper immer noch an den RDB-Bereich des Spike-Proteins von Omikron binden müssten, aber die Neigung des RBD-Bereichs zur Bindung an Antikörper reduziert wäre.
07.12.21 0,88 0,83-0,95 36059 399
Was zu heterologen Impfungen bzw. Kreuzimpfungen bereits angenommen wurde und praktiziert wird, bestätigen EMA und ECDC: Sie empfehlen die Kreuzimpfung für die beiden Erstimpfungen nach dem Schema Vektor-Vakzin (Janssen, Vaxzevria) → mRNA-Vakzin (z. B. Comirnaty, Spikevax) und Vektor-Vakzin→Vektor-Vakzin→mRNA-Vakzin für heterologe Booster-Impfungen, da Kreuzimpfungen die Immunisierungstärke im Körper und die Effizienz der Vakzine erhöhen. Den umgekehrten Weg empfehlen Sie nur als Notlösung, um Impfkampagnen zu fördern oder bei Lieferengpässen bei mRNA-Vakzinen. Für das mRNA→mRNA Schema mit Vakzinen zweier unterschiedlicher Hersteller bei Erstimpfungen gäbe es weniger Daten, die positive Effekte bestätigen.

Der Spiegel berichtet in Bestimmte Kreuzimpfungen führen zu besserer Immunantwort zu Resultaten der Studie Immunogenicity, safety, and reactogenicity of heterologous COVID-19 primary vaccination incorporating mRNA, viral-vector, and protein-adjuvant vaccines in the UK (Com-COV2): a single-blind, randomised, phase 2, non-inferiority trial mehrerer, britischer Universitäten, die tw. abweichend von EMA/ECDC sind: „Kombiniert man eine erste Dosis Biontech/Pfizer mit einer zweiten Dosis Moderna, ist der Impfschutz besser als nach zwei Dosen Biontech/Pfizer. Auch nach einer ersten Dosis AstraZeneca löste eine Dosis Moderna oder Novavax eine höhere Antikörper- und T-Zell-Reaktionen aus als eine zweite Dosis AstraZeneca.“ Wie auch EMA/ECDC nennen die Wissenschaftler als weitere Gründe für Kreuzimpfungen Engpässe bei Vakzinen und das Beschleunigen von Impfkampagnen.
08.12.21 0,91 0,84-0,97 69601 527
Am Institut für Medizinische Virologie des Universitätsklinikum Frankfurt wurde eine Laborstudie durchgeführt, um die Effizienz veschiedener Impf-Schemata bzw. von Impfungen und monoklonalen Antikörpern gegen eine Infektion mit der Omikron-Variante zu ermitteln. In der Studie Reduced Neutralization of SARS-CoV-2 Omicron Variant by Vaccine Sera and monoclonal antibodies heißt es dazu: „Zur Bewertung der Schutzkapazität von Vakzinen und monoklonalen Antikörpern wurde die antikörpervermittelte Neutralisierungseffizienz gegen authentisches SARS-CoV-2 Omikron in vitro unter Verwendung eines Isolats bestimmt, das von einem zweifach mit Moderna (1273-mRNA) geimpften Reiserückkehrer aus Simbabwe stammt, und mit Delta verglichen. Die Neutralisierung mit Seren von zweifach (ohne Booster) oder dreifach mit BioNTech (BNT162b2) geimpften Personen (Probenahme 0,5 oder 6 Monate nach der Boosterung) ergab eine 11,4-, 37,0- bzw. 24,5-fache Reduzierung. Seren von doppelt mit Moderna geimpften (ohne Booster) und zusätzlich mit BioNTech als Booster geimpften Personen (Probenahme 0,5 oder 6 Monate nach der Booster-Impfung) zeigten eine 20- bzw. 22,7-fache Reduktion der Neutralisierungskapazität. Mit Seren von heterologen AstraZeneca (Vaxzevria, ChAdOx1) und BioNTech geimpften Personen wurde eine schwache Neutralisierung gegen Delta und keine Wirksamkeit gegen Omikron beobachtet (was Empfehlungen zu Kreuzimpfungen von EMA/ECDC widersprechen würde). Außerdem zeigte die BioNTech-Booster-Gruppe zwar einen signifikanten Anstieg der Titer neutralisierender Antikörper, aber eine 27,1-fache Verringerung der Neutralisierung gegen Omikron. Die Neutralisierung von Omikron war bei Seren von doppelt mit BioNTech geimpften und infizierten Personen 32,8-fach reduziert. Die derzeit verwendeten monoklonalen Antikörper Imdevimab und Casirivimab verhinderten die Infektion mit Delta wirksam, konnten jedoch – möglicherweise aufgrund von Aminosäuresubstitutionen – Omikron nicht neutralisieren.“ Über die Studie berichtete auch die Zeit im Artikel Impfstoffe offenbar weniger wirksam gegen Omikron-Variante. Zur Ergänzung sollte man auch den Spektrum-Artikel Omikron entkommt Immunschutz nicht vollständig und Spiegel-Artikel Bevölkerungsdaten aus Großbritannien: Impfung wirkt schwächer gegen Omikron vom 13.12.21 lesen.
09.12.21 0,95 0,89-1,02 70611 465
Laut RKI Wochenbericht v. 09.12.21 „wurde in der 48. Kalenderwoche (KW) ein leichter Rückgang der wöchentlichen Fallzahlen um 4 % gegenüber der Vorwoche auf 463 COVID-19 Fälle/100.000 Einwohnern beobachtet. Der Anteil positiv getesteter Proben hat sich im Vergleich zur Vorwoche nicht weiter erhöht und lag bei 20,9 % (Vorwoche 21,0 %). Der leichte Rückgang der 7-Tage-Inzidenz könnte ein erster Hinweis auf eine sich leicht abschwächende Dynamik im Transmissionsgeschehen aufgrund der intensivierten Maßnahmen zur Kontaktreduzierung sein. Weiterhin können regional überlastete Kapazitäten im Öffentlichen Gesundheitsdienst und regional erschöpfte Laborkapazitäten zu einer Untererfassung von Fällen führen.

Der hohe Infektionsdruck in der Bevölkerung bleibt bei den auch für die 48. KW verzeichneten Inzidenzwerten unverändert bestehen. Die durch ein Nowcast-Verfahren geschätzten Werte deuten auf einen weiteren Anstieg der 7-Tages Hospitalisierungsinzidenz hin. Mit Datenstand vom 08.12.2021 werden 4.897 Personen mit einer COVID-19-Diagnose auf einer Intensivstation behandelt. Durch die zeitlich verzögerte Hospitalisierung und Behandlung auf der Intensivstation sind weiterhin Zunahmen der Hospitalisierungen und Verlegungen von Patienten und Patientinnen auf die ITS zu erwarten.

Bis zum 07.12.2021 wurden in Deutschland 28 Fälle der VOC Omikron mittels Genomsequenzierung nachgewiesen. Bei 36 weiteren über das Meldesystem übermittelten Fällen besteht ein Verdacht auf Omikron basierend auf variantenspezifischer PCR-Testung.

Bis zum 07.12.2021 waren (nur) 72 % der Bevölkerung mindestens einmal und weiterhin (nur) 69 % vollständig geimpft. Darüber hinaus erhielten (nur) 19 % der Bevölkerung eine Auffrischimpfung. Aber weiterhin sind 24 % der Bevölkerung in der Altersgruppe 18-59 Jahre und 12 % in der Altersgruppe ab 60 Jahre noch nicht geimpft. Seit sechs Wochen steigen die Impfzahlen, hauptsächlich zurückzuführen auf Auffrischimpfungen, wieder an und in KW 48 wurden insgesamt 5.712.202 Impfungen registriert.

Die aktuelle Entwicklung ist weiter sehr besorgniserregend, die Zahl weiterer schwerer Erkrankungen und Todesfälle wird weiterhin zunehmen und die verfügbaren intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten werden regional überschritten werden. Nur durch eine Intensivierung der kontaktbeschränkenden Maßnahmen und rasche Erhöhung der Impfraten kann die Situation verbessert werden. Eine maximale Reduktion der Übertragungsraten ist auch notwendig, um die zu erwartende Ausbreitung der Omikron Variante zu verlangsamen.“

Nach der EMA wird auch die STIKO die Empfehlung aussprechen, Kinder von 5 – 11 Jahren mit BioNTechs Comirnaty mRNA-Vakzin 2x im Abstand von 2 – 3 Wochen zu impfen. Die Dosis umfasst 10 Mikrogramm im Gegensatz zu 30 Mikrogramm bei Kindern ab 12 Jahren. Primär sollten Kinder „mit verschiedenen Vorerkrankungen“ und Kinder, „in deren Umfeld sich Kontaktpersonen mit hohem Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf befinden“, geimpft werden. Darüber hinaus nach Abklärung mit dem Kinderarzt auch alle anderen Kinder.
10.12.21 0,97 0,89-1,07 61288 484
Den Bund-Länder Beschlüssen vom 02.12.21 folgend, hatte zunächst der Hauptausschuss des Bundestags, danach Bundestag und Bundesrat dem Gesetz zur Stärkung der Impfprävention gegen COVID-19 und zur Änderung weiterer Vorschriften im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie zur Änderung des Infektionssschutzgesetzes (IfSG) zugestimmt.

Im Hauptausschuss und Bundesrat wurde zudem die Erste Verordnung zur Änderung der Covid-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmeverordnung (SchAusnahmV) angenommen.

Wie bereits in den Beschlüssen formuliert, führt das IfSG die Impfpflicht oder verpflichtenden Genesenen-Nachweis für Beschäftigte in Altenpflegeeinrichtungen, Krankenhäusern, Arztpraxen und im Retttungsdienst ab dem 15.03.21 ein. Ebenfalls wie bereits beschlossen, werden Impfungen zukünftig auch von Apothekern, Zahn- und Tierärzten nach entsprechender Schulung durchgeführt werden können. Während die Bundesländer weiterhin keine Ausgangssperren, Übernachtungs- und Reiseverbote nach § 28a IfSG verhängen dürfen, können sie Unternehmen und Veranstaltungen der Gastronomie, Freizeit und Kultur, Messen und Kongresse schließen bzw. untersagen.

Die Verordnung zur Änderung der SchAusnahmV führt für Bundesländer die Möglichkeit ein, bei hohem Infektionsgeschehen private Kontaktbeschränkungen auch auf Zusammentreffen auszudehnen, an denen nur Geimpfte und Genesene teilnehmen bzw. werden für verordnete Kontaktbeschränkungen keine Unterschiede mehr zwischen 2G/3G/Ungeimpft gemacht.
11.12.21 53697 SA 510
12.12.21 32646 SO 132
Die Bundespolizeiinspektion Hannover hat zu Recht ihrem Ärger über und mit Covidioten in Liebe Maskenmuffel ... ihr nervt! Luft gemacht:

„Wir diskutieren nicht mit euch. Und eure Meinung interessiert uns auch nicht! Bei Verstößen gegen die Corona-Schutzvorschriften erfolgt eine sofortige Anzeige! Setzt einfach eure Maske auf und erspart uns euren Wohlstandstrotz. Wir haben schon genug zu tun!

In der vergangenen Nacht zählte die Bundespolizei 57 Verstöße gegen die Maskenpflicht hauptsächlich im Hauptbahnhof Hannover. Immer wieder gibt es bei den Kontrollen Ärger. Der reicht von Unmutsbekundungen bis hin zu rustikalen Widerstandshandlungen. Kurz nach Mitternacht hielt sich ein junger Mann (22) ohne Maske im Hauptbahnhof auf. Der Wunstorfer war aufgebracht, diskutierfreudig und fiel den Beamten ständig ins Wort. Mit der Kontrolle war er nicht einverstanden und zur Wache wollte er auch nicht mit. Letztlich leistete der Mann erheblichen Widerstand und wurde zwangsweise mitgenommen. Ein ungeimpfter Schwarzfahrer (24) trug im ICE keine Maske. Der Bulgare beleidigte Mitarbeiter der Bahnsicherheit und folgte den Weisungen nicht. Bundespolizisten holten den Mann aus dem Zug. Ein 53-jähriger Mann aus Hainholz wurde im Hauptbahnhof sofort aggressiv. Er beleidigte die Beamten und drohte ihnen mit dem Tod. Am frühen Morgen musste ein 32-jähriger Ronneberger aus der S-Bahn geholt werden. Er leistet erheblichen Widerstand und hatte 3,08 Promille. Er musste mehrere Stunden ausnüchtern.“

Mir tun auch die zusätzlichen Kräfte leid, die von der Deutschen Bundesbahn zur Kontrolle von 3G eingesetzt werden.
13.12.21 0,88 0,81-0,95 *21743 116
14.12.21 0,84 0,79-0,90 30823 473
Die Gesundheitsministerkonferenz der Bundesländer und das Bundesgesundheitsministerium haben am 14.12.21 beschlossen, dass Personen mit Booster-Impfung 15 Tage bis spätestens 2 Monate nach der Booster-Impfung von zusätzlichen Testpflichten bei 2G-Beschränkungen zum Besuch von Unternehmen und Veranstaltungen der Gastronomie, Freizeit und Kultur befreit werden. Dabei handelt es sich primär um eine Wirtschaftsförderungsmaßnahme (z. B. reihenweise Absagen von Weihnachtsfeiern und -veranstaltungen in genannten Bereichen) und Rationierungsmaßnahme, denn wie es im Beschluss heißt, „können durch die Aufhebung der Testpflicht die stark beanspruchten Testkapazitäten entlastet werden“. Der Einhegung einer drohenden Omikron-Welle dient der Beschluss mit Sicherheit nicht.

Wie inkompetent und die Wissenschaft weiterhin ignorierend Politik handelt, lässt sich am Erlass der CDU/FDP Landesregierung von NRW ablesen, die entgegen der Aussagen von Virologen und Immunologen der Meinung ist, man könne sich doch schon vier Wochen statt sinvoller 4 – 6 Monate nach den Erstimpfungen eine Booster-Impfung setzen lassen. Wenn denn der Booster-Impfstoff überhaupt vorhanden ist, wonach es nach der "Inventur" des Gesundheitsministers Lauterbach nicht ausschaut, denn die erbrachte, dass sein Vorgänger Spahn nicht genug Impfstoff eingekauft bzw. vorgehalten hat. Also mal wieder neben Schnelltestmangel ein erneuter Impfstoffmangel.
15.12.21 0,84 0,78-0,88 51301 453
Beginn der 5. Omikron-Welle

Die CDU/FDP Landesregierung von NRW hat ihren Fehler erkannt und macht einen Rückzieher: Booster-Impfung in NRW doch wieder erst 4 Monate nach Erstimpfungen
16.12.21 0,86 0,80-0,92 56677 522
Laut RKI Wochenbericht v. 16.12.21 „setzte sich der leicht abnehmende Trend der wöchentlichen Fallzahlen (-13 %) in Verbindung mit einem leichten Rückgang beim Anteil positiv getesteter Proben (19,8 %, Vorwoche: 20,6 %) fort. Trotz dieser Entwicklung werden insgesamt nach wie vor sehr hohe Fallzahlen verzeichnet und die Belastung der Intensivstationen durch die Vielzahl schwer erkrankter COVID19-Patientinnen und COVID-19-Patienten bleibt hoch. Die durch ein Nowcast-Verfahren geschätzten Werte deuten auf eine Stabilisierung der 7-Tages Hospitalisierungsinzidenz auf hohem Niveau hin. Mit Datenstand vom 15.12.2021 werden 4.805 Personen mit einer COVID-19-Diagnose auf einer Intensivstation behandelt. Die Situation auf den Intensivstationen bleibt damit weiterhin sehr angespannt.

Zum jetzigen Zeitpunkt werden in Deutschland immer noch praktisch alle Infektionen durch die Deltavariante (B.1.617.2) verursacht. Allerdings steigt die Zahl der Fälle mit Infektion durch die neue besorgniserregende Variante (Variant of Concern, VOC) Omikron in den letzten Wochen an. Es treten bereits Ausbrüche auf. Bis zum 14.12.2021 wurden in Deutschland 112 durch Genomsequenzierung bestätigte Fälle der VOC Omikron übermittelt sowie 213 weitere Verdachtsfälle mit variantenspezifischem PCR-Befund. Die Schwere der durch die Variante Omikron verursachten Erkrankungen lässt sich derzeit noch nicht abschätzen.

Bis zum 14.12.2021 waren (nur) 73 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 70 % vollständig geimpft. Darüber hinaus erhielten (nur) 26 % der Bevölkerung eine Auffrischimpfung. Weiterhin sind 24 % der Bevölkerung in der Altersgruppe 18-59 Jahre und 12 % in der Altersgruppe ab 60 Jahre noch nicht geimpft.

Die aktuelle Entwicklung ist weiter sehr besorgniserregend, die Zahl der schweren Erkrankungen und der Todesfälle wird weiterhin zunehmen und die verfügbaren intensivmedizinischen Behandlungskapazitäten werden regional überschritten. Eine Intensivierung der kontaktbeschränkenden Maßnahmen und eine zugleich rasche weitere Erhöhung der Impfraten ist dringend erforderlich, um die Behandlungskapazitäten vor Beginn einer zu erwartenden Omikron-Welle so weit möglich zu entlasten. Die maximale Reduktion der Übertragungen ist auch notwendig, um die zu erwartende Ausbreitung der Omikronvariante zu verlangsamen.“
17.12.21 0,90 0,84-0,98 50968 437
18.12.21 42813 SA 414
19.12.21 29348 SO 180
Laut dem britischen Gesundheitsminister, der sich auf die beiden Berichte SAGE 99 minutes: Coronavirus (COVID-19) response, 16 December 2021 und SPI-M-O: Consensus statement on COVID-19, 8 December 2021 der Scientific Advisory Group for Emergencies (SAGE) der britischen Regierung stützt, ist die Omikron-Variante in Großbritannien dominant, begleitet von einer vermuteten hohen Dunkelzifer an Infektionen. Werden zeitnah keine strengeren Beschränkungen erlassen, wie auch von der SAGE gefordert und erhöht sich die Booster-Impfquote nicht entsprechend, könnte laut der Aussagen des Ministers und der SAGE Ende des Jahres bzw. zu Beginn 2022 nicht eine Omikron-Welle, sondern eher ein Omikron „Tsunami“ über Großbritannien hereinbrechen – mit entsprechend hohen Zahlen an Infektionen, Hospitalisierungen und letztlich Toten.

Derweil hat der neue Corona-Expertenrat der Bundesregierung seine erste Stellungnahme zum aktuellen Geschehen und der Omikron-Welle abgegeben. In Einordnung und Konsequenzen der Omikronwelle schreibt der Expertenrat:

Die aktuell sinkenden Inzidenzen werden von weiten Teilen der Gesellschaft und Politik als Zeichen der Entspannung wahrgenommen. Die zu erwartende Meldeverzögerung über die kommenden Feiertage wird diesen Eindruck weiter verstärken. Aus den in der Folge aufgeführten Gründen ist dieser Eindruck nicht gerechtfertigt.

Europa

In Dänemark, Norwegen, den Niederlanden und Großbritannien wird bereits eine nie dagewesenen Verbreitungsgeschwindigkeit mit Omikron-Verdopplungszeiten von etwa 2-3 Tagen beobachtet. Mehrere unserer betroffenen Nachbarstaaten haben angesichts dieser Dynamik umgehend teils tiefgreifende Gegenmaßnahmen zur Eindämmung eines potentiell unkontrollierbaren Infektionsgeschehens ergriffen. Auch wenn in dieser frühen Phase der Omikronwelle die Krankheitsschwere nicht abschließend beurteilt werden kann, steigt die Hospitalisierung in Hotspots wie London bereits deutlich an.

Deutschland

Es ist bisher nicht davon auszugehen, dass im Vergleich zur Delta-Variante Menschen ohne Immunschutz einen milderen Krankheitsverlauf aufweisen werden. Die in Deutschland angenommene Verdopplungszeit der Omikron-Inzidenz liegt aktuell im Bereich von etwa 2-4 Tagen. Durch die derzeitig gültigen Maßnahmen ist diese Verdoppelungszeit im Vergleich zu England zwar etwas langsamer, aber deutlich schneller als bei allen bisherigen Varianten. Sollte sich die Ausbreitung der Omikron-Variante in Deutschland so fortsetzen, wäre ein relevanter Teil der Bevölkerung zeitgleich erkrankt und/oder in Quarantäne. Dadurch wäre das Gesundheitssystem und die gesamte kritische Infrastruktur unseres Landes extrem belastet. Eine massive Ausweitung der Boosterkampagne kann die Dynamik verlangsamen und damit das Ausmaß mindern, aber nicht verhindern. Laut der mathematischen Modelle kann eine Überlastung des Gesundheitssystems und die Einschränkung der kritischen Infrastruktur nur zusammen mit starken Kontaktreduktionen eingedämmt werden. Eine schnelle politische Handlungsfähigkeit muss zu jedem Zeitpunkt auch während der Feiertage gewährleistet sein. Eine strategische Patientenverlegung kann aufgrund der zu erwartenden flächendeckend hohen Belastung nicht mehr nennenswert zu einer regionalen Entlastung beitragen.

Was zu tun ist

Aus dem geschilderten Szenario ergibt sich Handlungsbedarf bereits für die kommenden Tage. Wirksame bundesweit abgestimmte Gegenmaßnahmen zur Kontrolle des Infektionsgeschehens sind vorzubereiten, insbesondere gut geplante und gut kommunizierte Kontaktbeschränkungen. Die aktuell geltenden Maßnahmen müssen darüber hinaus noch stringenter fortgeführt werden. Parallel sollte die Impfkampagne erheblich intensiviert werden. Die Boosterimpfungen, wie auch die Erst- und Zweitimpfungen, müssen auch über die kommenden Feiertage mit allen verfügbaren Mitteln fortgesetzt und weiter beschleunigt werden. Allerdings zeigen alle Modelle, dass Boosterimpfungen alleine keine ausreichende Eindämmung der Omikronwelle bewirken, sondern zusätzlich Kontaktbeschränkungen notwendig sind. Neben den notwendigen politischen Entscheidungen muss die Bevölkerung intensiv zur aktiven Infektionskontrolle aufgefordert werden. Dazu gehören die Vermeidung größerer Zusammenkünfte, das konsequente, bevorzugte Tragen von FFP2 Masken, insbesondere in Innenbereichen, sowie der verstärkte Einsatz von Schnelltests bei Zusammenkünften vor und während der Festtage. Besonders vulnerable Gruppen bedürfen verstärkter Schutzmaßnahmen durch hochfrequente Testung und FFP2 Masken. Neben dem konsequenten Handeln ist stringentes Erklären entscheidend. Die Omikronwelle trifft auf eine Bevölkerung, die durch eine fast zweijährige Pandemie und deren Bekämpfung erschöpft ist und in der massive Spannungen täglich offenkundig sind. Eine umfassende Kommunikationsstrategie mit nachvollziehbaren Erklärungen der neuen Risikosituation und der daraus folgenden Massnahmen ist essentiell. Die Omikronwelle läßt sich in dieser hochdynamischen Lage nur durch entschlossenes und nachhaltiges politisches Handeln bewältigen.
20.12.21 0,85 0,79-0,92 16086 119
Nach Großbritannien melden auch die Centers for Disease Control and Prevention (CDC) des U.S. Gesundheitsministeriums in Potential Rapid Increase of Omicron Variant Infections in the United States mit Verweis auf ihren COVID Data Tracker, dass sich in den USA die Omikron-Variante bis zum 25. Dezember gegen die Delta-Variante durchgesetzt haben wird bzw. die Omikron-Variante in den USA dominant ist. Das sieht im Data Tracker bis zum 18.12.21 so aus:CDC Omikron-Welle USA

Die EMA empfiehlt den in der EU zugelaassenen Impfstoff Nuvaxovid des Unternehmens Novavax für Impfungen. Worauf sich die Zulassung stützt und welche Unterschiede zu mRNA-Impfstoffen bestehen, erklärt der RND-Artikel EMA gibt grünes Licht für Novavax: Wie wirksam und sicher ist der Totimpfstoff?
21.12.21 0,81 0,77-0,86 23428 462
In seiner letzten Ergänzung der ControlCOVID Strategie zur Bewältigung der beginnenden pandemischen Welle durch die SARS-CoV-2-Variante Omikron vom 21.12.21 schreibt und fordert das RKI:

„Erste Analysen des Robert Koch-Instituts (RKI) deuten trotz noch vorhandener Unsicherheiten darauf hin, dass Omikron bereits Anfang Januar 2022 die Mehrzahl der Infektionsfälle in Deutschland, und mehrere Zehntausend Infektionsfälle täglich ausmachen kann. Unter den derzeitigen Bedingungen liegt die Verdopplungszeit in Deutschland bei etwa drei Tagen. Sollte die Dynamik der bevorstehenden Omikron-Welle nicht gebremst werden, ist aufgrund der in kurzer Zeit zu erwartenden hohen Fallzahlen mit einer Überlastung der Gesundheitsversorgungsstrukturen in Deutschland zu rechnen. Auch mit einer darüber hinaus- gehenden Beeinträchtigung der kritischen Versorgungsstrukturen (z. B. Transport- und Produktions- ketten, Energie, Polizei, Feuerwehr etc.) muss gerechnet werden.“

Als notwendige Maßnahmen fordert das RKI:
  • Maximale Kontaktbeschränkungen und infektionspräventive Maßnahmen (sprich eigentlich Lockdown bis Mitte Januar)
  • Maximale Geschwindigkeit bei der Impfung der Bevölkerung (Erst- und Booster-Impfungen)
  • Reduktion von Reisen auf das unbedingt Notwendige
  • Intensive Begleitkommunikation zum Verständnis der Maßnahmen

„Die größten Effekte auf die Dynamik der Omikron-Welle sind von konsequenten und flächendeckenden Kontaktbeschränkungen und dem Einsatz von infektionspräventiven Maßnahmen zu erwarten. Deshalb sofort zu implementieren (d. h. umzusetzen und auch zu kontrollieren)“ u. a.:

  • generelle Maskenpflicht und kontinuierliches Tragen in Innenräumen ab zwei Personen und im Außenbereich bei Abstand < 1,5 m; dies gilt auch für Geimpfte und Genese und in Schulen
  • für den Zugang zu Einrichtungen, Gottesdiensten, kulturellen Veranstaltungen u. ä.: 2G+Test für vollständig Geimpfte ohne Booster und Genesene
  • 2G+Test für alle bei Kontakt mit Risikogrupen
  • keine Bewirtung in Hotels
  • 3G+ 2 – 3x Test/Woche f. vollständig Geimpfte ohne Booster und Genesene f. Arbeitsplätze
  • 2G+Maskenpflicht für Einzelhandel
  • 3G+Maskenpflicht ÖPNV u. Läden d. tägl. Bedarfs
  • Verbot aller Großveranstaltungen, Schließung aller Bars, Clubs, Diskotheken, Restaurants
  • verlängerte Weihnachtsferien f. Kitas und Schulen
  • nur Distanzveranstaltungen an Unis, FHs und Berufsschulen
  • Impfangebote an und zwischen Feiertagen bis Neujahr aufrechterhalten und mehr mobile Impfangebote vor Ort
  • z. B. Einschränkung d. Mobilität in Regionen mit besonders hoher Virusaktivität

Für die Veröffentlichung der im Gegensatz zum nachgenannten Beschluss schärferen Beschränkungen wurde das RKI vom Bundesgesundheitministerium abgewatscht, weil die Veröffentlichung nicht mit dem BMG abgestimmt worden sei.

Bei dem "Nach dem Weihnachtsrummel" Beschluss der Bundesregierung und der Bundesländer vom 21.12.21 handelt es sich um einen typischen „Weiter so“ Beschluss als Fortführung des Beschlusses vom 02.12.21 mit leichten Verschärfungen, wie es sie auch vergangenes Jahr zum Jahresende gab. Die beiden Bundesländer Sachsen und Baden-Württemberg wie auch einige Epidemiologen und Virologen halten den Beschluss für nicht ausreichend, um eine 5. Omikron-Welle rechtzeitig abzuflachen.

Am gleichen Tag hat die STIKO ihre Empfehlung zur Booster-Impfung aktualisiert und empfiehlt, dass vollständig Geimpfte ihre Booster-Impfung bereits nach drei Monaten und nicht wie bisher nach sechs Monaten erhalten sollen, denn „aktuelle Daten deuten nach abgeschlossener Grundimmunisierung auf einen deutlich verringerten Impfschutz gegenüber der Omikron-Variante hin. Dieser nimmt bereits 3 bis 4 Monaten nach Grundimmunisierung signifikant ab.“

22.12.21 0,81 0,76-0,86 45659 510
Großbritannien meldet > 100000 Neuinfektionen an einem Tag, die u. a. zu Personalengpässen wg. Quarantäne und Krankschreibungen führen, weshalb die Dauer der Quarantäne von 10 auf 7 Tage reduziert wurde.

Der Deutsche Ethikrat hat seine Ad-hoc-Empfehlung „Ethische Orientierung zur Frage einer allgemeinen gesetzlichen Impfpflicht“ zur Frage der gesetzlichen Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht vorgelegt. Die Stellungnahme war Inhalt der Bund-Länder-Beschlüsse vom 02.12.21. In seiner Pressemitteilung schreibt der Ethikrat einführend:

„Auf der Grundlage einer differenzierten Darstellung wesentlicher ethischer und rechtlicher Argumente für und gegen eine allgemeine gesetzliche Impfpflicht plädiert der Deutsche Ethikrat in seiner am 22. Dezember veröffentlichten Ad-hoc-Empfehlung „Ethische Orientierung zur Frage einer allgemeinen gesetzlichen Impfpflicht“ für eine Ausweitung der Impflicht über die kürzlich vom Deutschen Bundestag beschlossene bereichsbezogene Impfpflicht hinaus. Er betont, dass hohe Impfquoten entscheidend sind, um in eine kontrollierte endemische Situation zu kommen. Er unterstreicht, dass eine gesetzliche Impfpflicht stets eine erhebliche Beeinträchtigung rechtlich und moralisch geschützter Güter darstellt. Ihre Ausweitung ist daher nur zu rechtfertigen, wenn sie gravierende negative Folgen möglicher künftiger Pandemiewellen wie eine hohe Sterblichkeit, langfristige gesundheitliche Beeinträchtigungen signifikanter Teile der Bevölkerung oder einen drohenden Kollaps des Gesundheitssystems abzuschwächen oder zu verhindern vermag. Empfohlen werden eine direkte Einladung von Impfverpflichteten, ein datensicheres nationales Impfregister sowie kontinuierliche Evaluation und Begleitforschung. Eine Impfpflicht muss mit zielgruppenspezifischer, kultursensibler, mehrsprachiger und leicht verständlicher Information, auch über soziale Medien, verbunden sein. Die politischen Akteure und staatlichen Instanzen sollten bei der Umsetzung der Impfpflicht bewusst darauf hinwirken, Frontstellungen zwischen geimpften und nicht geimpften Menschen zu vermeiden. Die Durchsetzung der Impfpflicht unter Anwendung von körperlicher Gewalt („Zwangsimpfung“) muss ausgeschlossen werden. Sieben Ratsmitglieder plädieren dafür, eine Ausweitung der Impfpflicht auf erwachsene Personen zu beschränken, die bezüglich Covid-19 besonders vulnerabel sind (etwa Ältere und Vorerkrankte). Sie halten ein risikodifferenziertes Vorgehen für das mildere und damit verhältnismäßigere Mittel, um eine Überlastung des Gesundheitswesens, speziell der Intensivstationen, zu vermeiden. 13 Ratsmitglieder befürworten die Ausweitung auf alle in Deutschland lebenden impfbaren Erwachsenen. Sie gehen davon aus, dass dies notwendig ist, um das Ziel einer nachhaltigen, dauerhaft tragfähigen und gerechten Beherrschung der Pandemie zu erreichen.“
23.12.21 0,86 0,81-0,92 44927 425
Laut RKI Wochenbericht v. 23.12.21 „setzte sich in der 50. Kalenderwoche (KW) der abnehmende Trend der wöchentlichen Fallzahlen (-19 %) in Verbindung mit einem leichten Rückgang beim Anteil positiv getesteter Proben (18,6 %, Vorwoche: 19,8 %) weiter fort. Der hohe Infektionsdruck in der Bevölkerung bleibt auch in der 50. KW bestehen, insbesondere bei den bis 49-Jährigen. Mit Datenstand vom 22.12.2021 werden 4.474 Personen mit einer COVID-19-Diagnose auf einer Intensivstation behandelt.

Die Zahl der Fälle mit Infektion durch die neue besorgniserregende Variante (Variant of Concern, VOC) Omikron steigt in den letzten Wochen deutlich an. Inzwischen wurde die VOC Omikron in allen Bundesländern nachgewiesen und dem RKI werden auch einzelne Ausbrüche mit dieser Variante berichtet. Bis zum 21.12.2021 wurden in Deutschland 441 durch Genomsequenzierung bestätigte Fälle der VOC Omikron übermittelt sowie 1.879 weitere Verdachtsfälle mit variantenspezifischem PCR-Befund. In den nächsten Wochen wird mit einer starken Zunahme von Infektionen mit der leichter übertragbaren VOC Omikron gerechnet. Bisherige Meldedaten zu Symptomen deuten auf eher milde Verläufe bei Infizierten mit vollständiger Impfung bzw. Auffrischimpfung.

Bis zum 21.12.2021 waren (nur) 74 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 71 % vollständig geimpft. Darüber hinaus erhielten (nur) 34 % der Bevölkerung bereits eine Auffrischimpfung. Aber weiterhin sind 23 % der Bevölkerung in der Altersgruppe 18-59 Jahre und 12 % in der Altersgruppe ab 60 Jahre noch nicht geimpft. Das Robert Koch-Institut schätzt die Gefährdung für die Gesundheit der nicht oder nur einmal geimpften Bevölkerung in Deutschland insgesamt als sehr hoch ein. Für vollständig Geimpfte wird die Gefährdung als hoch angesehen.“
24.12.21 *35431 370
Der Business Insider berichtet in Booster shots protect against symptomatic Omicron infection for about 10 weeks, study finds über die Ergebnisse einer Studie, die gestern von UK Health Security Agency (UKHSA) zur Frage der Effizienz der Impfstoffe und Booster-Impfungen gegen symptomatische Erkrankung durch die Omikron-Variante veröffentlicht wurde. In der UKHSA Publikation heißt es:

„Die Wirksamkeit der Impfstoffe wurde für Zeiträume nach Dosis 2 und Dosis 3 geschätzt. Die endgültige Analyse umfasste 147.597 Delta- und 68.489 Omikron-Fälle (die vom 27.11.21 – 17.12.21 auftraten). Die Wirksamkeit der Impfstoffe gegen symptomatische Erkrankungen für Zeiträume nach Dosis 2 und Dosis 3 ist in den Abbildungen für diejenigen dargestellt, die eine Erstimpfung mit dem Impfstoff von AstraZeneca, Pfizer oder Moderna erhalten haben. Die Schätzungen für die Auffrischungsimpfungen sind für Pfizer und Moderna getrennt dargestellt. In allen Zeiträumen war die Wirksamkeit gegen Omikron im Vergleich zu Delta geringer. Bei denjenigen, die eine AstraZeneca-Primärimpfung erhielten, lag die Wirksamkeit des Impfstoffs 2 bis 4 Wochen nach einer Pfizer- oder Moderna-Auffrischung bei etwa 60 % und fiel dann bis 10 Wochen nach der Auffrischung auf 35 % bei einer Pfizer-Auffrischung und 45 % bei einer Moderna-Auffrischung. Bei denjenigen, die eine Primärimpfung mit Pfizer erhielten, lag die Wirksamkeit des Impfstoffs nach einer Pfizer-Auffrischung bei etwa 70 % und sank nach mehr als 10 Wochen auf 45 %; nach einer Moderna-Auffrischung lag sie bis zu 9 Wochen nach der Auffrischung bei 70 bis 75 %.“

Wenn sich die Resultate durch weitere Studien erhärten, bedeuten die Ergebnisse, dass alle, die ihre Erstimpfungen nicht mit einem mRNA-Impfstoff und ihre Booster-Impfung mit einem mRNA-Impfstoff erhalten haben und alle, die zwar mit mRNA vollständig geimpft sind, aber mit BioNTech und nicht mit Modernas Spikevax geboostert wurden, spätestens 2 – 3 Monate nach der 1. Booster-Impfung ihre 2. Booster-Impfung gegen eine Omikron-Infektion (nicht wg. Hospitalisierung) erhalten müssten. Zu dieser Frage hört man derzeit vom BMG, dem RKI oder der STIKO: Nichts.

25.12.21 *22214 SA 157
Nach Großbritannien meldet auch Frankreich > 100000 Neuinfektionen an einem Tag, die u. a. zu Personalengpässen führen.
26.12.21 *10100 SO 88
Weil das Ziel 80 % der Bevölkerung ist vollständig geimpft (Erstimpfungen) – die ohne Booster-Impfung nicht stark genug gegen Omikron-Infektionen wirken – nicht bis zum 07.01.2022 (zuvor Zielmarke: bis Weihnachten, danach bis Jahresende) erreicht wird, hat die Bundesregierung als neues Zieldatum Ende Januar ausgegeben. Eigentlich sind jetzt 85 – 95 % erreichte Erst- + Booster-Impfungen nötig.
27.12.21 0,77 0,71-0,81 *13908 69
Laut RND meldet Spanien > 200000 Neuinfektionen an einem Tag. „Allerdings ist die Zahl der infizierten Patienten, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, verhältnismäßig geringer als bei früheren Ausbrüchen. Offiziellen Daten zufolge sind 7,5 Prozent der spanischen Krankenhausbetten und 18 Prozent der Intensivstationen mit Covid-19-Patienten belegt.
28.12.21 0,75 0,71-0,79 *21080 372
Das Bundesverfassungsgericht hat heute den Beschluss 1 BvR 1541/20 v. 16.12.21 veröffentlicht, der laut Pressemitteilung beinhaltet, dass „der Gesetzgeber unverzüglich Vorkehrungen zum Schutz behinderter Menschen für den Fall einer pandemiebedingt auftretenden Triage treffen muss.“ Das betrifft auch Menschen mit chronischen Erkrankungen, „die entsprechend längerfristig und entsprechend gewichtig beeinträchtigt sind.“ Wie das Bundesverfassungsgericht feststellt, verletzt der Gesetzgeber das Grundrecht auf Nicht-Benachteilung behinderter Menschen (Abs. 3 Satz 2 GG u. UN-Behindertenrechtskonvention, BRK) und das Grundrecht auf Leben und körperliche Unversehrtheit (Art. 2 Abs. 2 Satz 1 GG) bzw. kommt seinen daraus erwachsenden Schutzpflichten gegenüber behinderten bzw. chronisch schwer erkrankten Menschen nicht nach, da er „solche Vorkehrungen bislang nicht getroffen hat.“ Die klinisch-ethischen Empfehlungen über die Zutei­lung inten­siv­me­di­zi­ni­scher Ressourcen (Triage) im Kontext der COVID-​19-Pandemie der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) sind nicht ausrechend, um das letztentliche Sterbe-Risiko für die Betroffenen zu beseitigen, da sie „rechtlich nicht verbindlich und auch kein Synonym für den medizinischen Standard im Fachrecht, sondern nur ein Indiz für diesen sind.“
29.12.21 0,83 0,78-0,88 40043 414
30.12.21 0,93 0,88-0,98 42770 383
Laut RKI Wochenbericht v. 30.12.21 „lässt sich die aktuelle epidemiologische Entwicklung aufgrund der feiertagsbedingt geänderten Inanspruchnahme der medizinischen Versorgung, geänderter Testhäufigkeiten, Meldeund Übermittlungsverzügen nur eingeschränkt einschätzen. Die dargestellten Zahlen stellen mit hoher Wahrscheinlichkeit eine saisonbedingte Untererfassung dar, da insbesondere die Anzahl von Testungen und damit Labormeldungen reduziert sind.

Das Robert Koch-Institut schätzt die Gefährdung durch COVID-19 für die Gesundheit der Bevölkerung in Deutschland insgesamt als sehr hoch ein. Ursächlich hierfür ist das Auftreten und die rasante Verbreitung der Omikronvariante, die sich nach derzeitigem Kenntnisstand (aus anderen Ländern) deutlich schneller und effektiver verbreitet als die bisherigen Virusvarianten. Dadurch ist mit einer schlagartigen Erhöhung der Infektionsfälle zu rechnen und es kann zu einer schnellen Überlastung des Gesundheitssystems und ggf. weiterer Versorgungsbereiche kommen.

In KW 50/2021 wurden insgesamt – also sowohl in der Stichprobe als auch in der anlassbezogenen Probe – 895 Omikron-Gesamtgenomsequenzen in Deutschland nachgewiesen und an das RKI übermittelt. Die neue VOC Omikron machte dabei unter allen eingereichten Sequenzen in der genannten Woche einen Anteil von 10 % aus. Bei diesem Anteil ist aufgrund des kombinierten Datensatzes nicht von einer repräsentativen Auswahl auszugehen. Die Ausbreitung von Omikron ist in den Bundesländern sehr unterschiedlich, sie liegt in MW 51 zwischen 1% in Sachsen und 65% in Bremen. Die Schwankungen ergeben sich aus den zum Teil noch niedrigen Omikron-Fallzahlen, der unterschiedlichen Häufigkeit von Testungen auf das Vorhandensein von VOC in den einzelnen Bundesländern sowie Verzögerungen in der labordiagnostischen Erfassung und Übermittlung. Daher liegt mit einem Omikronanteil von 17,5% auch eine Unterschätzung. Zwischen dem 21.11.2021 und 27.12.2021 wurden in Deutschland (Datenstand 28.12.2021) insgesamt 10.443 (Verdachts-) Fälle der Omikronvariante über das Meldesystem nach IfSG übermittelt, davon wurden 1.555 per Gesamtgenomsequenzierung zweifelsfrei bestätigt, während 8.888 mittels variantenspezifische PCR-Testung als Verdacht auf Omikron eingestuft wurden. Zu den im Meldesystem vorliegenden Omikronfällen sind zum Teil Zusatzinformationen bekannt. Für 6.788 Fälle wurden Angaben zu den Symptomen übermittelt, es wurden überwiegend keine oder milde Symptome angegeben. 124 Patientinnen und Patienten wurden hospitalisiert, vier Person sind verstorben. Für 543 (5 %) Fälle wurde eine Exposition im Ausland angegeben. 1.097 Patientinnen und Patienten waren ungeimpft, 4.020 waren vollständig geimpft, von diesen wurde für 1.137 eine Auffrischimpfung angegeben. Auf Basis der übermittelten Daten wurden unter allen übermittelten Omikron-Infektionen 148 Reinfektionen ermittelt.“

Das israelische Gesundheitsministerium hat mitgeteilt, dass ab sofort Personen mit Immunschwächen ein 2. Booster-Impfung bzw. 4. Impfung erhalten. Zuvor hatte das Beratungsgremium der Regierung zu COVID-19 empfohlen, Personen mit Immunschwächen, älter als 60 Jahre und Mitarbeitern der Alten- und Krankenpflege eine zweite Booster-Impfung gegen Omikron anzubieten. Parallel führt seit Montag das Sheba Medical Center eine Studie zur Sicherheit und Effizienz einer 4. Impfung mit 150 Angehörigen des medizinischen Personals durch, die bereits drei Impfungen mit BioNTechs Comirnaty erhalten haben.
31.12.21 41240 323
Laut RND „dominiert die Omikron-Variante des Coronavirus in Frankreich mittlerweile das Infektionsgeschehen. 62,4 Prozent der Suchtests auf die neue Variante seien zu Beginn der Woche positiv gewesen, teilte die französische Gesundheitsbehörde am Donnerstagabend mit.“
01.01.22 *26392 SA 184
02.01.22 *12515 SO 46
03.01.22 0,97 0,91-1,04 *18518 68
Die israelische Regierung bzw. das israelische Gesundheitsministerium teilten mit, dass entgegen ersten Ankündigungen am 30.12.21 zum Angebot einer 2. Booster-Impfung für Personen mit Immunschwächen nun auch allen Personen älter als 60 Jahre und Mitarbeitern der Alten- und Krankenpflege das gleiche Angebot gemacht wird, während die Studie zur 2. Booster-Impfung am Sheba Medical Center weiter läuft.
04.01.22 0,95 0,89-1,03 30561 356
Bei einem Besuch des Sheba Medical Center verkündete der Generaldirektor des israelischen Gesundheitsministeriums das vorläufige Ergebnis der laufenden Studie am Sheba Medical Center. Demnach bewirke die 2. Booster-Impfung einen fünffachen Anstieg der Antikörperspiegels. Die Leiterin der Studie, Prof. Gili Regev-Yochay, zeigte sich in einem Interview über das bisherige Resulat enttäuscht, da der Anstieg der Antikörper nur kurzzeitig erfolgt und man alle 3 - 4 Monate erneut geboostert werden müsste, was sie nicht empfiehlt bis mehr Daten vorliegen.
05.01.22 1,03 0,96-1,12 58912 346
Im Vorgriff auf die Bund-Länder Konferenz am Freitag hat die Kultusministerkonferenz (KMK) bereits ihre Positionen im Beschluss "Präsenzbetrieb an Schulen trotz Omikron sicherstellen" klargemacht, laut dem „das Präsenzlernen auch unter dem Eindruck der Omikron-Variante höchste Priorität hat, damit Bildungschancen weitestgehend sichergestellt und psychosoziale Folgeschäden bei Kindern und Jugendlichen verhindert bzw. erkannt werden können. Das vom Bundesverfassungsgericht kürzlich hervorgehobene Recht der Kinder und Jugendlichen auf schulische Bildung gilt es daher zu wahren. (…) Um das Lehren und Lernen und zugleich die Betreuung von Schülern in den Schulen weiterhin sicherstellen zu können, regen die Kultusminister der Länder eine Überarbeitung der Quarantäneregeln für Schüler und das schulische Personal im Sinne einer Gleichbehandlung der Schulen mit den zur Kritischen Infrastruktur zählenden Einrichtungen an. Die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs ist für Kinder und Jugendliche systemrelevant und darüber hinaus eine Grundlage für die Sicherstellung der Arbeitsfähigkeit anderer Kritischer Infrastrukturen.“ Was darüber hinaus nicht im Beschluss erörtert wird, fasst der Spiegel in Schulen sollen nicht durch strenge Quarantäneregeln lahmgelegt werden zusammen. Und täglich grüßt das Murmeltier.

Auch ein milder bis moderater Verlauf einer COVID-19 Erkrankung kann laut einer Studie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) mit 443 nicht geimpften Menschen im Alter von 45 bis 74 Jahren, die sich 2020 infiziert hatten, zu Organschäden an Lunge, Herz und Nieren und Beinvenenthrombosen führen. „Die Erkenntnis, dass selbst ein milder Krankheitsverlauf mittelfristig zur Schädigung diverser Organe führen kann, hat höchste Bedeutsamkeit gerade auch im Hinblick auf die aktuelle Omikron-Variante, die mehrheitlich mit milderen Symptomen einherzugehen scheint“ erklärten die Wissenschaftler. Was man im Hinterkopf behalten sollte angesichts der Frage, wie die Politik der Omikron-Welle begegnen will oder eben nicht.
06.01.22 1,16 1,07-1,28 64340 443
Omikron Fallverteilung

Laut RKI Wochenbericht v. 06.01.22 „setzte sich in der 52. Kalenderwoche (KW) der zuletzt abnehmende Trend der wöchentlichen Fallzahlen nicht fort. Die durch eine Adjustierung für den Meldeverzug (Nowcast-Verfahren) geschätzten Werte der Hospitalisierungsinzidenz bewegen sich weiterhin auf hohem Niveau und zeigen nach einer Stagnation aktuell ebenfalls einen leicht ansteigenden Trend. Die Belastung der Intensivstationen ist durch die Vielzahl schwer an COVID-19 erkrankter Personen weiterhin hoch. Mit Datenstand vom 05.01.2022 werden 3.561 Personen mit einer COVID-19-Diagnose auf einer Intensivstation behandelt, davon benötigen aktuell knapp 3.000 Personen eine respiratorische Unterstützung wovon 2.000 Personen invasiv beatmet werden.

Die Zahl und der Anteil der Fälle mit Infektion durch die besorgniserregende Variante (Variant of Concern, VOC) Omikron steigt in den letzten Wochen sehr rasch an. Inzwischen wurde die VOC Omikron in allen Bundesländern nachgewiesen und dem RKI werden auch einzelne Ausbrüche mit dieser Variante berichtet. Bis zum 03.01.2022 wurden in Deutschland 3.331 durch Genomsequenzierung bestätigte Omikronfälle übermittelt sowie 32.198 weitere Verdachtsfälle mit variantenspezifischem PCR-Befund. Erste Studien deuten auf einen geringeren Anteil an Hospitalisierten im Vergleich zu Infektionen mit der Deltavariante bei Infizierten mit vollständiger Impfung bzw. Auffrischimpfung hin.

Bis zum 04.01.2022 waren (nur) 74 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 71 % vollständig geimpft. Darüber hinaus erhielten (nur) 40 % der Bevölkerung bereits eine Auffrischimpfung. Aber weiterhin sind 22 % der Bevölkerung in der Altersgruppe 18-59 Jahre und 12 % in der Altersgruppe ab 60 Jahre noch nicht geimpft.“

Aus der 2. Stellungnahme des Expertenrates der Bundesregierung zu COVID-19:
„Die starke Infektionsdynamik und die damit verbundene hohe Zahl von parallel auftretenden Erkrankungen droht den gegenüber der Delta-Variante gegebenen Vorteil der milderen Krankheitsverläufe quantitativ aufzuwiegen. So führen die zeitweise sehr hohen Fallzahlen in einzelnen europäischen Staaten und in den USA derzeit zu einem deutlichen Anstieg der Krankenhausaufnahmen. Aktuelle Statistiken aus verschiedenen europäischen Staaten zeigen deutlich vermehrte Aufnahmen auf die Normalstationen, aber im Vergleich zu vorangegangen Infektionswellen anteilig weniger Aufnahmen auf die Intensivstationen.

Ein hohes Patientenaufkommen kombiniert mit akutem Personalmangel kann innerhalb von kurzer Zeit die allgemeine medizinische Versorgung in Deutschland gefährden. Hervorzuheben ist zudem, dass gerade im Bereich der Kinderkliniken ohnehin eine eng limitierte stationäre Versorgungskapazität besteht. Ferner ist damit zu rechnen, dass zeitgleich infektiöse und nichtinfektiöse Patient:innen in großer Zahl in den Notaufnahmen behandelt werden müssen.

Für die Aufrechterhaltung der Versorgung ist eine ausgewogene Quarantäneregelung erforderlich, die gleichzeitig den Erfordernissen des Infektionsschutzes insbesondere für vulnerable Gruppen gerecht wird.“
07.01.22 1,26 1,13-1,41 56335 264
Nachdem der Expertenrat der Bundesregierung bereits gestern einige Vorlagen geliefert hatte, steht im Mittelpunkt des "Vor Omikron" Beschlusses der Bundesregierung und der Bundesländer die Änderung der Quarantäne- und Isolationszeiträume für Kontaktpersonen und Infizierte:
  • keine sinnvolle Verpflichtung, sondern nur die Empfehlung zum Tragen von FFP2-Masken „beim Einkaufen in Geschäften und bei der Nutzung des Öffentlichen Personennah- und -fernverkehrs“
  • 2G+Test oder +Booster-Impfung als Zugangsvoraussetzung zur Gastronomie
  • Bundesländer wollen Bars und Kneipen stärker auf Einhalten der Zugangsbeschränkungen und Hygienkonzepte kontrollieren
  • um mögliche Personalengpässe und -ausfälle wegen der Omikron-Welle abzufedern bei Inkaufnahme höherer Infektionszahlen wird rechtlich geregelt:
    • keine Quarantäne für Kontaktpersonen von Infizierten, wenn die Kontaktpersonen Booster-Impfung erhalten hatten, gerade genesen sind oder geimpft wurden
    • Verkürzung der Dauer von Quarantäne oder Isolation von 10 auf 7 Tage nach Nachweis mit negativem PCR-Test oder zertifizierten Antigen-Schnelltest
    • Verkürzung der Dauer der Isolation von 10 auf 7 Tage nach Nachweis mit negativem PCR-Test plus 48-stündiger Symptomfreiheit für Beschäftigte in der Kranken- und Altenpflege
    • Verkürzung der Dauer der Quarantäne für Schüler und Kinder von 10 auf 5 Tage und Isolation von 10 auf 7 Tage nach negativem PCR- oder Antigen-Schnelltest
    • Überstunden und Doppelschichten für alle „durch Nutzung der Möglichkeiten von Ausnahmen von den geltenden Vorschriften des Arbeitszeitgesetzes“
  • Bundesregierung drückt sich weiter vor der Einführung einer allgemeinen Impfpflicht und dem damit verbundenen Gesetzgebungsprozess
  • ansonsten gelten die Inhalte des Beschlusses vom 21.12.21 bzw. 02.12.21 weiter

Siehe auch Quarantäne- und Isolierungsdauern bei SARS-CoV-2-Expositionen und -Infektionen; entsprechend Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz vom 7. Januar 2022 vom RKI (14.01.22).

Laut dem Bericht Wirksamkeit von 3 Dosen COVID-19-Impfstoff gegen symptomatisches COVID-19 und Krankenhausaufenthalt bei Erwachsenen im Alter von 65 Jahren und älter der UK Health Security Agency (UKHSA) „lag bei denjenigen, die 2 Dosen mit AstraZenecas Vaxzevria erhalten hatten, die Wirksamkeit gegen eine symptomatische Erkrankung (mit bei Omikron milderem Verlauf) 2 bis 4 Wochen nach einer Auffrischungsdosis (entweder mit BioNTechs Comirnaty oder Modernas Spikevax) zwischen 62 % und 65 % und sank nach 5-9 Wochen auf 48 % bzw. 56 % für die BioNTech- bzw. Moderna-Auffrischungsdosis. Für den BioNTech-Booster sank die Wirksamkeit nach 10+ Wochen weiter auf 32 %. Bei denjenigen, die zwei Dosen BioNTechs Comirnaty gefolgt von einem BioNTech-Booster erhalten hatten, lag die Wirksamkeit 2 bis 4 Wochen nach dem Booster bei 65 %, fiel dann auf 49 % 5 bis 9 Wochen und 31 % 10+ Wochen später. Bei denjenigen, die zwei Dosen BioNTechs Comirnaty gefolgt von einem Moderna-Booster erhalten hatten, lag die Wirksamkeit 2 bis 4 Wochen nach dem Booster bei 70 % und sank 5 bis 9 Wochen später auf 57 % (was wieder für Moderna bzw. den Moderna-Booster spricht).“ Sprich AHA-L Regeln, Kontaktreduzierung und FFP2-Masken sind ein absolutes Muss.

Aber: „2 bis 9 Wochen nach der dritten Dosis war die Verabreichung von 3 Dosen eines Impfstoffs mit einem um 89 % verringerten Risiko einer Krankenhauseinweisung bei symptomatischen Fällen mit der Omikron-Variante verbunden. Dieser Wert ging leicht zurück, blieb aber mit einem um 85 % verringerten Risiko einer Krankenhauseinweisung 10+ Wochen nach Erhalt der dritten Dosis hoch. In Kombination mit der Wirksamkeit gegen symptomatische Erkrankungen entsprach dies einer Wirksamkeit gegen Krankenhauseinweisungen von 94 % 2 bis 9 Wochen nach der Auffrischungsdosis und 89 % 10 Wochen nach der Auffrischungsdosis bei Personen im Alter von 65 Jahren oder älter.“ Sprich Booster-Impfungen sind ein absolutes Muss.

08.01.22 55889 SA 268
Wohin die Reise mit Omikron gehen könnte, zeigt der Bericht der Zeit Corona-Politik in Israel: Omikron ändert alles.
09.01.22 36552 SO 77
10.01.22 1,17 1,06-1,27 25255 52
11.01.22 1,10 1,01-1,19 45690 322
12.01.22 1,11 1,02-1,20 80430 384
13.01.22 1,14 1,04-1,24 81417 316
Zur Einhegung des exponentiellen Wachstums der Omikron-Infektionen und Entlastung des Gesundheitssystems empfiehlt die STIKO „die Auffrischimpfung für 12- bis 17-jährige Kinder und Jugendliche mit dem mRNA-Impfstoff Comirnaty in der altersentsprechenden Dosierung (30 µg). Die 3. Impfstoffdosis soll in einem Mindestabstand von 3 Monaten zur vorangegangenen Impfung verabreicht werden.“

Weiter empfielt die STIKO allen Erwachsenen, die mit Janssen erstgeimpft wurden, sich weiterhin für die 2. Impfung und die 3. Auffrischimpfung mit einem Mindestabstand von 3 Monaten zur 2. Dosis mit einem mRNA-Impfstoff impfen zu lassen.

Laut RKI Wochenbericht v. 13.01.22 „hat nach dem vorübergehenden Rückgang der Fallzahlen, der schweren Krankheitsverläufe und der Todesfälle gegen Ende des Jahres 2021 in der vierten Welle, in Deutschland mit der dominanten Zirkulation der Omikronvariante die fünfte Welle der COVID-19-Pandemie begonnen. In KW 01/2022 überwog in Deutschland erstmals der Anteil der gemäß IfSG gemeldeten Infektionen, welche durch die besorgniserregende Variante (Variant of Concern, VOC) Omikron (B.1.1.529) verursacht wurden. Der Anteil betrug 73 % der übermittelten COVID-19-Fälle. Der rasante Anstieg des Omikronanteils unter den übermittelten COVID-19 Fällen hat sich in der letzten Woche fortgesetzt. Bis zum 10.01.2022 wurden in Deutschland 9.848 durch Genomsequenzierung bestätigte Omikronfälle übermittelt sowie 91.311 weitere Verdachtsfälle mit variantenspezifischem PCR-Befund. In den nächsten Wochen wird mit einer starken Zunahme von Infektionen mit der auch bei Geimpften und Genesenen leichter übertragbaren Omikronvariante gerechnet.

Die durch eine Adjustierung für den Meldeverzug (Nowcast-Verfahren) geschätzten Werte der Hospitalisierungsinzidenz bewegen sich weiterhin auf hohem Niveau und zeigen nach einer Stagnation aktuell wieder einen leicht ansteigenden Trend. Die Belastung der Intensivstationen ist durch die Vielzahl sehr schwer an COVID-19 erkrankter Personen weiterhin hoch. Mit Datenstand vom 12.01.2022 werden 3.050 Personen mit einer COVID-19Diagnose auf einer Intensivstation behandelt, wovon ca. 1.800 Personen invasiv beatmet werden. Erste Studien deuten auf einen geringeren Anteil an Hospitalisierten im Vergleich zu Infektionen mit der Deltavariante bei Infizierten mit vollständiger Impfung bzw. Auffrischimpfung hin.

Bis zum 11.01.2022 waren (nur) 75 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 72 % vollständig geimpft. Darüber hinaus erhielten (nur) 44 % der Bevölkerung bereits eine Auffrischimpfung. Aber weiterhin sind 22 % der Bevölkerung in der Altersgruppe 18-59 Jahre und 12 % in der Altersgruppe ab 60 Jahre noch nicht geimpft.
14.01.22 1,21 1,11-1,31 92223 286
Ergänzend zum UKHSA Bericht vom 07.01.22 und 24.12.21 zur Wirksamkeit der Impfstoffe vor einer Infektion mit der Omikron-Variante oder vor einer schweren Erkrankung bzw. Hospitalisierung wegen einer Infektion mit der Omikron-Variante heißt es im UKHSA Technical Briefing 34 vom 14.01.22:

„Bei denjenigen, die zwei Dosen Pfizer oder Moderna erhalten hatten, sank die Wirksamkeit bis 20 Wochen nach der zweiten Dosis von etwa 65 bis 70 % auf etwa 10 %. Zwei bis 4 Wochen nach einer Auffrischungsdosis lag die Wirksamkeit des Impfstoffs zwischen 65 und 75 %, fiel 5 bis 9 Wochen später auf 55 bis 65 % und 10+ Wochen nach der Auffrischung auf 45 bis 50 %.

Die Ergebnisse zu Krankenhausaufenthalten sind in Tabelle 2 dargestellt. Eine Impfstoffdosis war bei symptomatischen Fällen mit der Omikron-Variante mit einem um 43 % verringerten Hospitalisierungsrisiko verbunden, zwei Dosen mit einer 55-prozentigen Verringerung bis zu 24 Wochen nach der zweiten Dosis und einem um 40 % verringerten Risiko 25 oder mehr Wochen nach der zweiten Dosis, und eine dritte Dosis war mit einem um 74 % verringerten Hospitalisierungsrisiko in den ersten 2 bis 4 Wochen nach der Impfung verbunden, das bis 10+ Wochen nach der Auffrischungsdosis leicht auf 66 % abfiel. In Verbindung mit der Wirksamkeit des Impfstoffs gegen symptomatische Erkrankungen entsprach dies einer Wirksamkeit der Impfstoffe gegen Krankenhausaufenthalte von 58 % nach einer Dosis, 64 % 2 bis 24 Wochen nach zwei Dosen, 44 % 25+ Wochen nach zwei Dosen und 92 %, die 10+ Wochen nach einer Auffrischungsdosis auf 83 % sank.

Diese Schätzungen deuten darauf hin, dass die Wirksamkeit der Impfstoffe gegen symptomatische Erkrankungen bei der Omikron-Variante deutlich geringer ist als bei der Delta-Variante und schnell abnimmt. Dennoch ist der Schutz vor Krankenhausaufenthalten viel größer, insbesondere nach einer Auffrischungsdosis, bei der die Wirksamkeit der Impfstoffe gegen Krankenhausaufenthalte etwa 85 bis 90 % beträgt. Weitere Daten werden benötigt, um die Dauer des Schutzes vor Krankenhausaufenthalten abzuschätzen.“

15.01.22 78022 SA 235
Basierend auf der 2. Verordnung vom 14.01.22 zur Änderung der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung (SchAusnahmV) und der Coronavirus-Einreiseverordnung hat das RKI mit Wirkung vom 15.01.22 die Vorgaben des RKI für COVID-19-Genesenennachweise dahingehend geändert, dass man nach positivem PCR-Test nur noch für 3 Monate statt 6 Monate den Status als Genesener behält, „da die bisherige wissenschaftliche Evidenz darauf hindeutet, dass Ungeimpfte nach einer durchgemachten Infektion einen im Vergleich zur Deltavariante herabgesetzten und zeitlich noch stärker begrenzten Schutz vor einer erneuten Infektion mit der Omikronvariante haben.“
16.01.22 52504 SO 47
17.01.22 1,11 1,04-1,21 34145 30
Die Leiterin der Studie zur 2. Booster-Impfung mit Comirnaty am Sheba Medical Center in Israel, Prof. Gili Regev-Yochay, wiederholte laut einem Bericht der Times of Israel ihre Aussagen vom 04.01.22 zu den vorläufigen negativen Resultaten: „Der Impfstoff, der gegen die vorherigen Stämme sehr wirksam war, ist gegen den Omicron-Stamm weniger wirksam. Wir sehen einen Anstieg der Antikörper, der höher ist als nach der dritten Dosis. Wir sehen jedoch viele mit Omicron Infizierte, die die vierte Dosis erhalten haben. Zugegeben, etwas weniger als in der Kontrollgruppe, aber immer noch eine Menge Infektionen.“ Wohl auf Druck des israelischen Gesundheitsministeriums, das mit den Resultaten nicht zufrieden sei, veröffentlichte das Zentrum später, man solle „die Impfkampagne (Anm.: mit 4. Impfung bzw. 2. Booster-Impfung) für Risikogruppen zu diesem Zeitpunkt fortsetzen, auch wenn der Impfstoff keinen optimalen Schutz vor einer Ansteckung mit der Variante bietet.“
18.01.22 1,08 1,02-1,18 74405 193
19.01.22 1,07 1,01-1,16 112323 239
20.01.22 1,09 1,02-1,16 133536 234
RKI Wochenbericht
SARS-CoV-2 VOC/VOI Mutantenanteile SARS-CoV-2 Fallverteilung SARS-CoV-2 Hospitalisierung

Laut RKI Wochenbericht v. 20.01.22 „hat in Deutschland mit der dominanten Zirkulation der Omikronvariante die fünfte Welle der COVID19-Pandemie begonnen. In der 2. Kalenderwoche (KW) 2022 setzte sich der steigende Trend bei den wöchentlichen Fallzahlen fort. In nahezu allen Bundesländern waren z. T. sehr deutliche Anstiege der Fallzahlen zu verzeichnen. In den Altersgruppen der 5- bis 24-Jährigen liegt die 7-Tage-Inzidenz bereits bei über 1000 SARS-CoV-2-Infektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Die 7-Tages-Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen von 5-14 Jahren hat sich in der letzten Woche verdoppelt. Der Anteil der gemäß IfSG gemeldeten Infektionen, welche durch die besorgniserregende Variante (Variant of Concern, VOC) Omikron (B.1.1.529) verursacht wurden, betrug in KW 02/2022 bereits 89 % der übermittelten COVID-19-Fälle.

Die Belastung der Intensivstationen ist durch die Vielzahl sehr schwer an COVID-19 erkrankter Personen weiterhin hoch, im Vergleich zur Vorwoche jedoch leicht gesunken. Mit Datenstand vom 19.01.2022 werden 2.571 Personen mit einer COVID-19-Diagnose auf einer Intensivstation behandelt, wovon ca. 1.500 Personen invasiv beatmet werden.

Bis zum 18.01.2022 waren (nur) 75 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 73 % vollständig geimpft. Darüber hinaus erhielten (nur) 48 % der Bevölkerung bereits eine Auffrischimpfung. Aber weiterhin sind 22 % der Bevölkerung in der Altersgruppe 18-59 Jahre und 12 % in der Altersgruppe ab 60 Jahre noch nicht geimpft.“
21.01.22 1,15 1,05-1,23 140160 170
Wie der Spiegel berichtet, hat in Österreich das Parlament dem Gesetzentwurf der Regierung zur Einführung einer allgemeinen Verpflichtung für alle ab 18 Jahren (mit Ausnahmen), sich gegen Corona impfen zu lassen, zugestimmt. Wenn der Bundesrat zustimmt, wird das Gesetz Mitte März wirksam. Die Einhaltung wird stichprobenartig kontrolliert und Verstösse können mit Geldstrafen von 600 – 3600 € geahndet werden.

Laut einem Bericht der ICMRA (Internationale Koalition der Arzneimittelbehörden), zu der u. a. das PEI und die EMA gehören, über den die EMA berichtet, hat die IMCRA nochmal bereits bekannte Fakten zur Effizienz von Vakzinen gegen die Omikron-Variante inklusive der Notwendigkeit einer Booster-Impfung festgestellt. Darüber hinaus sagen ihre Mitglieder, „dass die Verabreichung mehrerer Auffrischungsdosen in kurzen Abständen längerfristig kein nachhaltiger Ansatz ist (s. Studie am Sheba Medical Center). Es muss eine langfristige Strategie für die Arten von Impfstoffen entwickelt werden, die für die künftige Behandlung von COVID-19 erforderlich sind.“ Sie „ermutigen die globalen Regulierungsbehörden, die internationale wissenschaftliche Gemeinschaft und die Impfstoffentwickler, alternative Ansätze zu monovalenten (Anm.: gegen eine Variante effektiv) Impfstoffen zu prüfen. Nach Ansicht der Regulierungsbehörden sollten die Unternehmen auch die Möglichkeit der Entwicklung bivalenter oder multivalenter (Anm.: gegen 2 – n Varianten effektiv) Impfstoffvarianten untersuchen, um festzustellen, ob sie Vorteile gegenüber monovalenten Impfstoffen bieten. Die Fähigkeit aktualisierter Impfstoffe, andere bedenkliche Varianten kreuzneutralisieren zu können, wäre ein zusätzliches Merkmal im Hinblick auf die Breite des Schutzes, den aktualisierte Impfstoffe bieten.“
22.01.22 135461 SA 179
In der 3. Stellungnahme Aktualisierte Beurteilung der Infektionslage und notwendiger Maßnahmen des Corona-Expertenrates der Bundesregierung heißt es: „Der ExpertInnenrat erwartet einen weiteren Anstieg der Infektionszahlen, und es können in der Spitze 7-Tages-Inzidenzen von mehreren Tausend regional erreicht werden. Das Ausmaß der Krankenhausbelastung wird entscheidend von den Inzidenzen in der Gruppe der ungeimpften Erwachsenen und der über 50-Jährigen abhängen. Hier sind die Inzidenzen derzeit noch vergleichsweise niedrig, jedoch wurden in der Vergangenheit die Infektionen aus anderen Teilen der Bevölkerung in die Gruppe der Älteren eingetragen. Zudem besteht auch bei den über 50-Jährigen weiterhin eine zu große Impflücke. Die Hospitalisierungsrate wird niedriger als bei der Delta-Variante erwartet, müsste aber eine ganze Größenordnung (etwa Faktor 10) niedriger liegen als im vergangenen Winter, um die erwartete hohe Fallzahl zu kompensieren und das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Von einer derart starken Reduktion der Hospitalisierungsrate ist auf der Basis der aktuell verfügbaren Daten trotz Impfungen nicht auszugehen. Entsprechend sind bei weiter steigenden Inzidenzen sehr viele Krankenhausaufnahmen zu erwarten. Zudem fallen regional in Deutschland bereits an einigen Kliniken viele MitarbeiterInnen durch Infektionen mit der Omikron-Variante und durch Quarantäne aus, und vereinzelt kommt es bereits zu Lieferengpässen bei medizinischen Gütern. Dies kann relevante Gefährdungen, z.B. bei der Versorgung von PatientInnen mit anderen Krankheiten, zur Folge haben.

Wenn in Folge eines weiteren Anstiegs der Inzidenzen kritische Marken, wie z.B. eine zu hohe Hospitalisierungsrate, erreicht werden, können weitergehende Maßnahmen zur Infektionskontrolle zukünftig notwendig werden. Diese sollten daher jetzt so vorbereitet werden, dass sie ohne Verzögerung umgesetzt werden können. Sowohl Kontaktbeschränkungen als auch Boosterimpfungen sind notwendig, um die Dynamik der aktuellen Omikron-Welle zu bremsen und das Gesundheitssystem und die KRITIS zu schützen. Deshalb ist auf eine Intensivierung der Booster-Impfkampagne Wert zu legen. Langfristig ist es dringend erforderlich, die verbliebenen Immunitätslücken in der Gesellschaft durch Impfungen zu schließen, da ansonsten zyklisch mit erneuten starken Infektions- und Erkrankungswellen zu rechnen ist.“

In der 4. Stellungnahme Dringende Maßnahmen für eine verbesserte Datenerhebung und Digitalisierung des Corona-Expertenrates heißt es: „Im Moment bedient sich Deutschland zur Einschätzung der Omikron-Variante vorrangig ausländischer Untersuchungen, z.B. aus Großbritannien, Dänemark und den USA, die Daten mit hoher zeitlicher Auflösung zu Infektiosität und Krankheitsschwere zur Verfügung stellen. Diese Daten sind für die Bewertung der aktuellen Lage und potentieller Szenarien von hohem Wert, jedoch ist ihre Übertragbarkeit auf die hiesige Situation aufgrund verschiedener Faktoren limitiert, was die Möglichkeit von Fehleinschätzungen impliziert. Deutschland benötigt eine umfassende Digitalisierung des Gesundheitswesens mit Ausleitung, Auswertung und Veröffentlichung von anonymisierten Gesundheitsdaten in Echtzeit. Die Einführung der elektronischen Patientenakte sollte mit höchster Priorität umgesetzt werden. Darüber hinaus muss die Digitalisierung im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) durch die im Rahmen des Paktes für den ÖGD beschlossenen Maßnahmen vorangebracht werden. Weitere Digitalisierungsschritte und Maßnahmen für eine offene Zugänglichkeit und zeitgemäße wissenschaftliche Analyse Pandemie-relevanter Daten und Aspekte sind darüber hinaus dringend, insbesondere auch zur Vorbereitung auf den Herbst/Winter 2022/23 notwendig.“
23.01.22 85440 SO 54
24.01.22 1,21 1,11-1,33 63393 28
Quelle: RKI COVID-19-Dashboard und Situations- u. Wochenberichte (Archiv). R-Werte und Werte des Prädikationsintervalls werden v. RKI nachträglich nach unten bzw. oben korrigiert – ebenso wie die Inzidenzwerte. Das RKI ist wie das PEI eine wissenschaftliche und eine politisch nicht unabhängige Bundesoberbehörde, die dem Bundesministerium für Gesundheit unterstellt ist. Aktualisierte Werte finden sich in Tabellen über Nowcasting und R-Schätzung.
* Von Bundesland/Bundesländern wurden keine oder falsche Zahlen übermitelt.
Todesfälle lt. RKI Situationsbericht

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