SARS-CoV-2 3. Archiv

Januar 2022 –

Datum R 95%-Prädikationsintervall v. R N WE †
01.01.22 *26392 SA 184
02.01.22 *12515 SO 46
03.01.22 0,97 0,91-1,04 *18518 68
Die israelische Regierung bzw. das israelische Gesundheitsministerium teilten mit, dass entgegen ersten Ankündigungen am 30.12.21 zum Angebot einer 2. Booster-Impfung für Personen mit Immunschwächen nun auch allen Personen älter als 60 Jahre und Mitarbeitern der Alten- und Krankenpflege das gleiche Angebot gemacht wird, während die Studie zur 2. Booster-Impfung am Sheba Medical Center weiter läuft.
04.01.22 0,95 0,89-1,03 30561 356
Bei einem Besuch des Sheba Medical Center verkündete der Generaldirektor des israelischen Gesundheitsministeriums das vorläufige Ergebnis der laufenden Studie am Sheba Medical Center mit 150 Mitarbeitern zur 2. Booster-Impfung. Demnach bewirke die 2. Booster-Impfung einen fünffachen Anstieg der Antikörperspiegels. Die Leiterin der Studie, Prof. Gili Regev-Yochay, zeigte sich in einem Interview über das bisherige Resulat enttäuscht, da der Anstieg der Antikörper nur kurzzeitig erfolgt und man alle 3 - 4 Monate erneut geboostert werden müsste, was sie nicht empfiehlt bis mehr Daten vorliegen.
05.01.22 1,03 0,96-1,12 58912 346
Im Vorgriff auf die Bund-Länder Konferenz am Freitag hat die Kultusministerkonferenz (KMK) bereits ihre Positionen im Beschluss "Präsenzbetrieb an Schulen trotz Omikron sicherstellen" klargemacht, laut dem „das Präsenzlernen auch unter dem Eindruck der Omikron-Variante höchste Priorität hat, damit Bildungschancen weitestgehend sichergestellt und psychosoziale Folgeschäden bei Kindern und Jugendlichen verhindert bzw. erkannt werden können. Das vom Bundesverfassungsgericht kürzlich hervorgehobene Recht der Kinder und Jugendlichen auf schulische Bildung gilt es daher zu wahren. (…) Um das Lehren und Lernen und zugleich die Betreuung von Schülern in den Schulen weiterhin sicherstellen zu können, regen die Kultusminister der Länder eine Überarbeitung der Quarantäneregeln für Schüler und das schulische Personal im Sinne einer Gleichbehandlung der Schulen mit den zur Kritischen Infrastruktur zählenden Einrichtungen an. Die Aufrechterhaltung des Schulbetriebs ist für Kinder und Jugendliche systemrelevant und darüber hinaus eine Grundlage für die Sicherstellung der Arbeitsfähigkeit anderer Kritischer Infrastrukturen.“ Was darüber hinaus nicht im Beschluss erörtert wird, fasst der Spiegel in Schulen sollen nicht durch strenge Quarantäneregeln lahmgelegt werden zusammen. Und täglich grüßt das Murmeltier.

Auch ein milder bis moderater Verlauf einer COVID-19 Erkrankung kann laut einer Studie am Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE) mit 443 nicht geimpften Menschen im Alter von 45 bis 74 Jahren, die sich 2020 infiziert hatten, zu Organschäden an Lunge, Herz und Nieren und Beinvenenthrombosen führen. „Die Erkenntnis, dass selbst ein milder Krankheitsverlauf mittelfristig zur Schädigung diverser Organe führen kann, hat höchste Bedeutsamkeit gerade auch im Hinblick auf die aktuelle Omikron-Variante, die mehrheitlich mit milderen Symptomen einherzugehen scheint“ erklärten die Wissenschaftler. Was man im Hinterkopf behalten sollte angesichts der Frage, wie die Politik der Omikron-Welle begegnen will oder eben nicht.
06.01.22 1,16 1,07-1,28 64340 443
Omikron Fallverteilung

Laut RKI Wochenbericht v. 06.01.22 „setzte sich in der 52. Kalenderwoche (KW) der zuletzt abnehmende Trend der wöchentlichen Fallzahlen nicht fort. Die durch eine Adjustierung für den Meldeverzug (Nowcast-Verfahren) geschätzten Werte der Hospitalisierungsinzidenz bewegen sich weiterhin auf hohem Niveau und zeigen nach einer Stagnation aktuell ebenfalls einen leicht ansteigenden Trend. Die Belastung der Intensivstationen ist durch die Vielzahl schwer an COVID-19 erkrankter Personen weiterhin hoch. Mit Datenstand vom 05.01.2022 werden 3.561 Personen mit einer COVID-19-Diagnose auf einer Intensivstation behandelt, davon benötigen aktuell knapp 3.000 Personen eine respiratorische Unterstützung wovon 2.000 Personen invasiv beatmet werden.

Die Zahl und der Anteil der Fälle mit Infektion durch die besorgniserregende Variante (Variant of Concern, VOC) Omikron steigt in den letzten Wochen sehr rasch an. Inzwischen wurde die VOC Omikron in allen Bundesländern nachgewiesen und dem RKI werden auch einzelne Ausbrüche mit dieser Variante berichtet. Bis zum 03.01.2022 wurden in Deutschland 3.331 durch Genomsequenzierung bestätigte Omikronfälle übermittelt sowie 32.198 weitere Verdachtsfälle mit variantenspezifischem PCR-Befund. Erste Studien deuten auf einen geringeren Anteil an Hospitalisierten im Vergleich zu Infektionen mit der Deltavariante bei Infizierten mit vollständiger Impfung bzw. Auffrischimpfung hin.

Bis zum 04.01.2022 waren (nur) 74 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 71 % vollständig geimpft. Darüber hinaus erhielten (nur) 40 % der Bevölkerung bereits eine Auffrischimpfung. Aber weiterhin sind 22 % der Bevölkerung in der Altersgruppe 18-59 Jahre und 12 % in der Altersgruppe ab 60 Jahre noch nicht geimpft.“

Aus der 2. Stellungnahme des Expertenrates der Bundesregierung zu COVID-19:
„Die starke Infektionsdynamik und die damit verbundene hohe Zahl von parallel auftretenden Erkrankungen droht den gegenüber der Delta-Variante gegebenen Vorteil der milderen Krankheitsverläufe quantitativ aufzuwiegen. So führen die zeitweise sehr hohen Fallzahlen in einzelnen europäischen Staaten und in den USA derzeit zu einem deutlichen Anstieg der Krankenhausaufnahmen. Aktuelle Statistiken aus verschiedenen europäischen Staaten zeigen deutlich vermehrte Aufnahmen auf die Normalstationen, aber im Vergleich zu vorangegangen Infektionswellen anteilig weniger Aufnahmen auf die Intensivstationen.

Ein hohes Patientenaufkommen kombiniert mit akutem Personalmangel kann innerhalb von kurzer Zeit die allgemeine medizinische Versorgung in Deutschland gefährden. Hervorzuheben ist zudem, dass gerade im Bereich der Kinderkliniken ohnehin eine eng limitierte stationäre Versorgungskapazität besteht. Ferner ist damit zu rechnen, dass zeitgleich infektiöse und nichtinfektiöse Patient:innen in großer Zahl in den Notaufnahmen behandelt werden müssen.

Für die Aufrechterhaltung der Versorgung ist eine ausgewogene Quarantäneregelung erforderlich, die gleichzeitig den Erfordernissen des Infektionsschutzes insbesondere für vulnerable Gruppen gerecht wird.“
07.01.22 1,26 1,13-1,41 56335 264
Nachdem der Expertenrat der Bundesregierung bereits gestern einige Vorlagen geliefert hatte, steht im Mittelpunkt des "Vor Omikron" Beschlusses der Bundesregierung und der Bundesländer die Änderung der Quarantäne- und Isolationszeiträume für Kontaktpersonen und Infizierte:
  • keine sinnvolle Verpflichtung, sondern nur die Empfehlung zum Tragen von FFP2-Masken „beim Einkaufen in Geschäften und bei der Nutzung des Öffentlichen Personennah- und -fernverkehrs“
  • 2G+Test oder +Booster-Impfung als Zugangsvoraussetzung zur Gastronomie
  • Bundesländer wollen Bars und Kneipen stärker auf Einhalten der Zugangsbeschränkungen und Hygienkonzepte kontrollieren
  • um mögliche Personalengpässe und -ausfälle wegen der Omikron-Welle abzufedern bei Inkaufnahme höherer Infektionszahlen wird rechtlich geregelt:
    • keine Quarantäne für Kontaktpersonen von Infizierten, wenn die Kontaktpersonen Booster-Impfung erhalten hatten, gerade genesen sind oder geimpft wurden
    • Verkürzung der Dauer von Quarantäne oder Isolation von 10 auf 7 Tage nach Nachweis mit negativem PCR-Test oder zertifizierten Antigen-Schnelltest (mit positiver Evaluation durch das PEI entsprechend der BfArM-Liste)
    • Verkürzung der Dauer der Isolation von 10 auf 7 Tage nach Nachweis mit negativem PCR-Test plus 48-stündiger Symptomfreiheit für Beschäftigte in der Kranken- und Altenpflege
    • Verkürzung der Dauer der Quarantäne für Schüler und Kinder von 10 auf 5 Tage und Isolation von 10 auf 7 Tage nach negativem PCR- oder Antigen-Schnelltest
    • Überstunden und Doppelschichten für alle „durch Nutzung der Möglichkeiten von Ausnahmen von den geltenden Vorschriften des Arbeitszeitgesetzes“
  • Bundesregierung drückt sich weiter vor der Einführung einer allgemeinen Impfpflicht und dem damit verbundenen Gesetzgebungsprozess
  • ansonsten gelten die Inhalte des Beschlusses vom 21.12.21 bzw. 02.12.21 weiter

Siehe auch Quarantäne- und Isolierungsdauern bei SARS-CoV-2-Expositionen und -Infektionen; entsprechend Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz vom 7. Januar 2022 vom RKI (14.01.22).

Laut dem Bericht Wirksamkeit von 3 Dosen COVID-19-Impfstoff gegen symptomatisches COVID-19 und Krankenhausaufenthalt bei Erwachsenen im Alter von 65 Jahren und älter der UK Health Security Agency (UKHSA) „lag bei denjenigen, die 2 Dosen mit AstraZenecas Vaxzevria erhalten hatten, die Wirksamkeit gegen eine symptomatische Erkrankung (mit bei Omikron milderem Verlauf) 2 bis 4 Wochen nach einer Auffrischungsdosis (entweder mit BioNTechs Comirnaty oder Modernas Spikevax) zwischen 62 % und 65 % und sank nach 5-9 Wochen auf 48 % bzw. 56 % für die BioNTech- bzw. Moderna-Auffrischungsdosis. Für den BioNTech-Booster sank die Wirksamkeit nach 10+ Wochen weiter auf 32 %. Bei denjenigen, die zwei Dosen BioNTechs Comirnaty gefolgt von einem BioNTech-Booster erhalten hatten, lag die Wirksamkeit 2 bis 4 Wochen nach dem Booster bei 65 %, fiel dann auf 49 % 5 bis 9 Wochen und 31 % 10+ Wochen später. Bei denjenigen, die zwei Dosen BioNTechs Comirnaty gefolgt von einem Moderna-Booster erhalten hatten, lag die Wirksamkeit 2 bis 4 Wochen nach dem Booster bei 70 % und sank 5 bis 9 Wochen später auf 57 % (was wieder für Moderna bzw. den Moderna-Booster spricht).“ Sprich AHA-L Regeln, Kontaktreduzierung und FFP2-Masken sind ein absolutes Muss.

Aber: „2 bis 9 Wochen nach der dritten Dosis war die Verabreichung von 3 Dosen eines Impfstoffs mit einem um 89 % verringerten Risiko einer Krankenhauseinweisung bei symptomatischen Fällen mit der Omikron-Variante verbunden. Dieser Wert ging leicht zurück, blieb aber mit einem um 85 % verringerten Risiko einer Krankenhauseinweisung 10+ Wochen nach Erhalt der dritten Dosis hoch. In Kombination mit der Wirksamkeit gegen symptomatische Erkrankungen entsprach dies einer Wirksamkeit gegen Krankenhauseinweisungen von 94 % 2 bis 9 Wochen nach der Auffrischungsdosis und 89 % 10 Wochen nach der Auffrischungsdosis bei Personen im Alter von 65 Jahren oder älter.“ Sprich Booster-Impfungen sind ein absolutes Muss.

08.01.22 55889 SA 268
Wohin die Reise mit Omikron gehen könnte, zeigt der Bericht der Zeit Corona-Politik in Israel: Omikron ändert alles.
09.01.22 36552 SO 77
10.01.22 1,17 1,06-1,27 25255 52
11.01.22 1,10 1,01-1,19 45690 322
12.01.22 1,11 1,02-1,20 80430 384
13.01.22 1,14 1,04-1,24 81417 316
Zur Einhegung des exponentiellen Wachstums der Omikron-Infektionen und Entlastung des Gesundheitssystems empfiehlt die STIKO „die Auffrischimpfung für 12- bis 17-jährige Kinder und Jugendliche mit dem mRNA-Impfstoff Comirnaty in der altersentsprechenden Dosierung (30 µg). Die 3. Impfstoffdosis soll in einem Mindestabstand von 3 Monaten zur vorangegangenen Impfung verabreicht werden.“

Weiter empfielt die STIKO allen Erwachsenen, die mit Janssen erstgeimpft wurden, sich weiterhin für die 2. Impfung und die 3. Auffrischimpfung mit einem Mindestabstand von 3 Monaten zur 2. Dosis mit einem mRNA-Impfstoff impfen zu lassen.

Laut RKI Wochenbericht v. 13.01.22 „hat nach dem vorübergehenden Rückgang der Fallzahlen, der schweren Krankheitsverläufe und der Todesfälle gegen Ende des Jahres 2021 in der vierten Welle, in Deutschland mit der dominanten Zirkulation der Omikronvariante die fünfte Welle der COVID-19-Pandemie begonnen. In KW 01/2022 überwog in Deutschland erstmals der Anteil der gemäß IfSG gemeldeten Infektionen, welche durch die besorgniserregende Variante (Variant of Concern, VOC) Omikron (B.1.1.529) verursacht wurden. Der Anteil betrug 73 % der übermittelten COVID-19-Fälle. Der rasante Anstieg des Omikronanteils unter den übermittelten COVID-19 Fällen hat sich in der letzten Woche fortgesetzt. Bis zum 10.01.2022 wurden in Deutschland 9.848 durch Genomsequenzierung bestätigte Omikronfälle übermittelt sowie 91.311 weitere Verdachtsfälle mit variantenspezifischem PCR-Befund. In den nächsten Wochen wird mit einer starken Zunahme von Infektionen mit der auch bei Geimpften und Genesenen leichter übertragbaren Omikronvariante gerechnet.

Die durch eine Adjustierung für den Meldeverzug (Nowcast-Verfahren) geschätzten Werte der Hospitalisierungsinzidenz bewegen sich weiterhin auf hohem Niveau und zeigen nach einer Stagnation aktuell wieder einen leicht ansteigenden Trend. Die Belastung der Intensivstationen ist durch die Vielzahl sehr schwer an COVID-19 erkrankter Personen weiterhin hoch. Mit Datenstand vom 12.01.2022 werden 3.050 Personen mit einer COVID-19Diagnose auf einer Intensivstation behandelt, wovon ca. 1.800 Personen invasiv beatmet werden. Erste Studien deuten auf einen geringeren Anteil an Hospitalisierten im Vergleich zu Infektionen mit der Deltavariante bei Infizierten mit vollständiger Impfung bzw. Auffrischimpfung hin.

Bis zum 11.01.2022 waren (nur) 75 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 72 % vollständig geimpft. Darüber hinaus erhielten (nur) 44 % der Bevölkerung bereits eine Auffrischimpfung. Aber weiterhin sind 22 % der Bevölkerung in der Altersgruppe 18-59 Jahre und 12 % in der Altersgruppe ab 60 Jahre noch nicht geimpft.
14.01.22 1,21 1,11-1,31 92223 286
Ergänzend zum UKHSA Bericht vom 07.01.22 und 24.12.21 zur Wirksamkeit der Impfstoffe vor einer Infektion mit der Omikron-Variante oder vor einer schweren Erkrankung bzw. Hospitalisierung wegen einer Infektion mit der Omikron-Variante heißt es im UKHSA Technical Briefing 34 vom 14.01.22:

„Bei denjenigen, die zwei Dosen Pfizer oder Moderna erhalten hatten, sank die Wirksamkeit bis 20 Wochen nach der zweiten Dosis von etwa 65 bis 70 % auf etwa 10 %. Zwei bis 4 Wochen nach einer Auffrischungsdosis lag die Wirksamkeit des Impfstoffs zwischen 65 und 75 %, fiel 5 bis 9 Wochen später auf 55 bis 65 % und 10+ Wochen nach der Auffrischung auf 45 bis 50 %.

Die Ergebnisse zu Krankenhausaufenthalten sind in Tabelle 2 dargestellt. Eine Impfstoffdosis war bei symptomatischen Fällen mit der Omikron-Variante mit einem um 43 % verringerten Hospitalisierungsrisiko verbunden, zwei Dosen mit einer 55-prozentigen Verringerung bis zu 24 Wochen nach der zweiten Dosis und einem um 40 % verringerten Risiko 25 oder mehr Wochen nach der zweiten Dosis, und eine dritte Dosis war mit einem um 74 % verringerten Hospitalisierungsrisiko in den ersten 2 bis 4 Wochen nach der Impfung verbunden, das bis 10+ Wochen nach der Auffrischungsdosis leicht auf 66 % abfiel. In Verbindung mit der Wirksamkeit des Impfstoffs gegen symptomatische Erkrankungen entsprach dies einer Wirksamkeit der Impfstoffe gegen Krankenhausaufenthalte von 58 % nach einer Dosis, 64 % 2 bis 24 Wochen nach zwei Dosen, 44 % 25+ Wochen nach zwei Dosen und 92 %, die 10+ Wochen nach einer Auffrischungsdosis auf 83 % sank.

Diese Schätzungen deuten darauf hin, dass die Wirksamkeit der Impfstoffe gegen symptomatische Erkrankungen bei der Omikron-Variante deutlich geringer ist als bei der Delta-Variante und schnell abnimmt. Dennoch ist der Schutz vor Krankenhausaufenthalten viel größer, insbesondere nach einer Auffrischungsdosis, bei der die Wirksamkeit der Impfstoffe gegen Krankenhausaufenthalte etwa 85 bis 90 % beträgt. Weitere Daten werden benötigt, um die Dauer des Schutzes vor Krankenhausaufenthalten abzuschätzen.“

15.01.22 78022 SA 235
Basierend auf der 2. Verordnung vom 14.01.22 zur Änderung der COVID-19-Schutzmaßnahmen-Ausnahmenverordnung (SchAusnahmV) und der Coronavirus-Einreiseverordnung hat das RKI mit Wirkung vom 15.01.22 die Vorgaben des RKI für COVID-19-Genesenennachweise dahingehend geändert, dass man nach positivem PCR-Test nur noch für 3 Monate statt 6 Monate den Status als Genesener behält, „da die bisherige wissenschaftliche Evidenz darauf hindeutet, dass Ungeimpfte nach einer durchgemachten Infektion einen im Vergleich zur Deltavariante herabgesetzten und zeitlich noch stärker begrenzten Schutz vor einer erneuten Infektion mit der Omikronvariante haben.“
16.01.22 52504 SO 47
17.01.22 1,11 1,04-1,21 34145 30
Die Leiterin der Studie zur 2. Booster-Impfung mit Comirnaty am Sheba Medical Center in Israel, Prof. Gili Regev-Yochay, wiederholte laut einem Bericht der Times of Israel ihre Aussagen vom 04.01.22 zu den vorläufigen negativen Resultaten: „Der Impfstoff, der gegen die vorherigen Stämme sehr wirksam war, ist gegen den Omicron-Stamm weniger wirksam. Wir sehen einen Anstieg der Antikörper, der höher ist als nach der dritten Dosis. Wir sehen jedoch viele mit Omicron Infizierte, die die vierte Dosis erhalten haben. Zugegeben, etwas weniger als in der Kontrollgruppe, aber immer noch eine Menge Infektionen.“ Wohl auf Druck des israelischen Gesundheitsministeriums, das mit den Resultaten nicht zufrieden sei, veröffentlichte das Zentrum später, man solle „die Impfkampagne (Anm.: mit 4. Impfung bzw. 2. Booster-Impfung) für Risikogruppen zu diesem Zeitpunkt fortsetzen, auch wenn der Impfstoff keinen optimalen Schutz vor einer Ansteckung mit der Variante bietet.“
18.01.22 1,08 1,02-1,18 74405 193
19.01.22 1,07 1,01-1,16 112323 239
20.01.22 1,09 1,02-1,16 133536 234
Laut RKI Wochenbericht v. 20.01.22 „hat in Deutschland mit der dominanten Zirkulation der Omikronvariante die fünfte Welle der COVID19-Pandemie begonnen. In der 2. Kalenderwoche (KW) 2022 setzte sich der steigende Trend bei den wöchentlichen Fallzahlen fort. In nahezu allen Bundesländern waren z. T. sehr deutliche Anstiege der Fallzahlen zu verzeichnen. In den Altersgruppen der 5- bis 24-Jährigen liegt die 7-Tage-Inzidenz bereits bei über 1000 SARS-CoV-2-Infektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Die 7-Tages-Inzidenz bei Kindern und Jugendlichen von 5-14 Jahren hat sich in der letzten Woche verdoppelt. Der Anteil der gemäß IfSG gemeldeten Infektionen, welche durch die besorgniserregende Variante (Variant of Concern, VOC) Omikron (B.1.1.529) verursacht wurden, betrug in KW 02/2022 bereits 89 % der übermittelten COVID-19-Fälle.

Die Belastung der Intensivstationen ist durch die Vielzahl sehr schwer an COVID-19 erkrankter Personen weiterhin hoch, im Vergleich zur Vorwoche jedoch leicht gesunken. Mit Datenstand vom 19.01.2022 werden 2.571 Personen mit einer COVID-19-Diagnose auf einer Intensivstation behandelt, wovon ca. 1.500 Personen invasiv beatmet werden.

Bis zum 18.01.2022 waren (nur) 75 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 73 % vollständig geimpft. Darüber hinaus erhielten (nur) 48 % der Bevölkerung bereits eine Auffrischimpfung. Aber weiterhin sind 22 % der Bevölkerung in der Altersgruppe 18-59 Jahre und 12 % in der Altersgruppe ab 60 Jahre noch nicht geimpft.“
21.01.22 1,15 1,05-1,23 140160 170
Wie der Spiegel berichtet, hat in Österreich das Parlament dem Gesetzentwurf der Regierung zur Einführung einer allgemeinen Verpflichtung für alle ab 18 Jahren (mit Ausnahmen), sich gegen Corona impfen zu lassen, zugestimmt. Wenn der Bundesrat zustimmt, wird das Gesetz Mitte März wirksam. Die Einhaltung wird stichprobenartig kontrolliert und Verstösse können mit Geldstrafen von 600 – 3600 € geahndet werden.

Laut einem Bericht der ICMRA (Internationale Koalition der Arzneimittelbehörden), zu der u. a. das PEI und die EMA gehören, über den die EMA berichtet, hat die IMCRA nochmal bereits bekannte Fakten zur Effizienz von Vakzinen gegen die Omikron-Variante inklusive der Notwendigkeit einer Booster-Impfung festgestellt. Darüber hinaus sagen ihre Mitglieder, „dass die Verabreichung mehrerer Auffrischungsdosen in kurzen Abständen längerfristig kein nachhaltiger Ansatz ist (s. Studie am Sheba Medical Center). Es muss eine langfristige Strategie für die Arten von Impfstoffen entwickelt werden, die für die künftige Behandlung von COVID-19 erforderlich sind.“ Sie „ermutigen die globalen Regulierungsbehörden, die internationale wissenschaftliche Gemeinschaft und die Impfstoffentwickler, alternative Ansätze zu monovalenten (Anm.: gegen eine Variante effektiv) Impfstoffen zu prüfen. Nach Ansicht der Regulierungsbehörden sollten die Unternehmen auch die Möglichkeit der Entwicklung bivalenter oder multivalenter Impfstoffvarianten (Anm.: gegen 2 – n Varianten effektiv) untersuchen, um festzustellen, ob sie Vorteile gegenüber monovalenten Impfstoffen bieten. Die Fähigkeit aktualisierter Impfstoffe, andere bedenkliche Varianten kreuzneutralisieren zu können, wäre ein zusätzliches Merkmal im Hinblick auf die Breite des Schutzes, den aktualisierte Impfstoffe bieten.“
22.01.22 135461 SA 179
In der 3. Stellungnahme Aktualisierte Beurteilung der Infektionslage und notwendiger Maßnahmen des Corona-Expertenrates der Bundesregierung heißt es: „Der ExpertInnenrat erwartet einen weiteren Anstieg der Infektionszahlen, und es können in der Spitze 7-Tages-Inzidenzen von mehreren Tausend regional erreicht werden. Das Ausmaß der Krankenhausbelastung wird entscheidend von den Inzidenzen in der Gruppe der ungeimpften Erwachsenen und der über 50-Jährigen abhängen. Hier sind die Inzidenzen derzeit noch vergleichsweise niedrig, jedoch wurden in der Vergangenheit die Infektionen aus anderen Teilen der Bevölkerung in die Gruppe der Älteren eingetragen. Zudem besteht auch bei den über 50-Jährigen weiterhin eine zu große Impflücke. Die Hospitalisierungsrate wird niedriger als bei der Delta-Variante erwartet, müsste aber eine ganze Größenordnung (etwa Faktor 10) niedriger liegen als im vergangenen Winter, um die erwartete hohe Fallzahl zu kompensieren und das Gesundheitssystem nicht zu überlasten. Von einer derart starken Reduktion der Hospitalisierungsrate ist auf der Basis der aktuell verfügbaren Daten trotz Impfungen nicht auszugehen. Entsprechend sind bei weiter steigenden Inzidenzen sehr viele Krankenhausaufnahmen zu erwarten. Zudem fallen regional in Deutschland bereits an einigen Kliniken viele MitarbeiterInnen durch Infektionen mit der Omikron-Variante und durch Quarantäne aus, und vereinzelt kommt es bereits zu Lieferengpässen bei medizinischen Gütern. Dies kann relevante Gefährdungen, z.B. bei der Versorgung von PatientInnen mit anderen Krankheiten, zur Folge haben.

Wenn in Folge eines weiteren Anstiegs der Inzidenzen kritische Marken, wie z.B. eine zu hohe Hospitalisierungsrate, erreicht werden, können weitergehende Maßnahmen zur Infektionskontrolle zukünftig notwendig werden. Diese sollten daher jetzt so vorbereitet werden, dass sie ohne Verzögerung umgesetzt werden können. Sowohl Kontaktbeschränkungen als auch Boosterimpfungen sind notwendig, um die Dynamik der aktuellen Omikron-Welle zu bremsen und das Gesundheitssystem und die KRITIS zu schützen. Deshalb ist auf eine Intensivierung der Booster-Impfkampagne Wert zu legen. Langfristig ist es dringend erforderlich, die verbliebenen Immunitätslücken in der Gesellschaft durch Impfungen zu schließen, da ansonsten zyklisch mit erneuten starken Infektions- und Erkrankungswellen zu rechnen ist.“

In der 4. Stellungnahme Dringende Maßnahmen für eine verbesserte Datenerhebung und Digitalisierung des Corona-Expertenrates heißt es: „Im Moment bedient sich Deutschland zur Einschätzung der Omikron-Variante vorrangig ausländischer Untersuchungen, z.B. aus Großbritannien, Dänemark und den USA, die Daten mit hoher zeitlicher Auflösung zu Infektiosität und Krankheitsschwere zur Verfügung stellen. Diese Daten sind für die Bewertung der aktuellen Lage und potentieller Szenarien von hohem Wert, jedoch ist ihre Übertragbarkeit auf die hiesige Situation aufgrund verschiedener Faktoren limitiert, was die Möglichkeit von Fehleinschätzungen impliziert. Deutschland benötigt eine umfassende Digitalisierung des Gesundheitswesens mit Ausleitung, Auswertung und Veröffentlichung von anonymisierten Gesundheitsdaten in Echtzeit. Die Einführung der elektronischen Patientenakte sollte mit höchster Priorität umgesetzt werden. Darüber hinaus muss die Digitalisierung im Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) durch die im Rahmen des Paktes für den ÖGD beschlossenen Maßnahmen vorangebracht werden. Weitere Digitalisierungsschritte und Maßnahmen für eine offene Zugänglichkeit und zeitgemäße wissenschaftliche Analyse Pandemie-relevanter Daten und Aspekte sind darüber hinaus dringend, insbesondere auch zur Vorbereitung auf den Herbst/Winter 2022/23 notwendig.“

Aufgrund des Mangels an PCR-Tests und Labor-Testkapazitäten und überlasteter Gesundheitsämter bei der Kontaktnachverfolgung haben die Gesundheitsminister der Länder und der Bundesgesundheitsminister laut Weitgehende Priorisierung der Testkapazitäten von PCR-Tests und Einheitliches Vorgehen bei der stärkeren Priorisierung der Kontaktpersonennachverfolgung vom 22.01.22 beschlossen:
  • Ausrichtung der PCR-Testkapazitäten prioritär auf symptomatische Personen – dafür Überarbeitung der „Nationalen Teststrategie“ bzw. neue Testverordnung
  • prüfen, ob statt PCR-Bestätigungstest ein zweiter, überwachter Antigentest eines anderen Herstellers ausreicht, wenn erster Antigentest positiv ist und die Testperson keine Symptome zeigt
  • bei roter Warnmeldung in Corona-Apps soll nur noch Test mit zertifiziertem Antigentest statt PCR-Test ausreichen
  • für Freitestung aus Quarantäne oder Isolierung soll nur Test mit zertifizierten Antigentest statt PCR-Test ausreichen, PCR-Test nur für Beschäftigte mit Umgang mit vulnerablen Personen (z.B. Krankenhaus, Pflege)
  • Kontaktnachverfolgung prioritär zum Schutz vulnerabler Gruppen (d.h. Ereignisse mit Bezug zu den Bereichen Krankenhaus, in der Pflege und Einrichtungen der Eingliederungshilfe). Darüber hinausgehende Kontaktnachverfolgung nachrangig im Rahmen verfügbarer Ressourcen.
23.01.22 85440 SO 54
24.01.22 1,21 1,11-1,33 63393 28
Im "Unter der Omikron-Welle" Beschluss haben Bundesregierung und Bundesläner beschlossen und angekündigt:
  • Fortgeltung der Maßnahmen des "Vor Omikron" Beschlusses vom 07.01.22.
  • anstatt „weitergehende Maßnahmen zur Infektionskontrolle jetzt so vorzubereiten, dass sie ohne Verzögerung umgesetzt werden können, wenn in Folge eines weiteren Anstiegs der Inzidenzen kritische Marken, wie z.B. eine zu hohe Hospitalisierungsrate, erreicht werden“, wie vom Corona-Expertenrat in seiner 3. Stellungnahme gefordert, wird man erst dann „weitergehende Maßnahmen zur Infektionskontrolle vereinbaren, wenn eine Überlastung des Gesundheitssystems droht“, also es zu spät ist. Dafür entwickelt man bereits jetzt bzw. schwafelt wieder davon, „Öffnungsperspektiven für den Moment zu entwicken, zu dem eine Überlastung des Gesundheitssystems ausgeschlossen werden kann.“
  • nach 2 Jahren Pandemie und Covidioten überflüssige Impfaufrufe und Impf-Werbekampagen wie eh und jeh, aber Bund und Länder „bekräftigen die Notwendigkeit der Einführung einer allgemeinen Impfpflicht“.
  • Mangelversorgung und Rationierung wie gehabt: Wegen des Mangels an PCR-Tests und PCR-Testkapazitäten in medizinischen Laboren angesichts der explodierten Infektionszahlen PCR-Tests primär „für vulnerable Gruppen und Beschäftigte, die diese betreuen und behandeln“, was wiederum dem Beschluss widerspricht, dass sich auch medizinische und pflegerisches Personal bei Quarantäne oder Isolation „durch einen zertifizierten Antigen-Schnelltest nach sieben Tagen freitesten“ können. Bereits jetzt(!) „müssen alle Anstrengungen unternommen werden, die PCR-Testkapazitäten zu erhöhen.“
  • Kapitulation (wie bereits in anderen Ländern wie Israel) bei der Kontaktnachverfolgung durch Gesundheitsämter angesichts der explodierten Infektionszahlen – auch hier sei „im Rahmen der Nachverfolgung der Kontaktpersonen von Infizierten eine Priorisierung sinnvoll und notwendig.“
  • bereits jetzt(!), nachdem man wohl die Ausbrüche in Pflegeheimen und die Impflücke bei über 60-Jährigen entdeckt hat, will man „Daten zur Impfquote bei Beschäftigten sowie Bewohnerinnen und Bewohnern in Alten- und Pflegeheimen sowie Einrichtungen der Eingliederungshilfe erheben“ und das BMG die „Möglichkeiten eines flächendeckenden Monitorings prüfen“ lassen.
  • bereits jetzt(!) „unterstreichen Bund und Länder die Dringlichkeit“ von kurz- und mittelfristige Maßnahmen im Bereich der Digitalisierung des Gesundheitssystems wie vom Corona-Expertenrat in seiner 4. Stellungnahme gefordert „und bitten die GMK, sich zeitnah mit den Empfehlungen des Expertenrates zu befassen.“ Und die GMK soll erstmal „bis Ende Februar 2022 einen Bericht über die Umsetzung des Paktes für den Öffentlichen Gesundheitsdienst sowie über die Einführung des Deutschen Elektronischen Melde- und Informationssystems (DEMIS) in den Krankenhäusern vorlegen.“ Das wird bestimmt was werden.
  • nicht enthalten: Überlegungen, wie man gedenkt, auf mögliche neue Mutationen oder Rekombinationen nach Omikron, der nachlassenden Effizienz von Booster-Impfungen oder Long-Covid Erkrankungen zu reagieren. Die Feststellung, dass aufgrund der Infektionszahlen im Zusammenhang mit den Änderungen der Test- und Kontaktnachverfolgungskonzepte statistische Aussagen zu Indikatoren und daraus abgeleitete Schlussfolgerungen ungenauer und ungewisser werden müssten.
25.01.22 1,21 1,11-1,30 126955 214
Nur eine Corona-Marginalie, aber das absurde Gebaren im Bundestag zum (nicht-)geänderten Genesenenstatus für Plenarsaal und Ausschussräume, aber nicht für Abgeordnetenbüroräume im Vergleich zur bundesweiten Regelung vom 15.01.22 für alle Bürger zeigt nicht nur, wie „kompetent“ der Bundestag mit gutem Beispiel voranzugehen weiß, sondern was man dort wohl unter Gleichheit versteht. Aber OK, dort macht man sich ja ab und zu das Recht, widewidewitt es einem gefällt. Mit einer neuen Allgemeiverfügung gilt vom 14.02.22 – 13.03.22 auch im Bundestag der geänderte Genesenenstatus.
26.01.22 1,18 1,11-1,25 164000 166
Der Bundestag hat zur Frage der Einführung einer gesetzlichen Impfpflicht eine „Orientierungsdebatte“ durchgeführt, die man im Plenarprotokoll ab Seite 35 nachlesen kann. Im Mittelpunkt standen Gruppenanträge, die entweder keine Impfpflicht, allgemeine Impflicht ab 18 Jahren oder Impf-Beratungspflicht ab 18 und allgemeine Impflicht ab 50 Jahren vorsehen (neben dem penetranten Einfordern eines Gesetzentwurfs der Bundesregierung von CDU/CSU-Abgeordneten und der üblichen Propaganda- und Desinformations-Krakeelerei der AFD-Abgeordneten).
27.01.22 1,16 1,07-1,24 203136 188
Laut RKI Wochenbericht v. 27.01.22 „hat in Deutschland mit der dominanten Zirkulation der Omikron-Variante die fünfte Welle der COVID-19-Pandemiean Fahrt gewonnen. Die 7-Tages-Inzidenz liegt nun in allen Altersgruppen zwischen 5 und 44 Jahren über 1.000 SARS-CoV-2-Infektionen pro 100.000 Einwohnerinnen und Einwohnern. Besonders stark steigt die 7-Tages-Inzidenz in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen von 0-14 Jahren an. In der Gesamtbevölkerung ist die 7-Tages-Inzidenz im Vergleich zur Vorwoche um 57% gestiegen. Der Anteil der gemäß IfSG gemeldeten Infektionen, welche durch die besorgniserregende Variante (Variant of Concern, VOC) Omikron (B.1.1.529) verursacht werden, liegt in KW 03/2022 bei 95 % aller übermittelten COVID-19-Fälle. Der Anstieg der Influenza-Aktivität, der sowohl in Deutschland wie auch in Europa bis zur 1. KW 2022 verzeichnet wurde, hat sich in den letzten zwei Wochen zunächst nicht fortgesetzt.

Die Belastung der Intensivstationen hält durch die Vielzahl sehr schwer an COVID-19 erkrankter Personen weiterhin an, zeigt aber gegenwärtig keinen steigenden Trend. Mit Datenstand vom 26.01.2022 werden 2.363 Personen mit einer COVID-19-Diagnose auf einer Intensivstation behandelt. Studien deuten auf einen geringeren Anteil an Hospitalisierungen im Vergleich zu Infektionen mit der Delta-Variante bei Infizierten mit vollständiger Impfung bzw. Auffrischimpfung hin.

Bis zum 25.01.2022 waren (nur) 76 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 74 % vollständig geimpft. Darüber hinaus erhielten (nur) 51 % der Bevölkerung bereits eine Auffrischimpfung. Aber weiterhin sind 21 % der Bevölkerung in der Altersgruppe 18-59 Jahre und 11 % in der Altersgruppe ab 60 Jahre noch nicht geimpft.

Nicht mehr jeder Einzelfall wird im Meldesystem erfasst. Für die Lagebewertung in der aktuellen Situation der Pandemie steht nicht die Erfassung aller Infektionen durch SARS-CoV-2, sondern die Entwicklung der Anzahl und Schwere der Erkrankungen im Vordergrund.“
28.01.22 1,17 1,08-1,28 190148 170
29.01.22 189166 SA 182
30.01.22 118970 SO 59
Der Corona-Expertenrat der Bundesregierung führt in seiner 5. Stellungnahme zur mangelhaften evidenzbasierten Risiko- und Gesundheitskommunikation des Staates bzw. zur informatorischen Kakophonie von Politik und Institutionen während der Pandemie aus:

„Die meisten BürgerInnen wollen aktiv zur Beendigung der Pandemie beitragen und sich entsprechend geltender und sinnvoller Regeln verhalten. Ein Mangel an Übereinstimmung von verfügbaren Informationen, ihrer Bewertungen und den resultierenden Empfehlungen trägt zu Verunsicherung der Bevölkerung bei, bietet Angriffsfläche für Falsch- und Desinformation, untergräbt das Vertrauen in staatliches Handeln und gefährdet den Erfolg von wichtigen Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit. Um das Individuum und die Gesellschaft in ihrer Selbstwirksamkeit und risikokompetentem Verhalten zu unterstützen, ist eine reaktionsschnelle, evidenzbasierte, zielgruppen- und nutzerspezifische Risiko- und Gesundheitskommunikation unabdingbar. Diese muss wissenschaftliche Evidenz einfach erklären, in Handlungsempfehlungen übersetzen und zur Bezugsnorm und ersten Wahl für hilfreiche und verlässlich Information werden. Auch wenn aktuell Behörden und Ministerien Teile davon realisieren, gibt es in Deutschland keine Institution, die eine nach den unten aufgeführten Prinzipien koordinierte Risiko- und Gesundheitskommunikation umsetzt:
  1. Die Generierung des besten verfügbaren Wissens. Die Corona- Pandemie hat die fehlende Verfügbarkeit an wichtigen Daten im Vergleich zu anderen Ländern offensichtlich gemacht und zeigt, wie dieser systemisch geduldete Mangel an Daten die wissenschaftliche Analyse und Bekämpfung der Pandemie erschwert. Insgesamt ist die mangelhafte Digitalisierung im Gesundheitssystem in Deutschland ein großes Hindernis — nicht zuletzt auch für erfolgreiche Kommunikation.
  2. Die Übersetzung der relevanten Daten, Statistiken und Kennzahlen in nutzerzentrierte und zielgruppenspezifische, verständliche, entscheidungs- und handlungsrelevante Informationsformate. Ziele sollen Aufklärung und nicht Werbung oder Persuasion (“Überreden”) sein. Jede Kommunikationskampagne steht heute im Wettbewerb mit Falsch- und Desinformationen. Aufgabe einer effektiven Kommunikations- und Informationsstrategie ist deshalb auch, diese zu identifizieren, zu bewerten und fachgerecht und verständlich zu entkräften. Dieses Angebot muss breit bekannt und äußerst einfach zugänglich sein.
  3. Die Verbreitung der kommunikativen Inhalte über die multiplen Kanäle einer modernen Informationsgesellschaft, von klassischen über soziale Medien bis zu e- und m-Health Angeboten. Vorbild für den Prozess der Verbreitung sollen moderne Kampagnen mit großer Reichweite und Medienvielfalt sein. Dabei ist es wiederum von zentraler Bedeutung, die Verbreitungskanäle zielgruppenspezifisch zu wählen.
  4. Die Evaluation der erzielten Effekte und falls notwendig die Anpassung der Strategie. Evaluation sollte schon in der Phase der Übersetzung beginnen, um die Wirkung der Inhalte und Formate zu prüfen und unbeabsichtigte Effekte zu antizipieren.
  5. Die faktenbasierte und handlungsorientierte Information der Bevölkerung in Gesundheitskrisen ist unabdingbar. Der ExpertInnenrat empfiehlt daher die Verbesserung der aktuellen Kommunikation und Informationsangebote nach den oben beschriebenen Prinzipien. Der ExpertInnenrat schlägt weiter vor, die Infrastruktur für Risiko- und Gesundheitskommunikation schnell auszubauen. Diese multidisziplinär ausgerichtete Infrastruktur sollte fachlich unabhängig sein.“
31.01.22 1,05 0,95-1,13 78318 61
01.02.22 1,00 0,93-1,07 162613 188
02.02.22 0,98 0,92-1,03 208498 196
03.02.22 1,00 0,93-1,09 236120 164
Die STIKO hat am 03.02.22 zwei Empfehlungen ausgesprochen. Sie empfiehlt den Impfstoff Nuvaxovid des Herstellers Novavax, den die EMA am 20.01.22 zugelassen hatte, zur Grundimmunisierung von Personen ab 18 Jahren. „Bei Nuvaxovid handelt es sich um einen Proteinimpfstoff (kein mRNA-Vakzin) mit einem Wirkverstärker (Adjuvans). Der Impfstoff enthält keine vermehrungsfähigen Viren und ist, wie alle anderen in Deutschland zugelassenen COVID-19-Impfstoffe, funktionell ein Totimpfstoff.“

Außerdem wird die STIKO „eine 2. Auffrischimpfung für Menschen ab 70 Jahren, Bewohner und Betreute in Einrichtungen der Pflege, Menschen mit Immunschwäche ab 5 Jahren sowie Tätige in medizinischen Einrichtungen und Pflegeeinrichtungen (insbesondere bei direktem Patienten- und Bewohnerkontakt)“ empfehlen, die offziell mit der Veröffentlichung im Epidemiologischen Bulletin in Kraft tritt. „Die 2. Auffrischimpfung soll bei gesundheitlich gefährdeten Personengruppen frühestens 3 Monate nach der 1. Auffrischimpfung mit einem mRNA-Impfstoff erfolgen. Personal in medizinischen und pflegerischen Einrichtungen soll die 2. Auffrischimpfung frühestens nach 6 Monaten erhalten. Aktuelle Daten zeigen, dass der Schutz nach 1. Auffrischimpfung gegen Infektionen mit der momentan zirkulierenden Omikron-Variante innerhalb weniger Monate abnimmt. Personen, die nach der 1. Auffrischimpfung eine SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben, wird keine weitere Auffrischimpfung empfohlen.“ Zur wissenschaftlichen Grund- bzw. Datenlage „stellt die STIKO fest, dass die Datenlage zur Effektivität und zur Sicherheit einer 2. Auffrischimpfung noch limitiert ist.“

Wie aus dem Interview "Wir wissen noch nicht, wie lange der Schutz anhält" der Zeit mit STIKO-Mitglied Christian Bogdan hervorgeht, stützt sich die STIKO vor allem auf die Ergebnisse der Studie Protection by 4th dose of BNT162b2 against Omicron in Israel. In der Studie heißt es am Anfang: „Die Auswirkung der vierten Dosis auf die bestätigte Coronavirus-Erkrankung 2019 (Covid-19) und schwere Erkrankungen sind noch unklar.“ Weiter heißt es in der Studie: „Der Studienzeitraum (mit 1138681 Teilnehmern älter als > 60 Jahre) begann am 15. Januar 2022 und endete am 27. Januar 2022 für bestätigte Infektionen und am 21. Januar 2022 für schwere Erkrankungen. Der Starttermin wurde auf 12 Tage nach Beginn der Impfkampagne (3. Januar 2022) festgelegt. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine vierte Dosis im Vergleich zu drei Impfstoffdosen, die mindestens vier Monate zuvor verabreicht wurden, immer noch einen zusätzlichen Schutz gegen bestätigte Infektionen und schwere Erkrankungen mit Omicron bietet. Die Inzidenzrate für bestätigte Infektionen war bei Personen, die die vierte Dosis 12 Tage oder länger zuvor erhalten hatten, um den Faktor zwei niedriger, die Rate schwerer Erkrankungen um den Faktor vier, verglichen mit Personen, die die vierte Dosis nicht erhalten hatten. Eine zusätzliche Analyse, die für ausgewählte Gruppen von Personen im Alter von 20-59 Jahren durchgeführt wurde, zeigte ähnliche Ergebnisse für den Schutz vor bestätigten Infektionen.“

Interessante Aussagen macht Bogdan auch zum Zeitpunkt der 2. Booster-Impfung: „Drei Monate nach der ersten Auffrischimpfung ist wirklich der absolut früheste Zeitpunkt für die vierte Impfung … Man muss als impfender Arzt den Menschen immer in seiner Gesamtheit betrachten. Immunologisch ist zu bedenken, dass ein größerer Impfabstand eine bessere und auch länger anhaltende Reaktion auf die zweite Boosterimpfung bewirken kann … Zunächst ist zu betonen, dass die vorhandenen Impfstoffe über die T-Zell-Immunantwort auch gegenüber Omikron Schutz vermitteln … In Abhängigkeit vom Infektionsgeschehnis, der Risikokonstellation und der jeweiligen Impfzeitpunkte kann auch eine etwas spätere Boosterimpfung mit einem dann gegebenenfalls angepassten Impfstoff sinnvoll sein.“

Laut RKI Wochenbericht v. 03.02.22 „setzte sich in der 4. Kalenderwoche 2022 der steigende Trend bei den wöchentlichen Fallzahlen fort. Mit Ausnahme von Hamburg und Schleswig-Holstein waren in allen anderen Bundesländern weiterhin deutliche Anstiege der Fallzahlen zu verzeichnen. Die 7-Tage-Inzidenz ist in der Gruppe der Kinder und Jugendlichen im Alter von 5 bis 19 Jahren weiterhin am höchsten doch ist sie auch in den älteren Altersgruppen teilweise wieder deutlich angestiegen.

Die Belastung der Intensivstationen hält durch die Vielzahl sehr schwer an COVID-19 erkrankter Personen, überwiegend aus der Delta-Welle, weiterhin an, zeigt aber gegenwärtig noch keinen durch die Omikron Welle verursachten steigenden Trend. Mit Datenstand vom 02.02.2022 werden 2.307 Personen mit einer COVID-19-Diagnose auf einer Intensivstation behandelt. Der Anteil der gemäß IfSG gemeldeten Infektionen, welche durch die besorgniserregende Variante (Variant of Concern, VOC) Omikron (B.1.1.529) verursacht werden, liegt in KW 04/2022 bei 98 % aller übermittelten COVID-19-Fälle. Bis auf Brandenburg (66 %) und Berlin (88 %) lag der Anteil bei allen anderen Bundesländern bei über 90 %.

Bis zum 01.02.2022 waren (nur) 76 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 74 % vollständig geimpft. Darüber hinaus erhielten (nur) 53 % der Bevölkerung bereits eine Auffrischimpfung. Aber weiterhin sind 21 % der Bevölkerung in der Altersgruppe 18-59 Jahre und 11 % in der Altersgruppe ab 60 Jahre noch nicht geimpft.

Zur BA.2 Sublinie der Omikron-Variante heißt es im Wochenbereicht: „Die Sublinien von Omikron unterscheiden sich in mehreren Aminosäurepositionen voneinander. Beispielsweise weist BA.2, im Gegensatz zu BA.1 (inkl. Sublinie BA.1.1) und BA.3, unter anderem die Deletion delH69/V70 nicht auf. International wird beobachtet, dass der Anteil von BA.2 gegenüber BA.1 in verschiedenen Ländern kontinuierlich wächst, so z.B. in Dänemark oder dem Vereinigten Königreich. Eine erste Haushaltsstudie aus Dänemark deutet darauf hin, dass die Sublinie BA.2 leichter übertragbar ist als BA.1 und immunevasive Eigenschaften aufweist, die diese höhere Übertragbarkeit begründen könnten. Hinsichtlich der klinischen Charakteristik gibt es derzeit keine Hinweise darauf, dass sich Infektionen mit BA.2 von Infektionen mit BA.1 unterscheiden. In Deutschland ist der Anteil von BA.2 nach wie vor sehr gering (5,1 % in KW03/2022) und gegenüber der Vorwoche leicht gestiegen.“
04.02.22 1,04 0,95-1,13 248838 170
05.02.22 217815 SA 172
06.02.22 133173 SO 41
07.02.22 1,00 0,91-1,08 95267 49
08.02.22 0,99 0,92-1,09 169571 177
09.02.22 0,98 0,91-1,04 234250 272
10.02.22 0,97 0,90-1,04 247862 238
Laut RKI Wochenbericht v. 10.02.22 „befindet sich Deutschland mit mehr als 1 Million in der 5. Kalenderwoche (KW) 2022 gemeldeten Neuinfektionen mitten in der fünften Welle der COVID-19-Pandemie. In Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen und Berlin, den Bundesländern wo die fünfte Welle am frühesten einsetzte, gehen die Fallzahlen zurück. In der 5. KW 2022 nahm der Zuwachs der Fallzahlen ab. Der Anstieg war mit 14 % im Vergleich zur Vorwoche deutlich geringer als in der Woche zuvor (34 % von der 3. zur 4. KW 2022). Es herrscht weiterhin ein sehr hoher Infektionsdruck in der Bevölkerung. Der Höhepunkt der fünften Welle ist noch nicht erreicht.

Die Zahl der Krankenhaus-Neuaufnahmen bleibt auf einem konstanten Niveau bzw. steigt zuletzt wieder an. Dieser, durch die aktuelle (Omikron-)Welle bedingte, Anstieg ist allerdings im Verhältnis zum Anstieg der Fallzahlen und Neuinfektionen eher moderat und schwächer als in den ersten vier COVID-19-Wellen. Mit Datenstand vom 09.02.2022 werden 2.398 Personen mit einer COVID-19-Diagnose auf einer Intensivstation behandelt.

Bis zum 08.02.2022 waren (nur) 76 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 75 % vollständig geimpft. Darüber hinaus erhielten (nur) 55 % der Bevölkerung bereits eine Auffrischimpfung. Aber weiterhin sind 21 % der Bevölkerung in der Altersgruppe 18-59 Jahre und 11 % in der Altersgruppe ab 60 Jahre noch nicht geimpft.“
11.02.22 1,00 0,92-1,09 240172 226
12.02.22 209789 SA 198
Mit Veröffentlichung der Ersten Verordnung 2022 zur Änderung der Coronavirus-Testverordnung am 11.02.22 treten ab 12.02.22 die Beschlüsse der Gesundheitsministerkonferenz, der Bundesregierung und der Bundesländer vom 22.01.22 und 24.01.22 in Kraft, die als Änderungen der sogenannten „Nationalen Teststrategie“ die Priorisierung und Rationierung von PCR-Tests und Konzentration auf die eher unsicheren Antigentests vorsehen:
  • PCR-Test nur nach positivem, kontrolliertem Antigen-Schnelltest für Alle – auch bei Warnmeldungen in Corona-Apps
  • Priorisierung der Diagnose und Auswertung der PCR-Tests von Risikopatienten, Personen in vulnerablen Bereichen (Pflege, Eingliederungshilfe, häusliche Pflege) und in medizinischen Bereichen (Praxen, Krankenhaus, Pflege, Rettungsdienste) in Laboren
  • Kein PCR-Test, sondern nur kontrollierter Antigen-Schnelltest für Freitesten aus Isolierung oder Quarantäne
13.02.22 125160 SO 58
In der 6. Stellungnahme Ein verantwortungsvoller Weg der Öffnungen des Corona-Expertenrates der Bundesregierung heißt es:

zur aktuellen Lage

„Die Zahl der SARS-CoV-2 Infektionen ist bisher kontinuierlich angestiegen, eine Plateaubildung und ein nachfolgender Abfall für die Omikron (BA.1) Welle ist aber in den kommenden Wochen zu erwarten. Im Vergleich zu vorhergehenden Infektionswellen kommt es gegenwärtig durch die starke Immunflucht der Omikron-Variante auch zu vermehrten Infektionen unter Geimpften und Genesenen, die jedoch häufig leicht bis moderat verlaufen. Die Krankenhausbelegungszahlen für PatientInnen mit der Haupt- oder Nebendiagnose COVID-19 haben in den vergangenen Wochen stark zugenommen. Die Neuaufnahmen auf die Intensivstationen nehmen ebenfalls kontinuierlich zu. Dabei hat der prozentuale Anteil der COVID-19 PatentInnen mit Atemunterstützung abgenommen, stagniert aber im Moment. Ein Teil der hospitalisierten PatientInnen präsentiert sich aktuell auch mit der Nebendiagnose COVID-19. Während die aktuelle Omikron-Welle durch die BA.1 Subvariante geprägt ist, nehmen der Anteil und die Zahl der Infektionen durch die Omikron-Linie BA.2 (21L) zu. Nach bisherigen Erkenntnissen hat BA.2 gegenüber BA.1 einen Fitnessvorteil, ist also vermutlich noch leichter übertragbar. Über die Krankheitsschwere bei Infektionen mit BA.2 liegen noch keine ausreichenden Erkenntnisse vor. Aus Sicht des ExpertInnenrats sollte in dieser Phase der Pandemie die Krankheitslast und die Belastung des Gesundheitswesens die Bemessungsgrundlage für Infektionsschutzmaßnahmen sein: Hospitalisierungsinzidenz, Intensivneuaufnahmen und -belegung sowie die altersaufgelöste stichprobenbasierte Überwachung.“

zu verantwortungsvollen Öffnungen

„Ein Zurückfahren staatlicher Infektionsschutzmaßnahmen erscheint sinnvoll, sobald ein stabiler Abfall der Hospitalisierung und Intensivneuaufnahmen und -belegung zu verzeichnen ist. Ein zu frühes Öffnen birgt die Gefahr eines erneuten Anstieges der Krankheitslast. Durch die Untervariante BA.2 muss mit einer gegenüber aktuellen Schätzungen für BA.1 verlängerten bzw. wiederansteigenden Omikron-Welle gerechnet werden. Zu bedenken bleibt hierbei, dass im Rahmen etwaiger Öffnungsschritte ungeimpfte und ältere Menschen mit einem Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf verstärkt in das Infektionsgeschehen einbezogen werden. Weiterhin tragen diese Gruppen das höchste Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf und müssen geschützt werden. Das Tragen der Masken bietet eine hohe Wirksamkeit bei geringer individueller Einschränkung. Die Möglichkeit zur Anwendung der Maskenpflicht, insbesondere in öffentlichen Räumen, sollte grundsätzlich beibehalten werden; bei hinreichend niedrigen Infektionszahlen kann sie temporär aufgehoben werden, allerdings begleitet von einer klaren Kommunikation zur zeitlichen Befristung. Weiterhin ist dem unterschiedlichen Ansteckungsrisiko in Außen- und Innenbereichen Rechnung zu tragen. Trotz einiger Unsicherheiten kann nach Ansicht des ExpertInnenrats unter den oben genannten Rahmenbedingungen eine besonnene Rücknahme einzelner Infektionsschutzmaßnahmen in den kommenden Wochen möglich sein.“

zum Ausblick Herbst/Winter 2022

„Spätestens im Herbst besteht das Risiko erneuter Infektionswellen. Hierbei muss bedacht werden, dass bisherige Virusvarianten wie der Delta Serotyp weiter zirkulieren und neue Infektionswellen auslösen können. Perspektivisch ist insbesondere im Herbst/Winter davon auszugehen, dass bestimmte Maßnahmen wie z.B. das Tragen von Masken in Innenräumen oder regelmäßiges Testen in Einrichtungen mit vulnerablen Gruppen erneut notwendig sein werden. Eine möglichst lückenlose Immunität ist anzustreben, um in den kommenden Monaten, insbesondere im Herbst/Winter einer erneuten, starken Krankheitswelle vorzubeugen. Die anzustrebende dauerhafte Rücknahme aller staatlich verordneten Infektionsschutzmaßnahmen und das Erreichen eines postpandemischen Zustands ist somit eng mit dem Erreichen einer hohen Impfquote und parallel dem eigenverantwortlichen Handeln der BürgerInnen verbunden.“
14.02.22 0,92 0,85-0,99 76465 42
15.02.22 0,88 0,83-0,92 159217 243
Wie bereits am 03.02.22 angekündigt und beschrieben, hat die STIKO in der 18. Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung ihre Empfehlungen zu einer 2. Booster-Impfung und zur Impfung mit Nuvaxovid von Novavax veröffentlicht. Entgegen von Studien, die sich für heterologe Impfungen mit zwei verschiedenen Impfstoffen ausspechen, heißt es in der Veröffentlichung: „Für die 2. Auffrischimpfung soll in der Regel ein mRNA-Impfstoff verwendet werden. Vorzugsweise soll es der mRNA-Impfstoff sein, der bei der Grundimmunisierung bzw. der 1. Auffrischimpfung zur Anwendung kam.“

Die Zwischenergebnisse der Untersuchung zur 2. Booster-Impfung bzw. 4. Impfung im Rahmen der laufenden HCW COVID-19 Kohorten-Studie am Sheba Medical Center in Israel wurden nun offiziell in 4th Dose COVID mRNA Vaccines’ Immunogenicity & Efficacy Against Omicron VOC veröffentlicht. In der Veröffentlichung führen die Autoren aus:

„Von 1050 in Frage kommenden Arbeitskräften des Gesundheitswesens (HWC) wurden 154 bzw. 120 mit BioNTechs BNT162b2 und Modernas mRNA1273 geimpft und mit 426 altersgleichen Kontrollen verglichen. Bei den Empfängern beider Impfstofftypen kam es innerhalb von zwei Wochen nach der 2. Booster-Impfung zu einem etwa 9- bis 10-fachen Anstieg der IgG- und neutralisierenden Titer und zu einem 8-fachen Anstieg der Neutralisierung von Omikron, wodurch die nach der dritten Impfstoffdosis gemessenen Titer wieder erreicht wurden.



BNT162b2-Empfänger wiesen eine Woche nach Verabreichung der vierten Dosis eine 8,5-fach erhöhte Neutralisierung von Omicron VOC auf, mit einem zusätzlichen nicht signifikanten Anstieg während der zweiten Woche, der bis zum 14. Tag einen 10,7-fachen Anstieg erreichte. mRNA1273-Empfänger wiesen innerhalb einer Woche einen 7-fachen Anstieg auf, der sich bis zum 14 Tag nicht weiter erhöhte (7,2-facher Anstieg). Bei BNT162b2-Empfängern stieg die Delta-Neutralisation innerhalb einer Woche um das 11-fache an, wobei nach 14 Tagen kein weiterer Anstieg beobachtet wurde. Bei mRNA1273-Empfängern wurde innerhalb einer Woche ein 10,1-facher Anstieg beobachtet, der sich bis zum 14. Tag auf das 15,6-fache erhöhte.

Durchbruchsinfektionen waren häufig, meist sehr mild, jedoch mit hohen Viruslasten. Die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen Infektionen betrug 30 % bzw. 11 % für BNT162b2 und mRNA1273.

Insgesamt wurden 58 bzw. 56 Empfänger von BNT162b2 und mRNA1273 am Tag 1 vor der vierten Dosis auf T-Zell-Aktivierung untersucht. Von den BNT162b2-Empfängern wurden 53 der 56 am Tag 14 erneut untersucht. Der Anteil der Responder stieg von 50 % auf 60 %, doch die durchschnittliche Anzahl der durch das Spike-Protein aktivierten T-Zellen änderte sich nicht (131±27 zu 132±32). Bei den mRNA1273-Empfängern wurden 40 der 56 am 14. Tag erneut untersucht. Der Anteil der Responder stieg von 61 % auf 87 %, und die durchschnittliche Zahl der IFN γ-aktivierten T-Zellen erhöhte sich von 72±13 auf 203±36.

Die vierte COVID-19-mRNA-Dosis führt zu einem Wiederanstieg des Antikörpertiters auf den Spitzenwert nach der dritten Dosis. Die geringe Wirksamkeit bei der Vorbeugung leichter oder asymptomatischer Omicron-Infektionen und das infektiöse Potenzial von Durchbruchsfällen machen die Entwicklung eines Impfstoffs der nächsten Generation dringend erforderlich. Insgesamt legen diese Daten die Vermutung nahe, dass die vierte Dosis die Immunität nicht verstärkt, sondern sie lediglich wieder auf den Höchststand bringt. Es bleibt abzuwarten, ob die vierte Dosis in ähnlichem Maße abnimmt wie die dritte Dosis und ob es Unterschiede zwischen den beiden mRNA-Impfstoffgruppen gibt.“

Die endgültigen Studienergebnisse wurden in Efficacy of a Fourth Dose of Covid-19 mRNA Vaccine against Omicron am 16.03.22 veröffentlicht.
16.02.22 0,87 0,83-0,91 219972 247
Unter dem Eindruck, wie sich nach Ansicht der Politik die Omikron-Welle gestaltet und nach dem Vorbild der „Lockerungsübungen“ der vergangenen zwei Jahre haben Bundesregierung und Bundesläner im "Öffnungsstufen zum Frühling" Beschluss folgende Öffnungen und Lockerungen beschlossen:
  • private Treffen nur für Ungeimpfte „beschränkt“
  • für Zugang zum Einzelhandel nur noch (unnütze) MNS-Masken nötig, FFP2-Masken nur empfohlen
  • ab 04.03.22 3G für Gastronomie und Hotels, 2G-plus-Test-oder-Booster für Discos/Clubs, 2G-plus-Test-oder-Booster für Großveranstaltungen mit 60 - 75% Auslastung und nur empfohlene Masken
  • ab 20.03.22 zum kalendarischen Frühlingsanfang, den manche bereits als „Freedom Day“ bezeichnen, Entfallen „tiefgreifender“ Schutzmaßnahmen wie z. B. Zugangsbeschränkungen, Homeoffice-Pflicht
  • darüber hinaus Beibehalten „niedrigschwelliger Basisschutz-Maßnahmen“ für den Fall des Falles bzw. Herbst/Winter wie Abstands- und Hygienegebote, Maskenpflicht in Publikumseinrichtungen und im ÖPNV, Reaktivierungsmöglichkeiten von Testpflichten, Kontrollen des Impf-, Genesenen- und Test-Status und weitergehenden Schutzmaßnahmen bei lokalen Ausbrüchen („Hot Spot“ Regelung) – dafür Änderung des Infektionsschutzgesetzes
17.02.22 0,90 0,85-0,95 235626 261
Laut RKI Wochenbericht v. 17.02.22 „scheint aktuell der Scheitelpunkt dieser Welle erreicht zu sein. In der 6. KW 2022 nahm der Zuwachs der Fallzahlen weiter ab. Der Anstieg war mit 1 % im Vergleich zur Vorwoche deutlich geringer als in der Woche zuvor (14 % von der 4. zur 5. KW 2022). Der Höhepunkt der fünften Welle ist damit aller Voraussicht nach erreicht.

Die Belastung der ITS-Bettenkapazität ist weiter hoch und mit Datenstand vom 16.02.2022 ist die Zahl der Personen mit einer COVID-19-Diagnose, die auf einer Intensivstation behandelt werden, mit 2.466 wieder leicht angestiegen. Die Omikron-Variante ist in Deutschland die dominierende SARS-CoV-2-Variante, wobei der Anteil der Sublinie B.A1 derzeit 83,6% beträgt und der Anteil von B.A2 weiter auf 14,9% angestiegen ist. Der Anteil von allen anderen Varianten inkl. Delta liegt unter 1 %.

Bis zum 15.02.2022 waren (nur) 76 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 75 % vollständig geimpft. Darüber hinaus erhielten (nur) 56 % der Bevölkerung bereits eine Auffrischimpfung. Aber weiterhin sind 21 % der Bevölkerung in der Altersgruppe 18-59 Jahre und 11 % in der Altersgruppe ab 60 Jahre noch nicht geimpft.
18.02.22 0,94 0,88-1,01 220048 264
19.02.22 189105 SA 210
20.02.22 118032 SO 73
21.02.22 0,95 0,88-1,02 73867 22
22.02.22 0,92 0,86-0,98 125902 306
23.02.22 0,92 0,86-0,97 209052 299
24.02.22 0,94 0,88-0,99 216322 243
Der CHMP Ausschuss der EMA hat zwei Empfehlungen für Impfstoffe und Impfungen ausgesprochen. Laut EMA recommends approval of Spikevax for children aged 6 to 11 empfiehlt er Modernas Spikevax Impfstoff für die Impfung von Kinden von 6 – 11 Jahren mit einer halbierten Dosis von 50 statt 100 µg. „Eine Hauptstudie mit Kindern im Alter von 6 bis 11 Jahren zeigte, dass die Immunreaktion auf die niedrigere Dosis von Spikevax (50 µg) mit derjenigen auf die höhere Dosis (100 µg) bei 18- bis 25-Jährigen vergleichbar war, gemessen am Gehalt an Antikörpern gegen SARS-CoV-2.“

Laut EMA recommends authorisation of booster doses of Comirnaty from 12 years of age empfiehlt er die 3. Booster-Impfung mit BioNTechs Comirnaty Impfstoff für Jugendliche ab 12 Jahren. „Die CHMP-Stellungnahme beruht auf der Auswertung vorläufiger Sicherheits- und Wirksamkeitsdaten aus einer klinischen Studie mit einer Auffrischungsdosis des Impfstoffs bei Personen ab 16 Jahren, zusammen mit veröffentlichter Literatur und Daten aus der Zeit nach der Zulassung sowie praktischen Erkenntnissen aus der Anwendung von Auffrischungsdosen bei jungen Empfängern in Israel.“

Laut RKI Wochenbericht v. 24.02.22 „wurden in der 7. Kalenderwoche (KW) 2022 erneut über 1 Million COVID-19-Fälle an das RKI übermittelt – der Scheitelpunkt der fünften Welle der COVID-19-Pandemie scheint aber überschritten. In allen Bundesländern mit Ausnahme von Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein und Thüringen sanken die Inzidenzen wieder. Insgesamt wurden bundesweit 10 % weniger Fälle als in der Vorwoche übermittelt.

Das höchste Hospitalisierungsrisiko liegt weiterhin mit großem Abstand in der Altersgruppe der ab 80-Jährigen. Mit der von der STIKO empfohlenen 2. Auffrischimpfung für Risikopersonen und ab 70-Jährige können schwere Krankheitsverläufe verhindert werden. Die Belastung der ITS-Bettenkapazität ist mit 2.398 auf einer Intensivstation behandelten Personen mit COVID-19-Diagnose, im Vergleich zur Vorwoche nahezu unverändert, weiter hoch.

Die Omikron-Variante ist in Deutschland die dominierende SARS-CoV-2-Variante, wobei der Anteil der Sublinie BA.1 derzeit 75 % beträgt und der Anteil von BA.2 weiter angestiegen ist auf 24 %. In Populationen mit hoher Immunität durch Impfungen bzw. bereits durchgemachten Infektionen wurden keine Unterschiede im Schweregrad der Erkrankungen zwischen BA.1 und BA.2 festgestellt. Aufgrund der leichteren Übertragbarkeit der Omikron-Sublinie BA.2 kann eine deutlich langsamere Abnahme oder erneute Zunahme der Fallzahlen nicht ausgeschlossen werden. Ein wichtiger Faktor für den weiteren Verlauf ist, wie stark infektionsrelevante Kontakte im Rahmen der geplanten Lockerungen zunehmen.

Bis zum 15.02.2022 waren (nur) 76 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 75 % vollständig geimpft. Darüber hinaus erhielten (nur) 57 % der Bevölkerung bereits eine Auffrischimpfung. Aber weiterhin sind 17 % der Bevölkerung in der Altersgruppe 18-59 Jahre und 9 % in der Altersgruppe ab 60 Jahre noch nicht geimpft.“
25.02.22 0,98 0,91-1,06 210743 226
26.02.22 175833 SA 250
27.02.22 107913 SO 57
28.02.22 0,87 0,82-0,92 62349 24
01.03.22 0,84 0,78-0,88 122111 235
02.03.22 0,84 0,79-0,88 186406 301
03.03.22 0,87 0,82-0,93 210673 267
Laut RKI Wochenbericht v. 03.03.22 „wurden in der 8. Kalenderwoche (KW) 2022 erneut über 1 Million COVID-19-Fälle an das RKI übermittelt, aber der Höhepunkt der fünften Welle der COVID-19-Pandemie scheint in der Mehrheit der Bundesländer überschritten. In Thüringen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und SchleswigHolstein stiegen die Inzidenzen dagegen weiter oder wieder an. Insgesamt wurden bundesweit 9 % weniger Fälle als in der Vorwoche übermittelt. Während die 7-Tage-Inzidenzen in allen Altersgruppen bis 65 Jahre sanken, war bei allen Personen ab 65 Jahren in der vergangenen Woche ein weiterer, wenn auch abgeschwächter Anstieg zu verzeichnen. In dieser Altersgruppe steht der Scheitelpunkt der Welle noch bevor. Die Belastung der ITS-Bettenkapazität ist mit 2.202 auf einer Intensivstation behandelten Personen mit COVID-19-Diagnose im Vergleich zur Vorwoche leicht gesunken.

Der Anteil der Omikron-Sublinie BA.2 ist in KW 07 auf 38 % angestiegen. Bis zum 02.03.2022 waren (nur) etwas mehr als 76 % der Bevölkerung mindestens einmal und etwas weniger als 76 % vollständig geimpft; (nur) 57 % der Bevölkerung erhielten bereits eine Auffrischimpfung. Aber weiterhin sind hochgerechnet rund 7,7 Millionen Bürgerinnen und Bürger in der Altersgruppe 18-59 Jahre und rund 2,2 Millionen in der Altersgruppe ab 60 Jahre noch nicht geimpft.“
04.03.22 0,92 0,85-0,98 217593 291
05.03.22 192210 SA 255
06.03.22 116889 SO 51
07.03.22 1,00 0,93-1,06 78428 24
08.03.22 kein Bericht 156799 324
In seiner 8. Stellungnahme zur "Notwendigkeit kurzer Reaktionszeiten zur Bekämpfung infektiöser Gefahren" mahnt der Corona-Expertenrat der Bundesregierung die Politik an, für die mögliche Verschlechterung der Corona-Lage im Herbst/Winter 2022 besser vorbereitet zu sein als die Jahre zuvor, wo sie in ein politisches Sommerloch fiel und dafür jetzt gesetzliche Rahmenbedingungen zu schaffen, die „ad hoc verfügbare Instrumente des Infektions- und Bevölkerungsschutzes bereitstellen und somit eine unverzügliche Anpassung von Infektionsschutzmaßnahmen ermöglichen“:

„Derzeit ist die COVID-19 Pandemie durch die im Durchschnitt verminderte Krankheitsschwere der Omikron-Variante geprägt und es besteht derzeit die berechtigte Hoffnung auf eine Abmilderung der gesellschaftlichen Auswirkungen der Pandemie. Dies ist in erster Linie auf die Schutzwirkung der Impfung gegen schwere Krankheitsverläufe zurückzuführen. Allerdings sind aus wissenschaftlicher Sicht ein Wiederauftreten der Delta-Variante oder verwandter Varianten, das Auftreten von Kreuzungsformen mit erhöhter Gefährlichkeit bei erhaltener Immunflucht sowie auch das Auftreten neuer Varianten mit einem weiteren Verlust des vorbestehenden Immunschutzes möglich. Das Auftreten neuer Virusvarianten erfordert in der Regel schnelle Reaktionen, um einen effektiven Infektionsschutz zu gewährleisten.

Der bisher erreichte Impfschutz in der Bevölkerung gegen die Infektion und Übertragung des Virus, der bereits gegenüber der Omikron-Variante reduziert war, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit bis zum Winter abnehmen. Die Impfung schützt weiterhin vor schwerer Erkrankung und bleibt deshalb das entscheidende Instrument der Pandemiebekämpfung. Allerdings ist anzunehmen, dass der Immunschutz der Gesamtbevölkerung nicht ausreichen wird, um einen erneuten Anstieg der Inzidenzen zu verhindern. Daher wird es absehbar, unabhängig von den zirkulierenden Virusvarianten, ohne Kontrollmaßnahmen im Verlauf des Jahres erneut zu einer erheblichen Zahl von Infektionen kommen, wobei die Krankheitsschwere und Krankheitslast momentan nicht vorhersagbar sind. Eine erneute Systembelastung ist daher nicht auszuschließen.

Vor diesem Hintergrund sollten für eine erfolgreiche Pandemiekontrolle Notfallstrategien ausgearbeitet und jederzeit implementierbar sein. Diese Überlegungen haben zudem für zukünftige Pandemien, Epidemien und infektionsbedingte Gefahrenlagen Gültigkeit. Der ExpertInnenrat plädiert daher mit Nachdruck für gesetzliche Rahmenbedingungen, die ad hoc verfügbare Instrumente des Infektions- und Bevölkerungsschutzes bereitstellen und somit eine unverzügliche Anpassung von Infektionsschutzmaßnahmen ermöglichen.“
09.03.22 1,01 0,97-1,05 215854 314
10.03.22 1,04 0,99-1,09 262752 259
Laut RKI Wochenbericht v. 10.03.22 „wurden in der 9. Kalenderwoche (KW) 2022 erneut über 1 Million COVID-19-Fälle an das RKI übermittelt. Während die Fallzahlen im Februar leicht gesunken sind, kommt es derzeit wieder zu einem Anstieg der übermittelten Fälle. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz stieg zwischen KW 08 und KW 09 um 2 % an, wobei in 10 von 16 Bundesländern während der letzten Woche ein Anstieg zu beobachten ist. Die Zahl aktuell Erkrankter mit einer COVID-19-bedingten akuten Atemwegserkrankung (ARE) in der Bevölkerung wird auf 1,2 Millionen bis 2,1 Millionen geschätzt. In der ambulanten Versorgung setzte sich der zuletzt verzeichnete Rückgang in der letzten Woche nicht fort. Die Hospitalisierungsinzidenz aus den Meldedaten, die Hospitalisierungsinzidenz aus der syndromischen Surveillance (COVID-SARI) und auch die Daten zu Belegungskapazitäten im Intensivregister zeigen, dass es in den letzten Wochen während der Omikron-Welle zu einer Zunahme der Neuaufnahmen gekommen war. Die Belastung der ITS-Bettenkapazität ist mit 2.117 auf einer Intensivstation behandelten Personen mit COVID-19-Diagnose im Vergleich zur Vorwoche leicht gesunken.

Der Anteil der Omikron-Sublinie BA.2 ist in KW 08 auf 48 % angestiegen. Bei Populationen mit hoher Immunität durch Impfungen bzw. bereits durchgemachten Infektionen wurden keine Hinweise auf Unterschiede im Schweregrad der Erkrankungen zwischen den Omikron-Sublinien BA.1 und BA.2 festgestellt. Es ist zu vermuten, dass der derzeitige erneute Anstieg übermittelter COVID-19-Fälle auf die leichtere Übertragbarkeit der Sublinie BA.2 und die Rücknahme von kontaktreduzierenden Maßnahmen zurückzuführen ist.

Bis zum 08.03.2022 waren (nur) etwas mehr als 76 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) etwas weniger als 76 % vollständig geimpft; (nur) fast 58 % der Bevölkerung erhielten bereits eine Auffrischimpfung. Aber weiterhin sind hochgerechnet rund 7,7 Millionen Bürgerinnen und Bürger in der Altersgruppe 18-59 Jahre und rund 2,2 Millionen in der Altersgruppe ab 60 Jahre noch nicht geimpft.“
11.03.22 1,09 1,02-1,14 252836 249
RND berichtet im Beitrag „Nun wirklich Deltakron“: Was wir über die Hybridvariante wissen über die erstmalige Identifizierung einer „Deltakron“ Hybridvariante in Deutschland, nachdem bereits Fälle in Dänemark, Großbritannien, den Niederlanden und Frankreich auftraten und verweist auf die Studie Culture and identification of a “Deltamicron” SARS-CoV-2 in a three cases cluster in southern France. Laut der Studie und der WHO kombiniert „Deltakron“ im Spike-Protein Mutationen der Delta AY.4 und Omikron BA.1 Variante. Im Januar hatte Gesundheitsminister Lauterbach vor einer rekombinierten Variante mit möglicherweise gefährlichen Eigenschaften gewarnt.
12.03.22 237086 SA 249
13.03.22 146607 SO 50
14.03.22 1,00 0,94-1,07 92378 19
15.03.22 0,99 0,93-1,06 198888 283
16.03.22 0,98 0,91-1,04 262593 269
17.03.22 0,99 0,93-1,05 294931 278
Laut RKI Wochenbericht v. 17.03.22 „wurden in der 10. Meldewoche (MW) 2022 erneut über 1 Million COVID-19-Fälle an das RKI übermittelt. Während die Fallzahlen im Februar leicht gesunken sind, kommt es derzeit wieder zu einem deutlichen Anstieg der übermittelten Fälle. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz stieg von KW 09 zu KW 10 um 22 % an. In allen Altersgruppen stiegen die 7-Tage-Inzidenzen erneut an – besonders stark bei Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen im Alter von 5 24 Jahren mit Inzidenzen von mehr als 2.500 COVID-19-Fällen pro 100.000 Einwohner.

Die Hospitalisierungsinzidenz aus den Meldedaten und die Hospitalisierungsinzidenz aus der syndromischen Surveillance (COVID-SARI) zeigen, dass es in den letzten Wochen während der OmikronWelle zu einer Zunahme der Zahl von Hospitalisierungen gekommen ist. Auch die Belastung der ITS-Bettenkapazität ist mit 2.304 auf einer Intensivstation behandelten Personen mit COVID-19-Diagnose im Vergleich zur Vorwoche leicht gestiegen.

Der Anteil der Omikron-Sublinie BA.2 ist in KW 09 auf 62 % angestiegen.

Bis zum 08.03.2022 waren (nur) ca. 77 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 76 % vollständig geimpft; (nur) 58 % der Bevölkerung erhielten bereits eine Auffrischimpfung. Aber weiterhin sind hochgerechnet rund 7,7 Millionen Bürgerinnen und Bürger in der Altersgruppe 18-59 Jahre und rund 2,2 Millionen in der Altersgruppe ab 60 Jahre noch nicht geimpft.“
18.03.22 1,00 0,93-1,06 297845 226
19.03.22 260239 SA 221
20.03.22 131792 SO 49
Basierend auf den Inhalten des gemeinsamen Beschlusses der Bundesländer und der Bundesregierung vom 16.02.22 gelten nach Änderungen insbesondere an den Regelungen in § 28a Absatz 7 bis 9 und § 28b des Infektionsschutzgesetzes (IfSG), denen am Freitag Bundestag und Bundesrat zugestimmt haben, ab heute nur noch die Maßnahmen des sogenannten „Basisschutz“ und die sogenannte „Hot Spot“ Regel, die Bundesländer anordnen können:
  • Pflicht zum Tragen irgendwelcher Masken nur noch im ÖPNV, Fern- und Flugverkehr, im medizinischen und pflegerischen Arbeitsumfeld – keine umfassende Pflicht zum Tragen einer FFP2-Maske ist kein „Basisschutz“
  • Testpflicht in Schulen, Kitas, Haftanstalten und ähnliche Einrichtungen, im medizinischen und pflegerischen Arbeitsumfeld
  • sogenannte „Erweiterung“ der „Basisschutz“-Maßnahmen auf Ausweitung der Maskenpflicht, 1,5m-Abstandsgebot, Vorlage eines Impf-, Genesenen- oder Testnachweises in Haftanstalten und ähnliche Einrichtungen und im medizinischen und pflegerischen Arbeitsumfeld, „Hygienekonzepte“ nur in „Hot Spots“, d. h. regionalen Gebietskörperschaften wie Landkreisen, wenn dort neue Virusvarianten mit „signifikant höherer Pathogenität“ auftreten oder Krankenauskapazitäten wegen Neuinfektionen überlastet werden – aber auch nur dann, wenn das jeweilige Landesparlament den Maßnahmen für die benannten Gebietskörperschaften zustimmt

Tatsächlich werden die Änderungen erst ab 03.04.22 umgesetzt, da die meisten Bundesländer die in der Neufassung des IfSG enthaltene Übergangsfrist bis zum 2. April nutzen.

Das Wegrasieren aller Maßnahmen bis auf „Basisschutz“ und „Hot Spot“ beruht vor allem auf dem Druck der um die Interessen der Wirtschaft sehr bemühten FDP in der Ampel-Regierung und entgegen dem Rat vieler Experten (natürlich mit Ausnahme des Lockerungspapstes unter den Virologen Hendrick Streeck) – man sieht sich spätestens im Herbst wieder, wenn die jetzigen Änderungen zum 23. September außer Kraft treten. Bis dahin nimmt man ständige Neuinfektionen, 5 – 6000 Tote im Monat, die Be- und Überlastung des Pflegepersonals in den Krankenhäusern in Kauf. Wie Gesundheitsminister Lauterbach versucht, die Änderungen zu verkaufen, kann man u. a. im Interview Bürger sollten sich weiter individuell schützen nachlesen.

21.03.22 0,90 0,85-0,94 92314 13
22.03.22 0,88 0,83-0,94 222080 264
23.03.22 0,88 0,82-0,94 283732 329
24.03.22 0,88 0,83-0,93 318387 300
Laut RKI Wochenbericht v. 24.03.22 „wurden in der 11. Meldewoche (MW) 2022 erstmals mehr als 1,5 Million COVID-19-Fälle an das RKI übermittelt. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz stieg im Vergleich zur Vorwoche noch einmal um 10 % an. Die Gesamtzahl akuter Atemwegserkrankungen wird auf ca. fünf Millionen geschätzt. In der virologischen Surveillance werden Influenzaviren zunehmend häufiger nachgewiesen, bisher hauptsächlich in der Altersgruppe der Schulkinder (5 bis 14 Jahre). Es herrscht auch weiterhin ein sehr hoher SARS-CoV-Infektionsdruck in der Bevölkerung. In fast allen Altersgruppen stiegen die 7-Tage-Inzidenzen erneut an – in MW 11/2022 prozentual besonders stark in den älteren Altersgruppen ab 55 Jahren, wobei die jüngeren Altersgruppen zwischen 5 und 44 Jahren mit Inzidenzen zwischen 2.000 und 3.000 COVID-19-Fällen pro 100.000 Einwohner weiter besonders stark betroffen bleiben. Der stärkste Zuwachs (ca. 25 % im Vergleich zur Vorwoche) wurde bei den 75-79-Jährigen beobachtet. Die Zahl der übermittelten aktiven Ausbrüche in medizinischen Behandlungseinrichtungen sowie Alten- und Pflegeheimen nahm in den letzten Wochen weiter zu.

Der Anteil der Omikron-Sublinie BA.2 ist in KW 10 auf 72 % angestiegen.

Die Hospitalisierungsinzidenz aus den Meldedaten und die Hospitalisierungsinzidenz aus der syndromischen Surveillance (COVID-SARI) zeigen, dass die Zahl der Hospitalisierungen in den letzten Wochen während der Omikron-Welle weiter zugenommen hat. Auch die Belastung der ITS-Bettenkapazität ist mit 2.335 auf einer Intensivstation behandelten Personen mit COVID-19-Diagnose im Vergleich zur Vorwoche leicht gestiegen. Die mit Omikron assoziierten Todesfälle bleiben im Verhältnis zu den Neuinfektionen bisher auf einem niedrigeren Niveau, sind aber absolut gesehen weiterhin hoch (KW 9: 1424, KW 10: 1469, KW 11: 1345, KW 12: 1194 – insg. v. 01.03 – 25.3. 5432 an oder mit COVID-19 Verstorbene).

Bis zum 22.03.2022 waren (nur) ca. 77 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 76 % vollständig geimpft; (nur) 58 % der Bevölkerung erhielten bereits eine Auffrischimpfung. Aber weiterhin sind hochgerechnet rund 7,6 Millionen Bürgerinnen und Bürger in der Altersgruppe 18-59 Jahre und rund 2,2 Millionen in der Altersgruppe ab 60 Jahre noch nicht geimpft.“
25.03.22 0,89 0,83-0,94 296498 288
26.03.22 252026 SA 278
Heute in einer fast menschenleeren Impfstelle die 4. bzw. 2. Booster-Impfung mit mRNA-Vakzin erhalten. Keine besonderen Nebenwirkungen.
27.03.22 111224 SO 49
28.03.22 0,78 0,73-0,83 67501 20
29.03.22 0,80 0,75-0,85 237352 307
30.03.22 0,82 0,76-0,87 268477 348
31.03.22 0,84 0,78-0,89 274901 279
Laut RKI Wochenbericht v. 31.03.22 „sank in der 12. Meldewoche (MW) 2022 die bundesweite 7-Tage-Inzidenz im Vergleich zur Vorwoche um 2 %. Der Gipfel der Welle ist wahrscheinlich erreicht, der Infektionsdruck bleibt aber mit mehr als 1,5 Millionen innerhalb einer Woche an das RKI übermittelten COVID-19-Fällen weiterhin sehr hoch.

In der virologischen Surveillance werden seit KW 10/2022 neben den dominant zirkulierenden SARS-CoV-2 der VOC Omikron auch humane saisonale Coronaviren, humane Metapneumoviren (insbesondere bei 0- bis 4-jährigen Kindern) und Rhinoviren nachgewiesen. Der Anteil der Influenzainfektionen hat sich im Vergleich zur Vorwoche nicht weiter erhöht. Eine Grippewelle auf Bevölkerungsebene hat bisher nicht begonnen.

Während die Inzidenz in den jüngeren Altersgruppen zwischen 15 und 34 Jahren um bis zu 10% (2024-Jährige) im Vergleich zur Vorwoche sank, stiegen die Inzidenzen jedoch in den Altersgruppen der 60-84-Jährigen erneut an. Der Anteil positiver Testergebnisse blieb mit über 55 % hoch. Der Anteil der Omikron-Sublinie BA.2 ist in KW 11 auf über 80 % angestiegen.

Die Belastung der Kapazitäten des Gesundheitsversorgungssystems, insbesondere im stationären und intensivmedizinischen Bereich, ist bei mäßiger Belastung durch behandlungsbedürftige Patienten auch durch die eingeschränkte Verfügbarkeit des medizinischen Personals wegen infektionsbedingter Ausfälle, sowohl wegen Erkrankung als auch durch Quarantäne, nach wie vor hoch. Mit 2.332 auf einer Intensivstation behandelten Personen mit COVID-19-Diagnose ist die Zahl im Vergleich zur Vorwoche stabil geblieben.

Bis zum 29.03.2022 waren (nur) ca. 77 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 76 % vollständig geimpft; (nur) 59 % der Bevölkerung erhielten bereits eine Auffrischimpfung. Aber weiterhin sind hochgerechnet rund 7,6 Millionen Bürgerinnen und Bürger in der Altersgruppe 18-59 Jahre und rund 2,2 Millionen in der Altersgruppe ab 60 Jahre noch nicht geimpft.“
01.04.22 0,86 0,80-0,92 252530 304
02.04.22 196456 SA 292
03.04.22 74503 SO 42
04.04.22 0,76 0,72-0,81 41129 23
05.04.22 0,77 0,73-0,81 180397 316
06.04.22 0,80 0,75-0,85 214985 340
07.04.22 0,83 0,77-0,89 201729 328
Nach der „Orientierungsdebatte“ im Bundestag zur Einführung einer allgemeinen Corona-Impfpflicht am 26.01.22 und nachfolgenden Auseinandersetzungen zwischen allen Parteien und innerhalb der Ampel-Regierung wurden heute im Bundestag wechselseitig Gruppenanträge und Gesetzesentwürfe zur Corona-Impflicht abgelehnt und keiner der Vorschläge erhielt bei den Abstimmungen die Mehrheit, wie u. a. LTO in Deut­sch­land bekommt keine all­ge­meine Impfpf­licht gegen Corona und taz in Corona immun gegen Bundestag berichten. Für wen das Handeln im Bundestag eine „Pleite“ bedeuten kann, wird sich im Herbst/Winter 2022 zeigen.

Laut RKI Wochenbericht v. 07.04.22 „sank in der 13. Meldewoche (MW) 2022 die bundesweite 7-Tage-Inzidenz im Vergleich zur Vorwoche um 19 %. Der Gipfel der aktuellen Welle ist jetzt klar überschritten. Der Infektionsdruck bleibt aber trotz dieser Abnahme mit mehr als 1 Million innerhalb einer Woche an das RKI übermittelten COVID19-Fällen weiterhin sehr hoch. In allen Altersgruppen sank die 7-Tage-Inzidenz im Vergleich zur Vorwoche, insbesondere in den jüngeren Altersgruppen zwischen 0 und 24 Jahren um mehr als 20 %. Der Anteil der Omikron-Sublinie BA.2 ist in KW 13 auf fast 90 % angestiegen.

Die Belastung der Kapazitäten des Gesundheitsversorgungssystems, insbesondere im stationären und intensivmedizinischen Bereich, ist durch die eingeschränkte Verfügbarkeit des medizinischen Personals aufgrund infektionsbedingter Ausfälle (Erkrankung, Quarantäne) nach wie vor hoch. Mit 2.111 auf einer Intensivstation behandelten Personen mit COVID-19-Diagnose ist die Zahl im Vergleich zur Vorwoche wieder etwas gesunken. Die Anzahl der mit Omikron assoziierten Todesfälle bleibt im Verhältnis zu den Neuinfektionen bisher auf einem niedrigeren Niveau als in den früheren Wellen, ist aber absolut gesehen mit täglich etwa 200 Todesfällen weiterhin erheblich.

Bis zum 06.04.2022 waren (nur) ca. 77 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 76 % vollständig geimpft; (nur) 59 % der Bevölkerung erhielten bereits eine Auffrischimpfung. Aber weiterhin sind hochgerechnet rund 7,6 Millionen Bürgerinnen und Bürger in der Altersgruppe 18-59 Jahre und rund 2,2 Millionen in der Altersgruppe ab 60 Jahre noch nicht geimpft.“
08.04.22 0,84 0,79-0,90 175263 334
09.04.22 150675 SA 309
10.04.22 55471 SO 36
11.04.22 0,79 0,75-0,83 30789 13
12.04.22 0,81 0,77-0,84 162790 289
13.04.22 0,88 0,82-0,94 176303 361
14.04.22 0,92 0,87-0,96 165368 310
Laut RKI Wochenbericht v. 14.04.22 „sank die bundesweite 7-Tage-Inzidenz in der 14. Meldewoche (MW) 2022 im Vergleich zur Vorwoche um 24 %. Der Infektionsdruck bleibt aber trotz dieser Abnahme mit mehr als 1 Million innerhalb einer Woche an das RKI übermittelten COVID19-Fällen weiterhin sehr hoch. In allen Altersgruppen sank die 7-Tage-Inzidenz im Vergleich zur Vorwoche um 21 % bis 30 %, insbesondere in den jüngeren Altersgruppen zwischen 5 und 19 Jahren. Auch die Zahl der übermittelten aktiven Ausbrüche in medizinischen Behandlungseinrichtungen und in Alten- und Pflegeheimen, sowie in Schulen, Kindergärten und Horten ging gegenüber der Vorwoche weiter zurück. Der Anteil der Omikron-Sublinie BA.2 ist in Kalenderwoche (KW) 14 noch einmal leicht auf 93 % angestiegen.

Erstmals in 2022 ging in KW 14 auch die Zahl der Krankenhausneuaufnahmen von Patientinnen und Patienten mit COVID-19 und einer schweren Atemwegserkrankung in allen Altersgruppen zurück; sie lag in KW 14/2022 bei etwa 4.100. Die Zahl von auf einer Intensivstation behandelten Personen mit COVID-19-Diagnose ist wie in der Vorwoche leicht gesunken und lag am 13.04.2022 bei 1.849 Fällen.

Es waren zum 13.04.2022 (nur) ca. 77 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 76 % vollständig geimpft; (nur) 59 % der Bevölkerung erhielten bereits eine Auffrischimpfung. Die Mehrzahl der aktuell verabreichten Impfungen sind zweite Auffrischimpfungen. Es sind weiterhin hochgerechnet rund 7,6 Millionen Bürgerinnen und Bürger (17 %) in der Altersgruppe 18-59 Jahre und rund 2,2 Millionen (9 %) in der Altersgruppe ab 60 Jahre noch nicht geimpft.“
Ostern
15.04.22 156864 212
16.04.22 37568 SA 29
17.04.22 39784 SO 13
18.04.22 20482 11
19.04.22 0,68 0,65-0,71 22483 7
20.04.22 0,77 0,73-0,80 198583 348
21.04.22 0,83 0,78-0,87 186325 324
Laut RKI Wochenbericht v. 21.04.22 „sank in der 15. Kalenderwoche (KW) 2022 die bundesweite 7-Tage-Inzidenz im Vergleich zur Vorwoche um 23 %. Auch viele Hospitalisierungsindikatoren und die Zahl der institutionellen Ausbrüche nehmen ab. Der Infektionsdruck bleibt aber trotzdem mit mehr als 750.000 innerhalb einer Woche an das RKI übermittelten COVID-19-Fällen noch hoch. Bei der Interpretation der aktuellen Fallzahlen ist zu beachten, dass es aufgrund der Feiertage und Ferien und der damit verbundenen geringeren Test-, Melde- und Übermittlungsaktivität kurzfristig zu einer erhöhten Untererfassung der Fälle im Meldesystem gekommen sein kann ist. In allen Altersgruppen sank die 7-Tage-Inzidenz im Vergleich zur Vorwoche um 17 % bis 39 %, insbesondere in den jüngeren Altersgruppen zwischen 5 und 19 Jahren. Der Anteil der Omikron-Sublinie BA.2 ist bis KW 14 weiter auf über 95 % angestiegen. Rekombinationen verschiedener Varianten wurden bisher nur vereinzelt nachgewiesen.

Erstmals im Jahr 2022 ging in der vergangenen KW (KW 14/2022) auch die Zahl der Krankenhausneuaufnahmen von Patientinnen und Patienten mit COVID-19 und einer schweren Atemwegserkrankung in allen Altersgruppen zurück; auch in KW 15/2022 ist dieser Wert mit 2.700 neuen Krankenhausaufnahmen deutlich gesunken. Die Zahl von auf einer Intensivstation behandelten Personen mit COVID-19-Diagnose ist wie bereits in den Vorwochen leicht gesunken und lag am 20.04.2022 bei 1.733 Fällen.

Es waren zum 20.04.2022 (nur) ca. 77 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 76 % vollständig geimpft; (nur) 59 % der Bevölkerung erhielten bereits eine Auffrischimpfung. Die Mehrzahl der aktuell verabreichten Impfungen sind zweite Auffrischimpfungen. Es sind weiterhin hochgerechnet rund 7,6 Millionen Bürgerinnen und Bürger (17 %) in der Altersgruppe 18-59 Jahre und rund 2,2 Millionen (9 %) in der Altersgruppe ab 60 Jahre noch nicht geimpft.“
22.04.22 0,89 0,82-0,95 161718 289
23.04.22 135079 SA 234
24.04.22 39179 SO 24
25.04.22 0,99 0,90-1,08 20084 6
26.04.22 1,09 1,00-1,16 136798 304
27.04.22 1,05 0,98-1,10 141661 343
28.04.22 1,05 0,97-1,13 130104 246
Laut RKI Wochenbericht v. 28.04.22 „sank die bundesweite 7-Tage-Inzidenz in Kalenderwoche 16 im Vergleich zur Vorwoche weiter (-7 %). Sowohl die Woche vor, als auch die Woche nach Ostern war vermutlich von einer höheren Untererfassung von Fällen geprägt, mit zeitverzögerten Nachmeldungen und -übermittlungen. Der Infektionsdruck bleibt mit mehr als 750.000 innerhalb einer Woche an das RKI übermittelten COVID-19-Fällen weiterhin hoch. Mit Ausnahme der 50-54-Jährigen sank die 7-Tage-Inzidenz im Vergleich zur Vorwoche in allen Altersgruppen.

Der Anteil der Omikron-Sublinie BA.2 ist bis KW 15 weiter auf 97 % angestiegen.

In KW16/2022 ging die Zahl der Krankenhausneuaufnahmen von Patientinnen und Patienten mit COVID-19 und einer schweren Atemwegserkrankung in allen Altersgruppen weiterhin zurück – allerdings langsamer als in den Vorwochen. In KW 16/2022 wurden etwa 3.300 neuen Krankenhausaufnahmen wegen COVID-19 registriert. Die Zahl von auf einer Intensivstation behandelten Personen mit COVID-19-Diagnose ist wie bereits in den Vorwochen leicht gesunken und lag am 27.04.2022 bei 1.446 Fällen.

Es waren zum 27.04.2022 (nur) ca. 77 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 76 % vollständig geimpft; (nur) 59 % der Bevölkerung erhielten bereits eine Auffrischimpfung. Es sind weiterhin hochgerechnet rund 7,6 Millionen Bürgerinnen und Bürger (17 %) in der Altersgruppe 18-59 Jahre und rund 2,2 Millionen (9 %) in der Altersgruppe ab 60 Jahre noch nicht geimpft.“
29.04.22 1,04 0,97-1,12 101610 214
30.04.22 87298 SA 159
01.05.22 11718 SO 10
02.05.22 0,75 0,71-0,78 4032 0
03.05.22 0,79 0,75-0,83 113522 240
04.05.22 0,84 0,80-0,87 106631 241
05.05.22 0,87 0,82-0,92 96167 183
Laut RKI Wochenbericht v. 05.05.22 „sank die bundesweite 7-Tage-Inzidenz in Kalenderwoche 17 im Vergleich zur Vorwoche weiter (-19 %). Der Infektionsdruck bleibt trotzdem mit knapp 600.000 innerhalb der letzten Woche an das RKI übermittelten COVID-19-Fällen weiterhin hoch. Mit Ausnahme der 10- bis 14-Jährigen (Anstieg um 1 %) sank die 7-Tage-Inzidenz im Vergleich zur Vorwoche in allen Altersgruppen. In der letzten Woche ging die Inzidenz am stärksten bei Erwachsenen in den Altersgruppen 20 bis 59 Jahre, sowie Kindern von 0 bis 9 Jahre zurück; hier betrug der Rückgang jeweils ca. 20 %. In den höheren Altersgruppen von 60 bis 90 Jahre lag der Rückgang bei 15 %, bei Kindern von 5-9 und 15-19 Jahre bei ca. 7 %.

Die Omikron-Variante ist in Deutschland mit über 99 % die dominierende SARS-CoV-2-Variante; der Anteil der Omikron-Sublinie BA.2 stieg in KW 16 noch einmal leicht auf knapp 98 % an.

Seit KW 14 geht die Zahl der neu hospitalisierten Patientinnen und Patienten mit schweren akuten respiratorischen Infektionen zurück. Auch der Anteil der Fälle mit einer COVID-19-Diagnose ist rückläufig. Die vor allem durch die einschränkte Verfügbarkeit medizinischen Personals geprägte Belastung der Kapazitäten des Gesundheitsversorgungssystems, insbesondere im stationären und intensivmedizinischen Bereich, geht zurück. Die Zahl von auf einer Intensivstation behandelten Personen mit COVID-19-Diagnose ist wie bereits in den Vorwochen weiter gesunken und lag am 04.05.2022 bei 1.213 Fällen.

Es waren zum 04.05.2022 (nur) 77 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 76 % vollständig geimpft; (nur) 59 % der Bevölkerung erhielten bereits eine Auffrischimpfung. Es sind weiterhin hochgerechnet rund 7,6 Millionen Bürgerinnen und Bürger (17 %) in der Altersgruppe 18-59 Jahre und rund 2,0 Millionen (8,4 %) in der Altersgruppe ab 60 Jahre noch nicht geimpft. Ab dem heutigen Donnerstag sind im COVID-19-Wochenbericht des RKI keine regelmäßigen Auswertungen zur Wirksamkeit der COVID-19-Impfung mehr vorgesehen.“
06.05.22 0,90 0,84-0,95 85073 214
07.05.22 72252 SA 184
08.05.22 8488 SO 10
09.05.22 0,82 0,78-0,86 3350 5
10.05.22 0,90 0,86-0,95 107568 218
11.05.22 0,92 0,87-0,97 97010 231
12.05.22 0,95 0,90-1,01 88961 197
Laut RKI Wochenbericht v. 12.05.22 „sank die bundesweite 7-Tage-Inzidenz in Kalenderwoche (KW) 18 im Vergleich zur Vorwoche weiter deutlich (-21 %). Der Infektionsdruck bleibt trotzdem mit knapp 500.000 innerhalb der letzten Woche an das RKI übermittelten COVID-19-Fällen noch hoch. Der Anteil der Omikron-Sublinie BA.2 lag in KW 17/2022 bei über 97 %. Die Zahl von auf einer Intensivstation behandelten Personen mit COVID-19-Diagnose ist wie bereits in den Vorwochen weiter gesunken und lag am 11.05.2022 bei 1.034 Fällen.

Es waren zum 11.05.2022 insgesamt (nur) 78 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 76 % vollständig geimpft; (nur) 60 % der Bevölkerung erhielten eine Auffrischimpfung. In den vergangenen beiden KW nahm die Anzahl der Impfungen erstmals wieder etwas zu. Es sind weiterhin hochgerechnet rund 7,6 Millionen Bürgerinnen und Bürger (17 %) in der Altersgruppe 18-59 Jahre und rund 2,0 Millionen (8,4 %) in der Altersgruppe ab 60 Jahre noch nicht geimpft.“
13.05.22 0,96 0,90-1,03 68999 164
14.05.22 61859 SA 144
15.05.22 6151 SO 7
16.05.22 0,80 0,76-0,84 2305 0
17.05.22 0,86 0,83-0,90 86252 215
18.05.22 0,89 0,85-0,93 72051 174
19.05.22 0,89 0,84-0,94 58719 165
Laut RKI Wochenbericht v. 19.05.22 „sank die bundesweite 7-Tage-Inzidenz in Kalenderwoche (KW) 19 im Vergleich zur Vorwoche weiter (-13,5 %). Der Infektionsdruck bleibt mit ca. 400.000 innerhalb der letzten Woche an das RKI übermittelten COVID-19-Fällen hoch. Die 7-Tage-Inzidenz sank im Vergleich zur Vorwoche in allen Altersgruppen.

Der Anteil der Omikron-Sublinie BA.2 lag in KW 18/2022 weiterhin bei über 97 %. Der Anteil der Sublinie BA.5 nahm auf niedrigem Niveau zu.

Seit KW 14 gehen die Zahlen der neu hospitalisierten Patientinnen und Patienten mit schweren akuten respiratorischen Infektionen zurück. Die Zahl von auf einer Intensivstation behandelten Personen mit COVID-19-Diagnose ist wie bereits in den Vorwochen weiter gesunken und lag am 18.05.2022 bei 905 Fällen.

Es waren zum 18.05.2022 (nur) insgesamt 78 % der Bevölkerung mindestens einmal und (nur) 76 % vollständig geimpft; (nur) 60 % der Bevölkerung erhielten eine erste Auffrischimpfung und (nur) 6% eine zweite Auffrischungsimpfung. Während in KW 17-18 ein leichter Anstieg der der verabreichten Impfungen beobachtet wurde, zeigte die Impfinanspruchnahme in KW 19 den bisher niedrigsten Stand (rund 360.000). Es sind weiterhin hochgerechnet rund 7,6 Millionen Bürgerinnen und Bürger (17 %) in der Altersgruppe 18-59 Jahre und rund 2,0 Millionen (8 %) in der Altersgruppe ab 60 Jahre noch nicht geimpft.“
20.05.22 0,86 0,81-0,92 48910 151
21.05.22 42375 SA 120
22.05.22 3823 SO 1
23.05.22 0,71 0,68-0,75 1245 1
24.05.22 0,79 0,75-0,82 64437 159
25.05.22 0,80 0,76-0,84 49141 158
Laut RKI Wochenbericht v. 25.05.22 „sank die bundesweite 7-Tage-Inzidenz in Kalenderwoche (KW) 20 im Vergleich zur Vorwoche weiter (-28.8 %). Die Zahl der Infektionen ist in der letzten Woche ein weiteres Mal um über 100.000 Fälle im Vergleich zur Vorwoche gesunken. Die Zahl der hospitalisierten Fälle geht nach einem Gipfel in MW 11/2022 ebenfalls stetig zurück und auch die Zahl der Todesfälle nimmt weiter ab. Aktuell tragen auch saisonale Effekte dazu bei, die Übertragungen zu reduzieren.“
Christi Himmelfahrt
26.05.22 39705 136
27.05.22 0,75 0,71-0,78 1852 2
28.05.22 39976 SA 73
29.05.22 2713 SO 8
30.05.22 0,65 0,62-0,67 755 2
31.05.22 0,80 0,75-0,86 61889 136
* Von Bundesland/Bundesländern wurden keine oder falsche Zahlen übermitelt.

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